... Tracks aus ihren ersten beiden Langspielplatten. Keine schlechte Idee, sich als Schnappschuß auf diese kurze Zeitspanne von etwas mehr als einem Jahr zu beschränken. Ältere Hörer können sich ganz den Erinnerungen hingeben, besonders dem langen warmen Sommer (man konnte 71 bis Oktober zum Schwimmen gehen), der mit "Chirpy Chirpy ..." und "Co Co" von Sweet in die Nostalgie-Geschichte einging.
- Schule und Kindheit kommt auch bei "Tweedle Dee Tweedle Dum", "Love Sweet Love" und "The Talk of all the USA", "Yellow River" wieder. Was auch für die gut produzierten 45-er B-Seiten "To Remind Me" "Rainin Painin" dieser Smash-Hits gilt.
- Das Jahr ging mit dem Charterfolg einer spanisch angehauchten Ballade "Soley Soley" würdig zu Ende. Die attraktive Schottin (die manchmal gerne ein Glas Sekt zuviel trank) spannte hier stimmlich einen breiten Bogen von traurig bis temperamentvoll, wieder mit einem mitreißenden Refrain. Sally Carr war - textilsparsam wie auf dem CD-Cover - auf vielen Bravo / Stafette / Pop und Popfoto-Seiten und Postern abgebildet.
- Im Zeitlupentempo (durch wöchentlichen Tonbandmitschnitt der "Schlager der Woche") verging damals die Zeit bis zur Jahreswende.
- 1972 hatte etwas andere Hits: "Samson And Delilah" und "Sacramento" waren rhytmusorientierte, gut tanzbare Erfolge, wieder mit einem kräftigen südamerikanischen Touch bei der Rhytmusgitarre und den Percussions.
- Toll, daß einige gute LP-Titel von "Middle of the Road" und "Acceleration" zu hören sind: "Queen Bee", "On this Land", "Give it time", "Try a little understanding" und "Louise". Schade, daß diese LPs noch nicht auf CD wiederveröffentlicht wurden, wer sie mal als Original auf dem Flohmarkt findet kann sich von der Song-Qualität überzeugen. Wenn "Take the Heat of Me" oder "Love for Sale" wieder aufgelegt wurden, warum nicht die Originale von Middle of The Road. Ohne Übertreibung waren die Single-Erfolge in Europa (nicht zuletzt in Deutschland) in den ersten Jahren der Siebziger so groß als die von Boney M. der ausgehenden Jahre.
- Teenies von heute empfehle ich diese Band kennenzulernen, evtl. mal im Sommer diese CD zur Beach-Party mitnehmen und die Reaktionen der Freunde/Freundinnen testen.
- Eine CD-Fortsetzung wären ihre Schlager 1973 bis 76, z.b. "Bottums up", die hier nicht reingepaßt hätten. Der Unterschied von "Soley Soley" zu "Kailakee Kailako" ist ähnlich groß und spannend wie der von "Waterloo" zu "Dancing Queen". In beiden Fällen lohnt sich eine Entdeckungs-Spritztour mit der Zeitmaschine, in die auch Personen einsteigen dürfen, die damals noch in Abrahams Wurstkessel ...