Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Arbeitslosenzahlen brechen Monat für Monat traurige Rekorde, die Zahl qualifizierter Bewerber für eine Stelle wird immer größer. Um einen Job zu ergattern, ist professionelles Auftreten daher unerlässlich und guter Bewerbungsrat teuer. Was bietet Volkmar G. Hables Buch, was man nicht auch in jedem anderen Bewerbungsratgeber nachlesen kann? Schließlich verspricht der Verlag im Untertitel vollmundig
200 Seiten, die Ihr Leben verändern werden.
Die gute Nachricht zuerst: Der Autor packt das Bewerbungsübel an der Wurzel, indem er einen Kardinalfehler vieler Bewerber drastisch vor Augen führt. Viele Jobsuchende verfahren schlicht nach dem Muster "Hier bin ich, lieber Arbeitgeber, das sind meine Erfahrungen, und nun schau mal, was du damit anfangen kannst". Dies schlägt sich in langatmigen Anschreiben und Lebensläufen nieder, die ausführlich Qualifikationen oder Erfahrungen ohne Rücksicht auf die Interessen des Arbeitgebers beschreiben. Und das Kerninteresse des Arbeitgebers ist kurz gesagt: Was bringt mir der Bewerber? Dieses Kosten-Nutzen-Prinzip münzt Hable in Tipps für eine pointierte Selbstdarstellung des Bewerbers um, der in Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch ganz gezielt darauf reagiert, welche Probleme der Stellenbesetzer zu lösen hat.
Und nun die schlechte Nachricht: Über diese plausible Kernthese hinaus bringt Hable das übliche Bewerbungsratgeberprogramm, und das durchaus mit Schwächen. Die Ausführungen zum Assessment Center etwa beschränken sich weit gehend auf einen persönlichen Erlebnisbericht, der Selbstständigkeit ist eine halbe (!) Seite gewidmet, zum Thema Psychotests oder Jobbörsen wird im Wesentlichen erklärt, Näheres würde "den Rahmen des Buches sprengen". Da hätte man sich zumindest bei den Pauschalhinweisen auf die "ausgezeichnete vorhandene Literatur" konkrete Hilfestellung gewünscht. Und nicht jeder Rat von Hable ist unbedingt empfehlenswert -- so etwa der Tipp, Bewerbungsunterlagen einfach zu heften und zu falten, die Regel, der Lebenslauf dürfe maximal eine Seite betragen, oder Musterbriefe, die mit typischen Standardeinleitungen beginnen ("Ich habe mit großem Interesse Ihr Inserat gelesen") oder mit offensiv-nichtssagenden Formeln arbeiten ("In diesem Zusammenhang werden meine Qualifikationen für Sie von außerordentlichem Interesse sein."). Fazit: Eingeschränkt empfehlenswert. --Dr. Petra Begemann
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Bewerber müssen einfach überzeugen, wenn sie einen Job suchen. Nicht nur durch Sympathie, sondern auch durch Selbstbewußtsein, Zielstrebigkeit und Argumente. Herkömmliche Bewerbungen orientieren sich fast ausschließlich an traditionellen und konservativen Schemata. Langatmige Beschreibungen von Hobbys, Eltern, Familienstand und abgenutzte Textbausteine hinterlassen aber nur einen durchschnittlichen Eindruck. Kurz und prägnant: Der zukünftige Nutzen, der letztendlich meßbare Gegenwert für das zu zahlende Gehalt ist das, was Arbeitgeber am meisten interessiert. An dieser Kosten-Nutzen-Rechnung zielen die traditionellen Bewerbungsschreiben völlig vorbei.
Die Jobsuche ist eine individuelle Verkaufs- und Marketingkampagne in eigener Sache. Das notwendige Know-how, um das -spezielle Produkt- - nämlich sich selbst - bestmöglichst an den Mann, sprich Arbeitgeber, zu bringen, verrät Volkmar Hable in einer außergewöhnlich packenden, aufrüttelnden und motivierenden Art. Um Erfolg zu haben, muss man eben besser sein als die anderen.