Zuerst mein erster Eindruck vom Buch:
Ich habe mehrfach versucht in das Buch "einzusteigen".
Schon der extrem "absolutistische" Stil des Buches verleitet kaum zum lesen. Ausnahmslos Alle ausser der Autorin sind offensichtlich Dilettanten, andere Methoden durchweg falsch, absurd, lächerlich.
Dazu ein für ein Fachbuch unangemessener, flappsiger Schreibstil.
Die Beschreibungen und Visualisierungen sind leider recht kurz gehalten und beziehen sich kaum auf das Laufen sondern sind m.E. aus einem allgemeinen Haltungsbuch entlehnt. Die 3-4 laufspezifischen Seiten bringen dann auch nicht mehr die Wende.
Gewürzt wird das Ganze zum Überfluss mit "euphorischen Interviews" deren tieferer Sinn, ausser der Selbstbeweihräucherung der Autorin, mir nicht erkennbar sind.
Nach einer gewissen Zeit und Umsetzung einiger wesentlicher Inhalte sehe ich es anders, auch wenn das zuerst Geschriebene weiterhin bestand hat. Spass zu lesen macht das Buch nicht.
Aber:
Viele Aussagen brauchen eine gewisse Zeit um durch das Erlente bzw. als Allgemeinwissen "Bekannte" über den Haufen zu werfen. Insbesondere das Thema der ganzen "Haltungsschäden" dauerte eine Weile bis ich das im Kopf umgesetzt hatte: Es gibt - ausser bei echten Deformationen - keine Haltungsschäden. Warum stellt man beim Laufen die Füsse nach aussen (watscheln) wenn man die Füsse auch schön parallel halten kann? Faulheit, beim Vorbild über Jahre abgeschaut, oder auch Muskelschwäche. Auf die speziellen Muskelübungen bin ich nicht eingegangen sondern habe beim Laufen sehr stark auf meine Haltung geachtet. Füsse sauber aufsetzen, Rücken gerade, Kopf gerade, etc.
Wenn ich auf den langen Trainingseinheiten Anzeichen von Schmerzen spürte wusste ich sofort: Irgnd etwas mache ich gerade falsch. Haltung kontrolliert, und weg waren die Probleme.
Nach einer gewissen Zeit geht das in Fleisch und Blut über und man wird vom stampfenden, in sich zusammengekauerten Jogger zum echten Läufer.
Mit meinem bisherigen Laufstil hätte ich den Marathon nie geschafft, und schon garnicht so entspannt.
Mein Fazit: Es lohnt sich absolut sich durch das Buch durchzukämpfen, bisheriges "Wissen" auf den Prüfstein zu stellen und damit (viel) besser - und beschwerdefreier - zu laufen.