In der Philosophenwelt an der (welcher?) Berliner Universität spielt der Kriminalroman-Erstling "Berliner Aufklärung" (Goldmann 45315 - Erstauflage 1994) von Thea Dorn, der sogar mit dem Raymond Chandler-Preis ausgezeichnet wurde. Anja Abakowitz, philosophische Studienabbrecherin, die eine "Philosophische Praxis für Lebensfragen" hat, wird (ungeklärt warum) ausgerechnet von einer Professorin, Rebecca Lux, mit der sie während ihres Studiums zu tun hatte, um Hilfe bei der Aufklärung des Mordes an Professor Rudolf Schreiner, einem Nietzsche-Verehrer, ersucht. Sie wird nämlich selbst des Mordes an ihm, bei dem er in 54 (!) Teile zerlegt und in die Postfächer des Philosophischen Instituts verteilt wurde, verdächtigt. Kurz darauf kommt auch Frau Professor Lux durch ein Messer zu Tode. Für die Polizei ist die Lösung einfach: Frau Professor Lux hat Herrn Professor Schreiner ermordet und, nachdem der Verdacht auf Sie gefallen ist, Selbstmord begangen. Anja Abakowitz glaubt jedoch nicht, daß sie Professor Schreiner ermordet hat und auch nicht an ihren Selbstmord. Daraufhin beginnt sie selbst primär im Umfeld des Philosophischen Instituts zu ermitteln. Spät, aber für sie nicht zu spät, kommt sie dem Mordmotiv und damit dem Täter auf die Spur und zelebriert ein dramatisches Finale. Insgesamt ein nicht unspannender Roman im Umfeld von Philosophen, von denen eine nicht unerhebliche Anzahl einen psychischen Knacks hat. Aufgrund der Vorschußlorbeeren hat man sich jedoch mehr erwartet.