Nicolas Cage, der in allen drei in der Box enhaltenen Filmen eine der Hauptrollen oder die Hauptrolle spielt, gilt nicht gerade als brilliantes schauspielerisches Talent, hat aber zweifelsfrei in seiner Karriere in vielen ausgezeichneten Filmen mitgespielt. Von den wirklichen Highlights selbst der 80er (etwa Birdy) findet sich leider keiner in dieser Box, was nicht bedeutet, dass die Filme schlecht wären. Allerdings sind sie von unterschiedlicher Qualität.
"Peggy Sue hat geheiratet" erzählt die Zeitreise von der Protagonistin Peggy Sue, die beim 25jährigen Klassentreffen plötzlich zusammenbricht und sich in ihrer Jugend (in den 50ern) wiederfindet und sie noch einmal durchlebt. Der Film lebt davon, dass er sie mit der Erfahrung einer erwachsenen Frau, die bereits zweifache Mutter ist, ihre Jugend mit anderen Augen und so auch die verpassten Möglichkeiten sieht. Das Ganze ist letztlich in eine Liebesgeschichte eingebunden und Nicolas Cage spielt Peggy Sues Ehemann bzw. Jugendfreund.
Regie führte der geniale Francis Ford Coppola Regie, was man allerdings nur eingeschränkt merkt. Das Drehbuch hat er, nachdem die ursprüngliche Besetzung der Regie abgesprungen war, vor Drehbeginn selbst wohl noch umgearbeitet, was allerdings aus dem insgesamt gut Film auch keinen Geniestreich gemacht hat. An die Klasse seiner übrigen Filme reicht "Peggy Sue hat geheiratet" definitiv nicht heran. Dennoch ist er ein lohnender Film, der nie die Grenze zum Kitsch überschreitet und zudem gut besetzt ist.
"Tess und ihr Bodyguard" ist eine Tragikkomödie, in der Cage einen Secret Service Agent spielt, der sich als Bodyguard für die Sicherheit der Witwe eines Us-Präsidenten (genial verkörpert durch Shirley MacLaine) verantwortlich zeichnet und ihre Launen ertragen muss. Der Film fängt witzig an, schlägt im Verlauf, in dem es zu einer menschlichen Annäherung zwischen den Figuren Cages und MacLaines kommt, dann aber immer ernstere Töne an. Insgesamt ein sehenswerter, gut gefilmter Streifen mit einem überzeugenden Cage und einer noch überzeugenderen MacLaine.
Der dritte Film im Bundle, "2 Millionen Dollar Trinkgeld", hat nicht nur den dämlichsten Titel von den dreien(im Original heißt er deutlich eleganter "It could happen to you" - benannt nach dem Titeltrack des Films, einem alten Jazzstandard), sondern ist zugleich der schwächste der Box. Cage verkörpert hier einen Polizisten, der einer Kellnerin aufgrund eines beiläufig gegebenen Versprechens die Hälfte seines Lottogewinns - nämlich die besagten 2 Million Dollar - schenkt. Zwischen ihnen entspannt sich eine romantische Beziehung. Der Film ist nur erträglich für in Watte gepackte Freunde von zuckersüßem Kitsch und völlig belanglos.
Insgesamt kein schlechter Kauf, wenn auch keiner der Filme ein wirklicher A-Titel ist. 3,5 / 5