bassa - das sind sympathische junge Leute aus der großen Stadt Berlin. Ganz selbstverständlich bedienen sie sich klassischer Tango-Elemente und würzen diese mit Einflüssen aus afrikanischen, orientalischen und anderen südamerikanischen Stilelementen. Eine Prise Jazz noch dabei und manches sonst, was man in dieser Stadt tagsüber im Park, nachts in feinen Clubs oder urbanen Hinterhöfen, in Kellern und S-Bahnbögen hören kann. So entdeckt bassa den Tango auf angenehme Weise neu und nimmt den Zuhörer mit auf die Reise durch bassas Welt - addiert Typisches mit Untypischem - ist gefühlvoll und geht tief, bleibt dabei aber immer auch leicht, ist verspielt und doch nie unernst.
Das Gegenspiel und das Miteinander von Klarinette und Geige hat Charme und viel Gewinnendes. Die Zurückhaltung und doch zugleich Virtuosität der Rhythmusgruppe ist angenehm und auch immer wieder überraschend. Die Gitarre setzt sich selbstverständlich dazwischen, mal dienend im Hintergrund, mal drängt sie selbstbewusst ans Licht und konzentriert die Aufmerksamkeit des Zuhörers auf sich. In den Arrangements spürt man das Bemühen um ein Miteinander, das dennoch jedem Einzelnen Platz lässt für die eigene Entfaltung. Da wird nicht gestritten, auch keiner 'untergebuttert'. Da hat Jeder seinen Platz und seinen Anteil - und wird dem auch gerecht.
Natürlich entgeht Einem die führende Rolle von Beatrix Becker (Klarinette) nicht. Sie führt deutlich - ist immer präsent, hat und verbreitet Freude an und mit ihrem Spiel - ist dennoch nie aufdringlich. Miriam Erttman (Violine) hat den kongenialen Part zu Beatrix Becker und füllt diesen auch aus. Die Beiden sind Freundinnen, was man hört - meine ich.
Sven Elze (Percussion) klopft, trommelt, raschelt im Hintergrund - fast zu schade dafür! Ganz selbstverständlich ist er einfach da, gibt dem Ganzen einen Rahmen und ergänzt bassa doch um interessante Facetten. Wer genau hin hört, wird viel Überraschendes entdecken.
In diesen Rahmen legt Alexander Semrow (Bass) seinen Teppich, auf dem bassa sich wohl fühlt und tummelt. Unaufgeregt und gekonnt spielt er seinen 6-Saiter. Manchmal bemerkt man ihn kaum - dennoch würde er fehlen, wäre er nicht da.
Bleibt Takashi Peterson (Gitarre). Seine Kompositionen machen Spaß und sein Gitarrenspiel begeistert mit erstaunlicher Vielfalt und Virtousität - mal ganz der Latino, mal der begleitende Band-Gitarrist, bei nächster Gelegenheit zaubert er orientalische Klänge aus seiner Gitarre und wenig später ist da der filigrane Saitenkünstler.
Alles in Allem: Ich will diese CD gern empfehlen! Je häufiger ich sie höre, um so sicherer bin ich mir in diesem Urteil.