Ein Mann geht seinen Weg, tut der Pflicht als Jurist, Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin Genüge, ebenso als Verfassungsrichter in Münster. Doch etwas lässt Bernhard Schlink nicht ruhen, den kurz vor Kriegsende 1944 in Bielefeld geborenen Streiter für das Recht: Es ist die Frage nach Gerechtigkeit - in der deutschen Geschichte, um Holocaust und RAF-Bewegung, in Einzelschicksalen. Seine Spurensuche führt ihn über ausgezeichnete Kriminalromane wie die Trilogie um Privatdetektiv Gerhard Selb (1987-2001) zu den Meriten eines weltbekannten Schriftstellers: "Der Vorleser" (1995) packte Menschen in aller Welt; der Roman wurde in mehr als 45 Sprachen übersetzt und in der Daldry-Verfilmung "The Reader" 2009 mit dem "Oscar" und dem "Golden Globe" ausgezeichnet.