Für außergewöhnliche 1750 Taler jährlich, eine Stargage unter allen Künstlern am sächsischen Hofe, hatte ihn König Friedrich August III. Sohn Augusts des Starken, 1747 nach Dresden angeworben, ein Jahr später ihn bereits zum Hofmaler ernannt. Bernardo Bellotto (Venedig 1721 - Warschau 1780) war Neffe und Schüler des venezianischen Vedutenmalers Giovanni Antonio Canal, von dem er auch den Beinamen Canaletto übernahm. Der 26-jährig nach Dresden Geholte, hatte bereits hohes Ansehen für seine Kunst mit topografisch-dokumentarischer Genauigkeit realistische Stadtansichten zu malen. Zum Ende seines Schaffens hinterließ der 'Chronist mit dem Pinsel' eine ein riesiges Werk großformatiger Veduten, Repliken davon und zur Vervielfältigung identische Radierungen der Städte Venedig, Dresden und Pirna, München, Wien, Warschau.
Die in den Dresdner Staatlichen Kunstsammlungen 'Galerie Alte Meister' gezeigten Ansichten aus der großen Zeit des Dresdner Barocks faszinieren jeden Besucher - seit Goethes Zeiten schon. Feinste Details, die lebensnahen Figurengruppen, die zeitgetreue Architekturszenerie mit stark perspektivischer Darstellung in den Großgemälden Canalettos, versetzen den Betrachter in das Milieu jener Zeit. Mit Ruhe lupengenau in farbiger Reproduktion die Bilder und ihre Szenen zu studieren zu können, ermöglicht der Bildband Löfflers. Er zeigt 16 Stadtansichten, die sich im Besitz der Kunstsammlungen Dresden befinden. Mit zahlreichen Gesamt- und ganzseitigen Detailaufnahmen, die bis sieben Seiten je Gemälde gezogen sind. Darüber hinaus zeigt der Band im Deckeldruck und Buch alle 16 Radierungen, die Bellotto nach seinen Gemälden geschaffen hat, die ikonografisch zusammengehörende sogenannte Kurfürstenserie.
Die in die hohe Zeit des Dresdner Barocks führende Einleitung und Bilderläuterungen verfasste Fritz Löffler, dessen 'Das Alte Dresden' als die Bibel der architektonischen Entwicklung Dresdens vor 1945 gilt. Auch Löfflers Canaletto fand mit summierten Auflagen über 12.000 so viele Interessenten, dass der Verlag an einen Wiederdruck heranging. Die Erstauflage war 1985 in Leipzig bei Koehler & Amelung erschienen.