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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was wir schon immer wussten, aber nicht wissen wollen, 25. März 2009
Um in meiner doch ziemlich umfangreichen Bibliothek die Übersicht nicht zu verlieren, ordne ich die Bücher nach Sachgebieten. Und dann gibt es noch die Abteilung "Kunterbunt" für Lieblingsbücher. Dort steht nun auch dieses kleine, 15 Euro-Bändchen. Gleich neben "Unternehmenskultur. Wie weiche Faktoren zu harten Fakten werden", mit dem mich der gleiche Autor 2003 überraschte. Wer sich mit Storytelling befasst, geht mit Goethe einig, dass alle guten Geschichten schon einmal geschrieben wurden. Wäre der Neuigkeitswert mein wichtigstes Qualitätskriterium an ein Buch, hätte ich dieses kleine Schmuckstück ganz einfach unter "J" zu den Wirtschaftssachbüchern eingereiht. Aber im Zeitalter der knappen Aufmerksamkeit bekommt die Form eben noch mehr Gewicht. Und wie der bekannte Change-Management-Berater Hans Rudolf Jost seine Erfahrungen weitergibt, finde ich einfach Spitze.
Geordnet sind die Worthülsen aus der Teppichetage nach dem Alphabet, was ja noch keine Meisterleistung ist. Doch bevor der Leser beim zweiten Buchstaben ankommt, wird ihm klar, dass es der Autor hervorragend versteht, riesige Informationspakete so zu verdichten, dass auf wenigen Zeilen so viel Wesentliches steht, wie andere Autoren in einem ganzen Buch nicht bieten. Aber Hans Rudolf Jost reduziert Inhalte nicht einfach, indem er einem billigen Telegrammstil verfällt oder alle interessanten Anschlussstellen weglässt. Sein Vorgehen erinnert eher an die Arbeit eines abstrakten Künstlers, indem er mit starken Worten und Minigeschichten Orientierungspunkte schafft, die Hinweise auf den unverrückbaren Kern einer Botschaft erlauben. Da diese Beschreibung vielleicht zu geschwollen klingt, muss ich gleich anfügen, dass der Autor seinen Humor trotz all der beobachteten Schreckensereignisse auf den Teppichetagen nicht verloren hat. Und erstaunlicherweise wird er auch nie zynisch. Fast nie. Denn wird man fast täglich mit so viel Arroganz und Unsinn konfrontiert, braucht es viel Gelassenheit, um nicht dem Zynismus zu verfallen. Vor allem, wenn man noch weiß, wie hoch die Gehälter der Spitzenmanager sind.
Mit über 150 Stichworten bringt Hans Rudolf Jost Ordnung in ein Chaos, das eigentlich von denen gemanagt werden soll, die es zum Teil verursachen. Aber der Autor wirft den Worthülsenproduzenten ja nicht vor, sie seien die Hauptschuldigen an der ganzen Misere. Er hält ihnen lediglich einen Spiegel vor und fragt sich manchmal zu Recht, warum sie der Schrecken nicht dazu veranlasst, einige Gewohnheiten zu verändern. Und um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, er würde Wasser predigen und Wein trinken, vermeidet Hans Rudolf Jost alles, was nach einer Power-Point-Präsentation aussehen könnte. Oder anders gesagt, er variiert. Eigene Beobachtungen wechseln sich ab mit Ausschnitten aus Studien, schrägen Statistiken, träfen Zitaten, verrückten Aufzählungen, Grafiken, Querverweisen, Geständnissen und Anmerkungen. Dank dieser formalen Vielfalt vergisst der Leser, dass der Inhalt nach dem Prinzip Telefonbuch geordnet wurde.
Mein Fazit: Kein Jahrhundertwerk und trotzdem schon in der Kategorie Lieblingsbücher. Denn der Autor versteht es ausgezeichnet, den ganz normalen Wahnsinn zu beschreiben, der sich tagtäglich auf den Teppichetagen abspielt. Aber da er nicht in der Rolle des allwissenden Anklägers auftritt, der selber frei von jeder Schuld ist, erkennen sich auch Leser in den vorgehaltenen Spiegeln, die für das Management ihres Lebens sehr viel weniger Gehalt kriegen als so genannte Top-Shots.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was Bullshit-Bingo mit Dada-Management zu tun hat, 22. Juni 2009
"Best of Bullshit" ist eine alphabetische Sammlung von Kunstbegriffen aus dem Geschäftsalltag: Von Bullshit-Bingo über Powerpoint-Karaoke bis zu Work-Life-Balance knöpft sich der Autor alle gängigen Worthülsen des Managements vor. Das Schöne dabei: Seine Sprache ist so pointiert, seine absurden Beschreibungen und Ausführungen so witzig und ironisch, dass das Zuhören zum großen Spaß wird! Dabei balanciert der Autor geschickt zwischen Ernsthaftigkeit und Lächerlichkeit. Zu Anfang z.B. heißt es: "In den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts stieg das Einkommen der CEOs um 535 Prozent, im selben Zeitraum das durchschnittliche Mitarbeiter-Salär jedoch nur um 32 Prozent." Die teils absurd klingenden Ausführungen des Autors entsprechen ja weitestgehend der Realität in Managerbüros. Dies kann er durch Hinweise auf Statistiken, Studien und Untersuchungen belegen.
Die Buchvorlage ist eine alphabetische Auflistung der Begriffe. Etwas skeptisch eingestellt, ob das auch als Hörbuch funktioniert, wurde ich positiv überrascht: Da jeder Begriff sehr kurz und knapp auf den Punkt gebracht wird, funktionieren selbst die Querverweise. Im Buch kann man schnell mal vor und zurück blättern, beim Hören des Hörbuchs kann man sich schon auf die nächsten bissigen Kommentare zu artverwandten Worthülsen freuen.
Das Hörbuch hat eine Laufzeit von knapp dreieinhalb Stunden - nicht zu lang und nicht zu kurz. Andreas Herrler, der Sprecher des Hörbuchs, sorgt mit seiner angenehm sachlichen Stimme dafür, dass sich der ironische Unterton der Texte prima entfalten kann. Das Hörbuch ist insgesamt sehr empfehlenswert. Der Preis stimmt, die Aufmachung (im Booklet gibts einiges an Zusatzmaterial zu den Texten) ebenfalls.
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4 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Best of Bullshit, 2. Juni 2009
In den Chefetagen wird taktiert, laviert und abserviert. Mit grossen Worten werden bahnbrechende Neuerungen angekündigt, auch wenn schließlich alles beim Alten bleibt. Ein bissiger Kommentar zur Management-Praxis der letzten Jahre. In diesem ABC des Managements wird so ziemlich alles gegen den Strich gebürstet, was als Schlagwort aus Managermund kommt. Von A wie Abzocke bis Z wie Zielvereinbarung hat sich der internationale Top-Berater Hans Rudolf Jost der Worthülsen aus der Teppichetage angenommen und sie auf ihren Sinngehalt durchleuchtet. Herausgekommen ist eine lustvoll-polemische Streitschrift für den überforderten Flexecutive und eine augenzwinkernde Abrechnung mit hirnlosen Management-Floskeln, die mit schöner Regelmäßigkeit vorgekaut und nachgebetet werden. Ob Powerpoint, Leitbild oder Fusion, ob Kundenorientierung oder Matrixorganisation: Das Bullshit-Bingo der Bosse erscheint in neuem Licht.
Hans Rudolf Jost bringt mit über 150 Stichworten Ordnung in ein Chaos, das eigentlich von denen gemanagt werden soll, die es zum Teil selbst verursachen. Der Autor wirft den Worthülsenproduzenten nicht vor, sie seien die Hauptschuldigen an der ganzen Misere, sondern er hält ihnen lediglich den Spiegel vor und fragt manchmal zu Recht, warum sie der Schrecken nicht dazu veranlasst, einige Gewohnheiten zu verändern. Und um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, er würde Wasser predigen und Wein trinken, vermeidet Hans Rudolf Jost alles, was nach einer Power-Point-Präsentation aussehen könnte. Oder anders gesagt, er variiert. Eigene Beobachtungen wechseln sich ab mit Ausschnitten aus Studien, schrägen Statistiken, träfen Zitaten, verrückten Aufzählungen, Grafiken, Querverweisen, Geständnissen und Anmerkungen. Dank dieser formalen Vielfalt vergisst der Leser, dass der Inhalt nach dem Prinzip Telefonbuch geordnet wurde.
Der Autor versteht es in seinem Buch ausgezeichnet, den ganz normalen Wahnsinn zu beschreiben, der sich tagtäglich auf den Teppichetagen abspielt.
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