A.S. Byatt's Roman "Besessen" ist einer der spannendsten Romane dieses Jahrhunderts. Die fast krimihaft anmutende Geschichte um die Entdeckung einer geheimnisvollen Liebe im Leben des viktorianischen Poeten Randolph Ash beiinhaltet aber nicht nur spannende Elemente, sondern auch starke feministische Züge, nicht nur an Ash's Geliebter, einer Schriftstellerin seiner Zeit, sondern auch an Dr. Maud Bailey, einer der beiden Entdecker dieser Episode. Und nicht zuletzt ist der Roman auch eine Romanze, nennt Byatt selbst ihr Werk doch im Original "Possession. A Romance". Nach einem etwas schwerfälligen Beginn, in dem Roland Michell, Assistent eines Literaturprofessors, einen bisher unbekannten Brief Ash's findet, entwickelt sich das Buch zu einem extrem vielschichtigen Werk. Byatt gelingt es scheinbar mühelos, zwischen der Erzählung in der Gegenwart, der Lyrik Randolph Ash's und Christabel LaMotte's, deren Liebesgeschichte und Briefwechsel hin und herzuwechseln und sie trifft die verschiedenen Stile so perfekt, das man als Literaturstudent selber in Versuchung gerät, an die tatsächliche Existenz dieses viktorianischen Poeten zu glauben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)