Dies ist eine Padrissa-Inszenierung mit La Fura dels Baus, die Opern-Geschichte machen wird. Ein elementares, großartiges Schauspiel in der Felsenreitschule Salzburg, was die optisch opulente, spektakuläre aber nicht vordergründige Präsenz anbelangt. Das interpretatorische Konzept muß man allerdings vorher zwingend lesen, um mit diesem Meisterwerk umzugehen. Sängerisch ganz herausragend besetzt in allen Schlüsselrollen mit hervorragendem Chor. Paul Groves als Faust sehr überzeugend auch in der heiklen Höhenlage. Andreas Macca ist ein überzeugender Brander. Willard White ist als Mephisto, ein stimmliches und schauspielerischer Ereignis, substanzvoll bass-bariton-timbriert , in einigen Szenen einfach umwerfend. Seine Mephisto Serenade ist grandios gestaltet und gesungen. Die Marguerite von Vesselina Kasarova ebenfalls klangsinnlich subtil,nuanciert, cremig mezzolike, eine Traumstimme mit einem ergreifenden Rollenporträt. Ihre Romanze gehört zu den interpretatorischen Sternstunden der Oper. Die Staatskapelle Berlin unter Sylvain Cambreling sowie Chor und Tölzer Knabenchor runden das Ganze mit einer intensiv klangfarbensubtilen Leistung. Insgesamt ein Meisterwerk, das man sehen muß wobei allein die Mephisto Serenade und die Romanze der Marguerite ein Grund wären, hier zu investieren, in eine Sternstunde der Oper.