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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003
Carmen-Francesca Bancius "Geschichten aus der Hauptstadt" haben Rezensent Anton Thuswaldner nicht gerade vom Hocker gerissen. Die kleinen Texte erscheinen Thuswaldner als eine Mischung von "zur Schau gestellter Lebensweisheit und Selbstvergewisserung". Das erklärt für ihn auch den "sonoren melancholischen Ton", der über Bancius Prosa liegt. Thuswaldner hält der Autorin vor, dass sie sich geradezu zwinge, ihr Berlin zu lieben. "Sie macht die Augen weit auf", glaubt Thuswaldner, "weil alles, was auf sie einstürmt, wichtig ist. Sie hält sich dazu an, gut und schön zu finden, was ihr unterkommt." Das geht für Thuswaldner zu Lasten der Reflexion und führt überdies zu einer "penetranten Menschenfreundlichkeit und schlechtem Stil". Überhaupt schreibe Banciu nur mit halber Kraft, findet Thuswaldner. In ihrem Bestreben, nirgends anzuecken, bringe sie nur Texte zustande, die allzu lieb anzusehen seien. "Diese Prosa wird nie heiß, nie kalt", resümiert der Rezensent, "sie ist lauwarm."
© Perlentaucher Medien GmbH
Carmen-Francesca Bancius "Geschichten aus der Hauptstadt" haben Rezensent Anton Thuswaldner nicht gerade vom Hocker gerissen. Die kleinen Texte erscheinen Thuswaldner als eine Mischung von "zur Schau gestellter Lebensweisheit und Selbstvergewisserung". Das erklärt für ihn auch den "sonoren melancholischen Ton", der über Bancius Prosa liegt. Thuswaldner hält der Autorin vor, dass sie sich geradezu zwinge, ihr Berlin zu lieben. "Sie macht die Augen weit auf", glaubt Thuswaldner, "weil alles, was auf sie einstürmt, wichtig ist. Sie hält sich dazu an, gut und schön zu finden, was ihr unterkommt." Das geht für Thuswaldner zu Lasten der Reflexion und führt überdies zu einer "penetranten Menschenfreundlichkeit und schlechtem Stil". Überhaupt schreibe Banciu nur mit halber Kraft, findet Thuswaldner. In ihrem Bestreben, nirgends anzuecken, bringe sie nur Texte zustande, die allzu lieb anzusehen seien. "Diese Prosa wird nie heiß, nie kalt", resümiert der Rezensent, "sie ist lauwarm."
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Kurzbeschreibung
Berlin oder Paris? Diese Frage stellt sich für die rumänische Autorin längst nicht mehr. In ihren autobiografischen Reportagen und literarischen Miniaturen entdeckt sie begeistert ihre neue Heimat Berlin. »Ein empfehlenswertes Berlinbuch, ein spannender Werkstattbericht.« Frankfurter Rundschau
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Broschiert
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Über den Autor
Carmen-Francesca Banciu, 1955 im rumänischen Lipova geboren, studierte Kirchenmalerei und Außenhandel in Bukarest. Die Verleihung des Internationalen Kurzgeschichtenpreises der Stadt Arnsberg hatte für sie 1985 ein Publikationsverbot in Rumänien zur Folge. Seit 1991 lebt sie mit ihren drei Kindern als freie Autorin in Berlin, schreibt Beiträge für den Rundfunk und leitet Seminare für kreatives Schreiben. Bei Rotbuch erschienen der Erzählungsband Fenster in Flammen (1992), Filuteks Handbuch der Fragen (1995) und zuletzt der Roman Das Lied der traurigen Mutter (2007).
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