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Berliner Macht
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VINE-PRODUKTTESTERam 12. Dezember 2010
"Naja, angeblich ist Deutschland ja eine Überflussgesellschaft.
Nur hier am Gesundbrunnen kommt dieser Überfluss halt schon lange nicht mehr an."

Vergleicht man die bekanntesten Ecken der beiden Berliner Bezirke Prenzlauer Berg und Wedding miteinander, wird man nur sehr wenige Gemeinsamkeiten finden: Im Prenzl' Berg lebt die immer gut gekleidete, "hippe" und aufstrebende Umhängetaschen-Generation. Sie treffen sich zu jeder beliebigen Zeit mit ihren Freunden in einem Café, das zwar alternativ aussieht, in Wirklichkeit aber von einem angesagten Architekturbüro designt wurde. Die Mieten sind für einen durchschnittlich verdienenden Menschen kaum noch zu zahlen, haben aber gleichzeitig noch nicht die Obergrenze erreicht. Hier lebt man also, wenn man es geschafft hat. Oder wenn die Eltern ihr Vermögen in eine Eigentumswohnung investiert haben.
Der ehemalige Arbeiterbezirk Wedding ist in einigen Ecken weit weniger gemütlich. Ein Großteil der Bevölkerung ist entweder arbeitslos oder versucht seine Familie mit Jobs im Niedriglohnsektor zu ernähren. Es gibt auch schöne und aufstrebende Ecken, die allerdings nicht prägend auf den Bezirk wirken.
Auch Markus Kappel, Hartz-IV-Empfänger und sozial isolierte Seele, lebt im Wedding. Seine Mutter hatte bis zu ihrem Tod die volle Kontrolle über sein Leben. Sie übernahm alles für ihn und verhinderte so, dass er ein selbstbestimmtes Leben führen konnte. Da er seinen erlernten Beruf (Rundfunk- und Fernsehtechniker) nicht ausüben kann, erhält er mehrfach von seinem Job-Center so genannte 1€-Jobs in sozialen Einrichtungen vermittelt. Weil er sich generell mit Elektrizität gut auskennt, erhält er ab und an auch das Angebot kleine Aufträge zu erledigen. Eines Tages schafft er es sogar an einen sehr lukrativen Detektivauftrag zu gelangen. Dies kommt allerdings erst heraus, als Markus' Leiche stark verwest in seiner Wohnung aufgefunden wird und der zuständige Kommissar Mannheim mit seinen Ermittlungen beginnt.
Mannheim entdeckt sehr schnell Spuren, die in den Prenzlauer Berg und direkt in einen politischen Machtkampf führen, der zu weiteren Mordopfern führt.

Ullrich Wegerich hat sich in seinem zweiten Roman an ein sehr spannendes und interessantes Thema gewagt. Leider ist es im nicht durchgängig gelungen mich als Leser zu packen. Mehrmals habe ich längere Passagen gelesen, die wirklich wundervoll geschrieben waren und mich begeisterten. Sie beinhalteten ausreichend Spannung, die Wortwahl war hervorragend und man konnte den Text sehr flüssig lesen.
Dann gab es wiederum Abschnitte, in denen einige Aspekte mehrfach erwähnt wurden (z.B. Beschreibung eines Politikers) oder eine Sache ganz unterschiedlich beschrieben wurde. Auch die Einführung von neuen Personen und Orten war mir etwas zu hölzern. Allerdings bessert sich dies im Laufe des Buches enorm.
Diese Kritikpunkte sollen auch auf keinen Fall die Gesamtleistung des Autors schmälern. Ich denke, dass er ein ziemliches Potential hat. Allerdings fehlt noch ein bisschen Raffinesse für den großen Durchbruch. Doch das macht in gewisser Weise auch die Übung.
Daher werde ich seine zukünftigen Werke auf jeden Fall auch unter die Lupe nehmen.
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am 22. November 2011
Berliner Macht
Ein Berlin-Krimi über einen tot aufgefundenen Hartz-IV-Empfänger, okay. Geschrieben von einem Autor, der über die kritische Theorie Max Horkheimers an der Freien Universität Berlin promoviert hat. Auweia. Das riecht nach bemühter Prosa, um sich mal locker im Kopf zu machen und/oder die gesellschaftlichen Verhältnisse anzuprangern. Kann er ja machen, aber will ich das lesen? Und dann ist der Krimi plötzlich an einem einzigen Wochenende ausgelesen, obwohl doch gar keine Zeit dafür da war... Mit einer verwesten Leiche in einer Weddinger Wohnung geht es los, und es endet - halt, selbst lesen! Dazwischen landen wir mit der Geschichte im Deutschen Bundestag, das LKA kommt ins Spiel und immer wieder gibt es neue Wendungen, die dazu führen, dass man "nur noch ein Kapitel lesen" muss. Da kennt sich jemand aus mit den Verwerfungen, die ein Leben in materieller Armut so mit sich bringt, aber es ist eben in erster Linie ein spannender Krimi, der ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. In manchen Passagen wird den Leser(inne)n zwar nicht ganz getraut, und so wirken einige Dialoge etwas gestelzt, damit wir auch wissen, was genau gemeint ist, wenn z. B. von MAE-Stellen die Rede ist (bitte selbst googeln!). Das wird jedoch mehr als wettgemacht durch eine akribische Recherche. Im Gegensatz zu mancher Berliner Tatort-Folge, wo jemand im Wedding in die U-Bahn einsteigt und zwei Stationen weiter plötzlich in Steglitz aussteigt, hat Ullrich Wegerich jedes Detail liebevoll und korrekt angeordnet. Spannend, kurzweilig und zwischendurch dann doch ab und zu zum Nachdenken über die gesellschaftlichen Verhältnisse...
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