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Die Berliner Mauer. Geschichte eines politischen Bauwerks
 
 
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Die Berliner Mauer. Geschichte eines politischen Bauwerks [Gebundene Ausgabe]

Thomas Flemming , Hagen Koch
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 143 Seiten
  • Verlag: Bebra (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3930863480
  • ISBN-13: 978-3930863488
  • Größe und/oder Gewicht: 24,1 x 22,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 98.319 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Thomas Flemming
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Aus der Amazon.de-Redaktion

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", verkündete DDR-Staatschef Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961. Nicht ganz zwei Monate später, in der Nacht zum 13. August, gingen die Soldaten ans Werk, und bald folgten die Bauarbeiter. Was Ulbricht noch kurz zuvor dementiert hatte, wurde nun steinerne Realität: die Berliner Mauer.

Die Mauer hat nicht nur Berlin und Deutschland geteilt, sondern auch Familien getrennt, Verwandtschafts- und Freundschaftsbeziehungen durchschnitten und vielfaches Leid verursacht. Über 700 Menschen kamen an der innerdeutschen Grenze ums Leben. 239 davon allein in Berlin. Wie viele bei einem Fluchtversuch verletzt oder festgenommen und zu langen Zuchthausstrafen verurteilt worden sind, ist nicht bekannt. Aber es müssen Tausende gewesen sein.

Thomas Flemming und Hagen Koch beschreiben detailliert, wie das SED-Regime auf die wachsende Zahl der "Grenzdurchbrüche" mit immer neuen "Ausbaustufen" reagierte: mit Betonplatten und Metallgitterzäunen, mit Todesstreifen, Hundelaufanlagen und Minenfeldern. Und noch 1988/89 wurden milliardenschwere Pläne für eine High-Tech-Grenze entwickelt, an der Fluchtversuche möglichst ohne Anwendung der Schusswaffe vereitelt werden sollten. Denn jeder Schuss, jeder Tote schadete dem internationalen Ansehen der DDR. Und gerade die Außenwirkung erhielt in Zeiten eines rapide steigenden Kreditbedarfs wachsende Bedeutung.

Der präzise recherchierte Band von Thomas Flemming und Hagen Koch macht die Berliner Mauer noch einmal in ihrer ganzen historischen Monstrosität erfahrbar, und es ist schwer zu sagen, was mehr beeindruckt: die Ausdrucksfähigkeit der Fotos und Dokumente oder die sprachlichen Feinheiten des Textes, der die Geschichte "eines politischen Bauwerks" von der ersten Berlin-Krise im Frühjahr 1948 bis zu den Verfahren gegen "Mauerschützen" nach der Wiedervereinigung übersichtlich zusammenfasst. Ein eindrucksvolles Buch, das dabei helfen wird, die Erinnerung an Täter und Opfer wachzuhalten. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Obwohl für hundert Jahre gedacht, hat das monumentalste und hässlichste Bauwerk des 20. Jahrhunderts die Millionenstadt Berlin nur 28 Jahre zweigeteilt. Genug, um in der Stadt markante Spuren zu hinterlassen. Thomas Flemming und Hagen Koch lassen Fakten sprechen und bisher nie veröffentlichtes Bildmaterial wirken. Minutiös und packend schildern sie die Geschichte der Berliner Mauer von ihrer Errichtung über Nacht bis zu ihrem spektakulären Abriss. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Es werden in diesem Buch erstmals ausführliche Einzelheiten im Rückblick auf ein menschenverachtendes Bauwerk mit Fotos und Dokumenten noch einmal in Erinnerung gerufen.Es ist nicht übertrieben dieses Buch als Standardwerk zu bezeichnen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Umfassend und informativ 17. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Vom Bau bis zum Fall der Mauer wird die Geschichte und der Umgang mit dem wohl tragischsten Bauwerk deutscher Geschichte beschrieben. Zahlreiche Fotos und Zeitdokumente untermalen zusätzlich, welche Folgen die Mauer für die Berliner hatte. Für Geschichtsfreunde und -interessierte bietet dieses Buch eine umfassende Dokumentation über die einzelnen Phasen der Mauer.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Es gibt zwei Sorten von Berlinern: Diejenigen, die die Mauer selbst bewusst erlebt haben und die anderen, die sie nur als Besucher oder aus Fotos und Erzählungen kennen. Das Buch "Die Berliner Mauer" von Thomas Flemming und Hagen Koch richtet sich an beide. Denn man braucht nicht glauben, nur weil man 28 Jahre lang in einer geteilten Stadt gelebt hat, kannte man auch die Mauer. Dieses Buch belehrt uns eines Besseren, was der Autor dieses Artikel bestätigen kann, der praktisch sein ganzes Leben nahe und zehn Jahre unmittelbar an der Mauer gelebt hat. Natürlich ist das im be.bra-Verlag erschienende Buch kein Fachbuch in dem Sinne, dass es für Experten geschrieben wurde, es ist auch kein Touristenführer. Wie man von dem Verlag gewohnt ist, wird einem die Vielfalt des Themas aus unterschiedlichen Blickrichtungen dargelegt, ergänzt durch eine Unmenge von Fotos, Zeichnungen, Dokumenten. Spannend geschrieben beginnen die Autoren mit dem Mauerbau selbst, den Ereignissen in der Nacht zum 13. August 1961. Die Abfolge der Ereignisse, Fotos der Abriegelungen, die Schüsse gegen Flüchtlinge, Erfahrungsberichte von Zeitzeugen - bei manchen Schilderungen kommt wieder das beklemmende Gefühl hoch, das man schon vergessen hatte. Anschließend geht der Blick nochmal zurück, auf die politische Lage, die zur Spaltung der Stadt und später zum Mauerbau führte. Die "Frontstadt" wurde im Kalten Krieg zum Spielball der Großmächte, die Berliner beider Seiten hatten darunter zu leiden. Und den Mund zu halten, denn Rechte hatten sie nicht. Das Verdienst des Buches ist es, dass es nicht nur - im wahrsten Sinne - einseitig berichtet, sondern stets den Blick von Ost wie von West auf das Geschehen wendet. Neben Bürgern beider Stadthälften kommen auch Grenzsoldaten zu Wort, manche oft unsinnige Befehle werden bekannt. Die Geschichte der Mauer ist die Geschichte von Schicksalen. Gerade dieser Aspekt wird nun kurz vor dem 40. Jahrestag des Mauerbaus sicher ausführlich beschrieben werden. Tatsächlich sind die zu Herzen gehenden Erzählungen aber nur ein kleiner Faktor, die "große Politik", oft sogar die Weltpolitik, bestimmten das Geschehen. So absurd und pervers die Teilung einer Großstadt durch eine Mauer war, so skurril sind manche Geschichten. Zum Beispiel hatte West-Berlin noch zwei Enklaven nahe der Stadt, aber dummerweise auf DDR-Territorium. Ein 12jähriger Junge musste täglich vom "Eiskeller" zu seiner Schule nach Spandau. Eines Tages gab er an, von Grenzpolizisten aufgehalten worden zu sein. Polizei und Alliierte wurden eingeschaltet, es gab politische Verwicklungen. Erst 20 Jahre später gab er zu, dass alles nur eine Ausrede war, weil er geschwänzt hatte. Zur Enklave Steinstücken führte eine 1 Kilometer lange Straße, von beiden Seiten durch die Mauer begrenzt. Wie ein nach oben offener Tunnel. Stichwort Tunnel: Natürlich geht das Buch auch auf die gelungenen und gescheiterten Fluchten ein. Auch die zahlreichen Desertationen von Grenzsoldaten waren für die Staatsführung ein Problem, die Zahl ging in die Hunderte. Flemming und Koch beschreiben den immer perfekteren Ausbau der Grenze, die verschiedenen technischen und organisatorischen Maßnahmen, mit denen die DDR-Bürger an einer Flucht gehindert werden sollten. Dass dies nie wirklich funktionierte, zeigt die Geschichte. Interessant ist auch der Teil des Buches, in dem die Autoren einige Überlegungen über das Wesen Mauer im Leben der Stadt anstellen. Die Bürger beider Seiten gewöhnten sich im Laufe der Jahre an die Grenze, man nahm sie irgendwann hin wie das Wetter, ärgerte sich dann und wann über sie, mehr war meist nicht. Ab den 70er Jahren gab es kaum noch Protestaktionen, die wenigen wurden von beiden Seiten verhindert, wie z.B. die des US-Bürgers John Running, der schließlich von der US-Army festgenommen und nach Amerika abgeschoben wurde. Die Mauer in Berlin - auch darauf weist das Buch hin - das waren eigentlich zwei Mauern. Während die DDR-Bürger vor allem die Hinterlandmauer als "die Mauer" bezeichneten, war es für die Westberliner der 3,60 Meter hohe Wall mit der Röhre oben drauf. Dies ist bezeichnend für die unterschiedlich Wahrnehmung dieses als "eines der größten Bauwerke der Welt" bzeichnete Monstrum, das unsere Stadt 28 Jahre lang in der Mitte teilte. Noch immer gibt es viele Stellen, an denen der Verlauf der Mauer oder sogar einige Reste von ihr zu sehen sind, große Grundstücke inmitten der Stadt liegen noch immer brach, die Narben sind noch sichtbar. Vielleicht bleiben es einige von ihnen noch Jahrzehnte. Auf jeden Fall aber bei denen, die die Mauer noch aus eigener Erfahrung kennen. Das vorliegende Buch jedenfalls gibt einen hervorragenden Einblick in das was sie mal war - Die Berliner Mauer.
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