Was wird nicht alles reingepfeffert in eine BEST OF. Natürlich die Klassiker wie DU LÄSST DICH GEHEN, SHE, LA MAMMA, OLD FASHIONED WAY, JE M'VOYAIS DEJA, LA BOHEME. Bessere Versionen gibt es von SUR MA VIE oder YESTERDAY, WHEN I WAS YOUNG. Doch wo sind die anderen großen Chansons wie z.B. DU ÜBERTREIBST, NEIN, ICH VERGAß NICHTS DAVON, PARIS AU MOIS D'AOUT, LE TEMPS, ETRE, ISABELLE, J'AI VU PARIS, MES EMMERDES oder AVE MARIA? Was sollen die neuen Produktionen wie DANS TES BRAS, LA SZENE DE LA SEINE, QUAND TU M'AIME, die sich noch nicht als BEST OF bewährt haben können? Und am Schluss noch UNVERGESSLICH, damit uns Charles unvergesslich bleibt, ja ja.
Das tut einem Aznavour-Fan, der ca. 90 % seiner Lieder besitzt, schon ein bisschen weh. 40 Songs hätten es mindestens sein müssen, wenn nicht 100. Die Schreibe präsentiert ein paar abgestandene Klischees, statt die großen Meisterwerke Revue passieren zu lassen. Der BEST-OF-Orientierte kommt nicht in den eigentlichen Genuss des Aznavourischen. Die CD ist für Deutschland „kalkuliert". Konzipiert ist da nichts, wie denn auch bei nur 20 Liedern, schon gar nicht bei der merklich unterschiedlichen Stimmlage des Sängers, die sich im Laufe der Jahre erst carusomäßig entwickelt hat.
Was immer sich diese Marketing-Füchse dabei gedacht haben mit ihren Zielgruppen und Käuferschichten, mit ihrer Frage nach Sein oder nicht Sein. Ich beantworte die Frage Haben oder nicht Haben für den neuen Aznavour-Kunden natürlich mit: Ja. Doch. Schon. Klar. Und warum dann auch noch 5 Sterne bei der ganzen Nörgelei? Die hat Charles bei mir seit 25 Jahren! Und dabei bleibt es. Ich möchte nur auf das oben Erwähnte verwiesen haben. Außerdem gibt der Meister vor, er möchte 120 Jahre alt werden und bis 100 produktiv sein. Eine richtige BEST OF ist demzufolge erst noch fällig. In 22 Jahren also.