Eine Pionerin, deren Leben uns umso aktuell scheint, so unkonventionell und unbeschwert in den 30er Jahren es war. Alles scheint so ganz selbstverständlich zu geschehen, besonders am Anfang des Buches, dass man manchmal den Eindruck hat, irgendeinen Routine-Happy-End-Roman in den Händen zu haben: Die etwas ältere schöne, stolze, weltbekannte und mißtrauische Fliegerin wird wohl am Ende den jungen, begeisterten, fast frechen Rennfahrer heiraten, und sie werden glücklich zusammen weiter leben. Von wegen. Die Selbstverständlichkeit ist eigentlich eine entwaffenende Ehrlichkeit: "Arme Elly!" heißt es oft: Was ich nicht verstanden habe ... Fliegen, Rennsport, Zusammenleben, Liebe und Grübeln ... alles fließt ineinander und reißt den Leser mit. Ich muss zugeben: das Buch habe ich noch nicht zu Ende gelesen ... aber absichtlich: Je näher der leider gekannte Schluss kommt, desto langsamer lese ich vorwärts...
Das Buch hatte ich nur deswegen gekauft, weil Bernd Rosemeyer für mich eine Art Mythos ist (und dabei war mein Vater erst 17, als er starb: Aber Vati hat mir oft von ihm vorgeschwärmt: und wir sind Italiener!), aber ich habe damit eine außerordentliche Figur kennengelernt, die "aviatrice tedesca Elly Beinhorn" (so unterschrieb Italo Balbo ein eigenes Foto für sie, die ihn fast vergötterte, nachdem er über den Ozean geflogen war).
Das kann ich nur sagen: Es lohnt sich, in diese Geschichte ohne Gossip and Glamour einzutauchen. Das tut sicher gut, wie ein Hauch frischer Luft in den letzten traurig langweiligen Jahren besonders im Bereich des Rennfahrens ...