Wolfgang Böck, der TV-"Kommissar" und Günther Schatzdorfer, der "Poet", bereisen die Kanäle zwischen Grado und Venedig.
Der "Kommissar" und der "Poet" wollen dabei gar keine Touristen-Highlights oder Rundfahrten vermitteln. Sie mögen italienisches Lebensgefühl abseits von touristischen Trampelpfaden dem Leser auf seinen Lebensweg mitgeben. Wer fährt auch sonst auf dem "Idrovia Venezia", einem Kanalsystem parallel zur Küste, von dem es nicht einmal nautische Karten gibt. Sie besuchen die Witwe des Chauffeurs von Ernest Hemigway, die sie - natürlich - zu einer "Zuppa coada", einer "ausgebrüteten Suppe" mit Tauben (...) einladet. Man erfährt den Unterschied zwischen den friulanischen "sardoni in saòr" und den venezianischen "sarde in saòr", vom Rezept für "La Scogliera" (das Riff) der Trattoria "Torre di Fine"; die beiden schildern ihr Überleben während Ebbe auf einem im Schlick festsitzenden Hausboot, dessen Suche und Anmietung schon eingangs des Buches amüsiert; was es mit dem "Schauspiel in drei Akten" auf Burano vormittags auf sich hat und noch viele anderen Kleinigkeiten aus dem alltäglichen Leben zwischen Meer und Festland, eben in den Lagunen.
Wie Schatten und "ombra" zusammengehören, was die Gießerei mit Ghetto und an "gefillten Fisch" zu tun haben und warum man auf manchen Inseln der Lagune Venedigs nur bis 19.30 Uhr Abendessen kann. Jede Seite eine neue Entdeckung und zwischendurch viele Rezepte zum selbst Ausprobieren.
Natürlich geht es ums Essen! Fast noch mehr ums Trinken und zwischendurch... Aber so ist nun mal auch das Leben in Italien. Vormittags und nachmittags "beviamoci un goccetto! - Trinken wir ein Gläschen!". Aber man erfährt auch einiges über die unbekannten Inseln in der Lagune Venedigs und andere Kleinode versteckt im Land.
Langatmig? Langweilig? Nur für den, der sich einen Touristenführer für das schnelle Abhacken erwartet. Für den Kenner und Genießer der Regionen aber ein Buch zum Schmunzeln und natürlich Anlass, sich ein Glas Tocai beim Lesen zu gönnen...
Besser. Einfach