Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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75 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Nichts für ehrliche Ratsuchende, 13. April 2008
Leider kann man nicht, keinen Stern vergeben, daher also dieser erzwungene 1 Stern.
Sollte dieses Buch ironisch gemeint sein, erschließt sich mir diese Ironie beim Lesen nicht. Es wurde als Ratgeber beworben und so kaufte ich es mir, wollte einfach mal sehen was es für Tips gibt, mit wenig Geld durch Berlin zu kommen - und wurde bitter enttäuscht.
Denn, ich bin ein ehrlicher Mensch und so nützen mir Tips wie "Nehmen Sie doch den Regenschirm aus dem Ständer im Restaurant einfach mit, gehört wahrscheinlich eh keinem" oder "Setzen Sie sich in eine Hotellobby da können Sie umsonst Zeitungen lesen und tun halt so ob Sie auf jemanden warten" oder "Markieren Sie Ihre Fahrkarte des öffentlichen Nahverkehrs vor dem Stempeln mit Klebstift, dann können Sie den Stempel wieder abwischen" - etc. pp. - nein diese Tips nützen mir nichts. Auch will ich mir keinen Presseausweis in Thailand (da kommen ja so viele Arme hin) fälschen lassen. Auch die seitenlange Beschreibung eines Aufenthaltes auf Bali nützt mir nichts. In die freie Natur will ich als Dame auch nicht urinieren (als Mann würde ich es übrigens ebenfalls unterlassen) und für einen Euro kochen konnte ich auch vor der Lektüre dieses Büchleins schon ohne auf den mehrmals gepriesenen wild wachsenden und dann ja wohl wie oben beschrieben "gedüngten" Bärlauch Berlins zurückzugreifen. Ladendiebstahl mit bei der Ertappung Angabe eines falschen Namens kommt für mich auch nicht in Frage. Die Karte mit den Standorten von Obstbäumen und Spargelvorkommnissen ist nur was für ganz Ortskundige die sie dechiffrieren können.
Ich muss nicht aufs Amt und brauche also die Anleitung zum Besch....en desselbigen auch nicht, Kosmetikartikel kaufe ich mir selbst und brauche sie nicht in einem Restaurant schnorren.
Der Autor, ein ehemaligen Dorfschullehrer in Ostdeutschland, hat sehr wenig Gefühl für Anstand. Er meint wohl die Open Air Konzerte zu denen ich mittels einer mitgebrachten Klappleiter über den Zaun steigen soll, finanzieren sich von allein? Glaubt, das Restaurant das Kosmetikartikel für seine (zahlenden) Gäste zur Verfügung stellt bekommt diese geschenkt? Der zitierte zu stehlende Schirm gehört vielleicht doch jemanden und der hat dafür bezahlt? Warum soll die Firma Wall eine City Toilette umsonst anbieten? Hallo? Schon angekommen in der freien Marktwirtschaft? Offensichtlich nicht so ganz...
Gemein ist dabei, Lebenskunst mit Schnorrertum gleichzusetzen.
Geschrieben ist das Buch weder witzig noch unterhaltsam sondern eher mit dem Tenor jeder der Geld ausgibt und Steuern zahlt ist eh doof, gewürzt mit diesem "ich weiß eh alles besser" Ton der heute oft zu lesen ist.
Ich wünsche den Autoren, daß sich das Büchlein recht gut verkauft, dann sind sie nämlich schnell wieder im Reigen der "dummen" Steuerzahler und aus ist es mit Hartz IV und anderen Freizeitbezahlungen. Freizeit, ein Gut übrigens, obwohl reichlich bei ihm vorhanden, kommt überraschenderweise nicht im Buch vor. Natürlich kann jeder einmal in eine Notlage kommen doch dieses Buch hilft ihm sicher nicht dabei sich daraus zu befreien oder die Lage zu verbessern, jedenfalls nicht wenn er einen Funken Anstand und Ehrlichkeit in sich trägt.
Anyway, hier noch mein Favorit der "Tips": Fliegen Sie doch für 19 Euro mit dem Billigflieger in eine europäische Hauptstadt und schlafen auf der Parkbank, das ist überall kostenlos" - Menschenskinder, wenigstens ordentlich recherchieren hätte man können, das weiß doch jeder daß das One Way ist, na gut vielleicht soll der Arme ja dort bleiben, aber meist kommen noch Steuern und Gebühren dazu und der Oberknaller ist die Parkbank, die müsste dann schon nahe beim Flughafen stehen, wenn man kein Geld in einer der europäischen Hauptstädte ausgeben soll, denn meist verschlingt schon alleine die Busfahrt in eben diese Stadt mehr als der Flug.
Dieses Buch ist nur ärgerlich, gibt nur ganz ganz wenig gute Ratschläge das jedoch zu einem, für jemand mit wenig Geld, heftigen Preis. Mag sein, es hat bei mir seine Zielgruppe verfehlt.
Aber, meine geschilderte Auswahl an eher Tricks als Tips aus diesem Büchlein, kann ja auch als kostenlose Werbung gesehen werden, passt doch, oder?
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geniales Buch mit falschem Titel, 26. März 2008
Was den Titel "Berlin für Arme" angeht, könnte man meinen, dass es sich bei dem Buch der Wagners um eine bloße Sammlung von Tipps und Tricks für in der Hauptstadt lebende Studenten oder Hartz vier - Empfänger handelt. Doch das Buch ist viel mehr! Es ist eine unglaublich witzig und elegant geschriebene Abhandlung über das Phänomen materieller Armut. Die Wagners machen ihren Lesern Mut. Auch mit wenig Geld lässt es sich ihrer Meinung nach gut und würdevoll leben, besonders dann, wenn man der eigenen Situation mit Humor, Erfindungsreichtum und einem gesunden Selbstbewusstsein (vor allem im Umgang mit Behörden) begegnet. Doch auch die praktischen Tipps des Buches sind Gold wert: Wie kommt man umsonst zu spannender Lektüre? Für wenig Geld in die Oper oder ins Theater? Wie kann man für nur einen Euro pro Nase am eigenen Herd ein schmackhaftes Menu zusammenbrutzeln? Für seine Armut zu schämen braucht sich laut Bernd und Luise Wagner heutzutage keiner mehr: wer es noch nicht ist, kann es jederzeit werden. In diesem Sinne ist das Bändchen für jedermann nicht nur lesenswert, sondern, durch den schrägen und intelligenten Witz der Autoren, auch extrem erheiternd.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut leben - ohne Geld, 8. Oktober 2008
Ratgeber zum Umgang mit Geld und Tipps zum Sparen gibt es viele, der Inhalt variiert selten. "Berlin für Arme" hält jedoch viele neue Ideen bereit, was daran liegen mag, dass dies ein Buch ist, das von zwei Menschen geschrieben wurde, die wissen, wovon sie reden. Die Autoren trotzen der Armut schon seit Jahren, haben gute wie schlechte Erfahrungen gemacht. Sie gehen das Thema mit viel Ironie an, stellen Armut nicht als einen bedauernswerten Zustand hin, mit dem das Leben vorbei ist. Aber dabei bleibt der Unterton doch immer ein ernster, nie geben die Wagners der Armut einen lächerlichen Anstrich, bei allen satirischen Einblicken in den Alltag der armen Berliner gibt es doch einen traurigen Unterton.
Die Tipps, die die Autoren geben, sind selbsterprobt und man kann nur staunen, welchen Erfahrungsschatz und Erfindungsreichtum Bernd und Luise Wagner besitzen. Allzu oft aber gibt es Anregungen, die sich in einer rechtlichen Grauzone ansiedeln - oder ganz und gar ungesetzlich sind. Sicher handelt es sich hier um vergleichsweise harmlose" Verbrechen, unrecht und strafbar sind sie aber trotzdem und der Titel das Buches lautet schließlich nicht Berlin für Kriminelle". Das größte Problem hierbei ist, dass die Tipps immer noch gut sind und zum Nachahmen, sofern man den Mut dazu hat, geeignet. Zwar stiften die Autoren nie an, teilweise raten sie sogar ab und erzählen von eigenen, eher schlechten Erfahrungen, beispielsweise mit dem Diebstahl, trotzdem ist es bedenklich, Ratschläge wie diese zu geben, wo es unter den Armen genug Menschen gibt, die ohnehin nichts mehr zu verlieren haben.
Abgesehen von diesem Manko ist das Buch aber sehr gelungen. Es fängt den Charme von Berlin gut ein und beweist, dass man in dieser schönen Stadt auch dann gut leben kann, wenn man wenig Geld hat - und wie man auch als armer Mensch seine Würde behält. Ein breites Themenspektrum wird abgedeckt, von Nebenverdiensten über Urlaubsmöglichkeiten bis hin zu Erkältungsrezepten gibt es viele alltagstaugliche Ratschläge. Auch das Adressenverzeichnis am Ende des Buches ist ein wahrer Schatz für Arme und Geizige. "Berlin für Arme" macht nicht nur Spaß, es macht auch Hoffnung, spendet Trost und hilft dabei, den Kontostand in schwarzen Zahlen zu halten.
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