"Professione: reporter" (1975) gehört zu den weniger bekannten Filmen Antonionis. Zu den bekanntesten dürften "Blow up" (1966) und "Zabriskie Point" (1970) gehören. Für "Professione: reporter" heuerte Antonioni Hollywood-Schauspieler Jack Nicholson an, der auch in der Lage war, den Film durch sein Mitwirken zu verbessern.
Erzählt wird die Geschichte des Reporters David Locke (Nicholson), der bei einem Job in Afrika einen Toten in einem Hotelzimmer findet. Er sieht die Möglichkeit, seine eigene Identität loszuwerden und die des Toten anzunehmen - kurz gesagt, er vertauscht die Pässe.
Dieser Anfang ist Antonioni-mäßig genial, da er fast ohne Dialog auskommt. Leider geht es aber von da an bergab, denn Locke wird nun von afrikanischen Freiheitskämpfern bedrängt, da der Tote ein Waffenhändler war. Es entwickelt sich ein Verwechslungsplot, der eher an Hitchcocks "North by Northwest" erinnert. Das Drehbuch von Mark Peploe scheint so gar nicht zu der anfangs angedeuteten Filmgrammatik Antonionis zu passen, die eher einen subtil ruhigen Diskurs über Identitätsverlust verhieß. Das Resultat ist ein nicht organischer Film. Allein die schauspielerische Leistung von Nicholson und einige Kameraeinstellungen können überzeugen, was summa summarum zu einer Bewertung von 7/10 führt.