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Bertelsmannrepublik Deutschland: Eine Stiftung macht Politik
 
 
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Bertelsmannrepublik Deutschland: Eine Stiftung macht Politik [Gebundene Ausgabe]

Thomas Schuler
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (9. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593390973
  • ISBN-13: 978-3593390970
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Thomas Schuler
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wenn amerikanische Unternehmen zur Abwechslung einmal den deutschen Traum träumen und nicht umgekehrt, kann man getrost davon ausgehen, dass politischer Regelungsbedarf besteht. Im vorliegenden Fall geht es um das deutsche Stiftungsrecht, das – wenn man Thomas Schuler Glauben schenken darf – im Wesentlichen die Handschrift der mächtigsten nationalen Denkfabrik trägt, die – und das macht die Sache problematisch – zugleich zu seinen Hauptprofiteuren gehört. Die Rede ist von der Bertelsmann Stiftung, die mit ihren diversen Universitäten und Ministerien angegliederten „Centren“ und „Beratern“ seit Jahrzehnten nicht nur eine Gratwanderung an der Nahtstelle zwischen Forschung und Politik vollführt sondern auch zwischen Gemeinnutz und Lobbyismus, wie der Journalist bereits im Titel unmissverständlich suggeriert.

Doch so empörend die Enthüllungen von Schuler im Einzelnen auch sind, völlig überraschend sind sie nicht. Seit Jahrzehnten steht das deutsche Medienimperium wegen seiner undurchsichtigen Vermengung von vorgeblich gemeinnützigem und politischem Engagement mit unternehmerischem Interesse im Mittelpunkt heftiger Kontroversen. Im Fokus dabei immer wieder die Stiftung als vorgeblich gemeinnütziges Aushängeschild, das bei genauerem Besehen jedoch vor allem den Konzern- und Familieninteressen verpflichtet ist, wie Schuler überzeugend nachweist. Dabei geht es ihm einerseits darum, die fragwürdige personelle Verflechtung von AG und Stiftung sowie die absolute ideologische Kontrolle herauszustreichen, die die Mohns auf die grundsätzlich zu Unabhängigkeit verpflichtete Stiftung ausübt. Skandalöser noch erscheint das dubiose Finanzgebaren, das die Familie an den Tag legt, damit es ihr durch geschicktes Verrechnen von Steuererleichterungen und Ersparnissen mit den Ausschüttungen gelingt, die Stiftung de facto mit öffentlichen Mitteln zu betreiben, wie Schuler unterstellt.

Dass der Autor, der bereits in einer Biographie mit dem Mythos der Verlegerfamilie Mohn aufgeräumt hat, mit seinem Buch pünktlich zum 175. Bertelsmann-Jubiläum einen Nerv getroffen hat, belegen diesmal die empfindlichen Reaktionen aus Gütersloh. Ein lesenswertes Stück deutscher Unternehmensgeschichte und zugleich ein Lehrstück über Macht und Moral. – Arnold Abstreiter

Pressestimmen

20.08.2010 / Handelsblatt: Wahrheiten und Gemeinheiten "Dieses Buch wird den Blick auf Bertelsmann und seiner mächtigen Stiftung verändern."

31.08.2010 / Deutschlandradio Kultur: Die Gütersloher Nebenregierung "Schuler überzeugt mit Fakten und mit seiner Forderung nach der Unabhängigkeit der Stiftung vom Unternehmen Bertelsmann."

04.09.2010 / Süddeutsche Zeitung: Lobbyarbeit - steuerlich absetzbar "Das Ziel des Buches ist es, den Missstand des deutschen Stiftungswesens anhand der Bertelsmann-Stiftung zu beleuchten. Schuler gelingt das auf ganzer Linie."

13.09.2010 / Der Tagesspiegel, Zeit Online: Politik aus Gütersloh "Jetzt legte der Journalist und kenntnisreiche Biograph der Mohn-Familie, Thomas Schuler, nach mehr als drei Jahren Recherche eine Studie über die 'Bertelsmannrepublik Deutschland' vor, die das Stiftungskonstrukt grundlegend infrage stellt. Darin gelingt Schuler der Nachweis, dass die Bertelsmann-Stiftung gemeinnützige Arbeit und private Interessen auf absichtlich intransparente Weise vermengt und ihr Steuerprivileg missbraucht, um eine höchst einseitige Politik zu befördern." Harald Schumann


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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Schlüsselbuch für das post-demokratische Deutschland! Die Kritik an der Bertelsmannstiftung hatte bisher weitgehend wissenschaftliche Diskussionen geprägt. Hier war der Band von Torsten Bultmann vom BdWi sehr hilfreich. Schuler gelingt es, durch viele Nachweise die Geschichte und den Einfluß der Stiftung auf Kernbereiche der Gesellschaft plausibel nachzuvollziehen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hartz IV, Hochschulreform, Europapolitik, Privatisierung öffentlicher Verwaltung usf. in allen Fällen schafft die Stiftung nicht nur die Geschäftsfelder für die Bertelsmann AG, sondern betreibt auch eine massive Transformation der Gesellschaft in eine Richtung, die Norbert Blüm in seinem Buch "Gerechtigkeit" als "ökonomischen Totalitarismus" bezeichnet.
Erschütternd ist nun, daß diese Aktivitäten aufgrund der vermeintlichen Gemeinnützigkeit der Stiftung noch durch öffentliche Mittel 'subventioniert' werden. Aus der Lektüre dieses vorzüglichen Titels muß eine kritische Neubewertung der Stiftung folgen!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lobbyismus aufgedeckt 19. September 2010
Von Oliver Völckers TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor ist ein Spezialist für den Bertelsmann-Konzern, wie er mit seinem Erfolgsbuch Die Mohns: Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern bewiesen hat.

Während Thomas Schulers Buch über die Mohns von Personen handelte, was anschaulich war bis an die Grenze des Tratsches, ist dieses Buch über die Bertelsmann-Stiftung viel nüchterner. Die ersten Kapitel fand ich regelrecht zäh: Keine Skandale, keine Dramatik, nur nüchterner, professioneller Lobbyismus. Top-Steuerberater halfen Reinhard Mohn, seinem Unternehmen zig Millionen an Steuern zu sparen, ohne dass er oder seine Familie dafür Einfluss hätten aufgeben müssen. Das ist eher ein Skandal der Politik als der Bertelsmann-Stiftung. Angesichts der totalen Abhängigkeit der Stiftung von der Familie Mohn ist die Gemeinnützigkeit ein Hohn. Reinhard Mohn gelang es immerhin, sein Steuersparmodell als Wohltätigkeit zu kaschieren. Das kann man als großartiges Unternehmertum bewundern oder als Gefährdung der Demokratie sehen. Spannend in diesem Buch sind die Insider-Kenntnisse über personelle Verflechtungen etwa von Wolfgang Clement, Peer Steinbrück, Horst Teltschik, Roman Herzog, Peter Hartz und Edzard Reuter.

Die Bertelsmann-Stiftung hat offiziell ein Kapital von rund 619 Mio ¤, besitzt jedoch Bertelsmann-Anteile im Wert von rund 18 Mrd ¤ (S. 219). Diese Diskrepanz ist für die Stiftung erklärungsbedürftig. Auf jeden Fall ist die Bertelsmann-Stiftung eine der vermögendsten und mächtigsten Stiftungen in Deutschland. Sie übt ihre Macht im Verborgenen aus, ohne je gewählt worden zu sein. Die Verlegerwitwe Liz Mohn kann wie eine Alleinherrscherin agieren.

Wer seriöse Informationen über die Machtverhältnisse in Deutschland sucht, ohne jede Verschwörungstheorien und mit Fakten belegt, findet sie in diesem Buch.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mimir TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Schuler zeigt einleuchtend und leicht nachvollziehbar die Gründung und den Aufbau der Bertelsmann Stiftung seit 1977, ihre Prinzipien und ihre frühe Nähe zu den Bundespräsidenten oder später zu den Bundeskanzlern. Reinhard Mohn wollte mit dieser Stiftung die Politik und damit das Land reformieren. Das heißt eindeutig, dass die Stiftung Einfluss nehmen will. Einfluss auf Personen, die Politik in Gesetze gießen. Ein schöner Nebeneffekt war, dass durch die Stiftung die Familie Mohn die Kontrolle über die Bertelsmann AG behalten konnte, ohne Erbschaftssteuern bezahlen zu müssen. So viel zum Gemeinnutz der Stiftung.

Thomas Schuler betont immer wieder den Widerspruch zwischen der angeblichen Gemeinnützigkeit und den vom Unternehmen Bertelsmann AG bestimmten Interessen. Sei es die Einflussnahme auf Mediengestaltung oder die vorbereitenden Arbeiten für die Arbeitsmarktreform, sei es die Hochschulreform oder die Versuche zur Privatisierung der öffentlichen Verwaltung. Immer wieder liefert die Stiftung die Studien, aus denen Bertelsmann Vorteile zu ziehen versucht. Schuler zeigt dabei die personellen Verflechtungen innerhalb der Stiftung(en) und der AG, die wichtigen Beziehungen zu Entscheidungsträgern, die permanente Vermengung von Interessen.

Der Erfolg und der Einfluss der Stiftung beruht auf persönlichen Beziehungen. Schuler nennt Namen, schildert Treffen, beleuchtet Projekte der Stiftung und deren Ergebnisse, zeigt anschaulich und leicht nachvollziehbar Abläufe und Einflussnahmen. Er kontrastiert Verlautbarungen der Stiftung mit der Wirklichkeit. Beständig weist er auf den Konflikt zwischen dem Sinn des Doppelstiftungsmodells und der vorgeblichen Gemeinnützigkeit der Bertelsmannstiftung sowie der gerade in letzter Zeit zunehmenden Macht von Liz Mohn hin. Dabei wirkt Schuler sehr überzeugend und integer.
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