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Berliner Kindheit um neunzehnhundert: Fassung letzter Hand (suhrkamp taschenbuch) Taschenbuch – 30. Januar 2006


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 116 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (30. Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518457594
  • ISBN-13: 978-3518457597
  • Größe und/oder Gewicht: 10,8 x 0,8 x 17,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Walter Benjamin wurde am 15. Juli 1892 in Berlin geboren und nahm sich am 26. September 1940 auf der Flucht vor der Gestapo an der spanischen Grenze das Leben. Er war ein deutsch-jüdischer Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Literaturkritiker und unter anderem Übersetzer Balzacs, Baudelaires und Marcel Prousts. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 24. August 2006
Format: Taschenbuch
Wenn man sich an seine Kindheit und Jugend erinnert, dann geht das kaum, ohne die eigene Position im Hier und Jetzt mit einzubauen. So richtet auch der deutsche Philosoph und Literaturkritiker Walter Benjamin in "Berliner Kindheit um neunzehnhundert" seinen Blick in die Vergangenheit und verknüpft die Kindheitserinnerungen an mehreren Stellen mit seiner Gegenwart: Anfang der 30er Jahre, schon unter dem Schatten der heraufziehenden Nazidiktatur, zeichnete er in den Miniaturen verklärte Momentaufnahmen einer glücklichen, bürgerlich-sicheren Kindheit, aber er erkannte auch erste Anzeichen für die Saat der Barbarei, die ihm die Gegenwart vergällte. Intime Einblicke in das Schlafzimmer eines kranken Kindes, Odysseen durch Berliner Gärten und Parks, alte Kinderverse, missverstandene Märchen, heimelige Besuche bei Verwandten wechseln sich ab mit Beschreibungen des wilhelminischen Deutschland, wie beispielsweise eines Gangs zur Siegessäule oder der ruckartigen Reise um die Welt in der Bilderschau des "Kaiserpanoramas". Zu Recht gilt diese Sammlung von Momentaufnahmen aus der Kindheit im Kaiserreich als eine der eindrücklichsten deutschsprachigen Autobiografien.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Dichtung&Kritik am 17. Oktober 2003
Format: Gebundene Ausgabe
Walter Benjamin beschreibt in diesem Werk seine Kindheitserinnerungen, Erinnerungen an das Berlin um die Jahrhundertwende - und dies in kurzen Kapiteln, von denen aber jedes seine kleine Perle enthält: Den warmen Apfel im Winterofen, die Hinterhöfe, die langen Kindheitsnachmittage, die Düfte - in allegorischen Bildern steigen Benjamins Erinnerungen aus dem Buch, zeichnen das leuchtende oder fragende oder suchende Gesicht des jungen Benjamins vor den Häusern und Straßen und Menschen Berlins - und machen das Buch so zu einem äußerst liebenswerten Zeitdokument.
Mir wurde das Buch von meinem besten Freund geschenkt, es hat mich lange begleitet, viele eigene Erinnerungen geweckt und mich an den Zauber meiner eigenen Kindheit erinnert. Schön ist es auch, dieses Buch zu lesen, wenn man Benjamin besser kennt oder sich anschließend mit seinem späteren Leben beschäftigen will - denn woher kommt eigentlich der Mensch Benjamin? Aus einer bunten Kindheit - aus einem für immer vergangenen, aber erinnernswerten Berlin. Ein wunderschönes Buch.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von amazone am 1. Juni 2008
Format: Taschenbuch
Um Spaß an diesem Buch zu haben, ist etwas Abgeschiedenheit gut; die Sprache erschließt sich nicht auf Anhieb. Es enthält kleine Texte, die in den Dreißiger Jahren entstanden sind und von Erlebnissen des 1892 geborenen Autors während seiner Kindheit handeln. Walter Benjamin starb 1940, während er sich auf der Flucht aus Deutschland befand. Das Buch ist mit einem Nachwort von Theodor W. Adorno versehen, der die Texte auch 1950 erstmals herausgab.

Vieles, was hier über das Berlin der Jahrhundertwende geschildert ist, erscheint auch heute nur zu bekannt: Die Hinterhöfe, die einen eigenen Mikrokosmos aus im Pflaster eingelassenen Bäumen, Teppichklopfern und Gartenstühlen bilden, die Siegessäule, deren Anspruch auf Ehrerbietung vor kriegerischen Großtaten den Autor irritiert, der Zoo, in dem der Autor sich vor allem am Fischotter-Gehege aufhält. Dann gibt es wieder die eher zeitgebundenen Schilderungen wie die über das mechanische, kinoähnliche Kaiserpanorama", die Schmetterlingsjagd oder die Faszination des Telefons. Schließlich schreibt der Autor über Orte oder Gegenstände, die sich auch in der Gegenwart noch finden, deren Zeitalter aber eigentlich das des Autors war, wie die Markthalle oder das blaue Zwiebelmuster".

Einige Erlebnisse sind schlicht private Begebenheiten und Eindrücke und in keiner Weise historisch gebunden.
"Die Uhr im Schulhof sah beschädigt aus durch meine Schuld. Sie
stand auf ,zu spät'."
Nicht nur das Kapitel Zu spät gekommen" zeugt von der melancholischen und ironischen Selbstbeobachtung des Autors.
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