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Ähnlich erging es einigen der von Philipp Oswalt in Berlin_Stadt ohne Form vorgestellten 30 Projekte. Der Entwurf des Baukünstlers Daniel Libeskind für den Alexanderplatz erhielt über den zweiten Preis hinaus keine Anerkennung und das mit einem 1. Preis bewertete "Hochhaus an der Bornholmer Straße" des niederländischen Büros MVRDV wurde nicht ausgeführt. Diese wie viele andere Ideen progressiv denkender Architekten scheitern oft an der Vorstellung der "Kritischen Rekonstruktion" Berlins durch einflussreiche Personen in der Berliner Senatsverwaltung. Nur wenige der hier vorgestellten Bauten können heute im Berliner Stadtbild bestaunt werden, wie etwa die Nordischen Botschaften oder das Bürohaus am Halensee von Hilde Léon und Konrad Wohlhage. In Bau befindet sich die Botschaft der Niederlande des Architekten Rem Koolhaas.
Den Projekten vorangestellt hat der Architekt und Autor Oswalt neun Essays, die die Berliner Stadtgeschichte und die hieraus resultierenden Bauentwicklung thematisieren. Die Projekte selbst werden durch fachkundige Texte des Kritikers Rudolf Stegers erläutert und mithilfe von zahlreichen Schwarzweißabbildungen, Modellfotos, Skizzen und Schnitten dargestellt.
Nach all den bunten Bildbänden über das neue Berlin erweist sich diese Publikation zu Strategien einer anderen Architektur als gelungene provokative Ergänzung. Ein interessantes und wichtiges Buch für jeden Architektur- und Städtebauinteressierten. --Stefan Meyer
Meu. Nach all den bunten Bildbänden und offiziellen Darstellungen des Neuen Berlin erweisen sich Philipp Oswalts «Strategien einer anderen Architektur» als notwendige, freilich provokative Ergänzung. Oswalt hat die Früchte seiner langjährigen publizistischen Arbeit zu einem Paperback zusammengefasst und damit den vielfach unrealisierten Ideen der jungen Generation ein Forum geschaffen. Der Architekt und Autor legt darin eine messerscharfe Analyse der Berliner Stadtgeschichte vor, leitet daraus in neun Essays architektonische Phänomene ab und belegt diese «Theorie» schliesslich anhand von knapp 30 Projekten. Auffällig ist vor allem, dass Begriffen wie Leere, Kollision und Zerstörung jeweils ganze Kapitel gewidmet sind. Nicht die aktive Handlung des Städtebauers und des Architekten stehen also im Vordergrund, sondern historische Ereignisse, deren Auswirkungen vom Planer und Gestalter nur als Zaungast verfolgt werden können. Mit diesem Ansatz verlässt Oswalt den Pfad der klassischen Theorie, die schliesslich auf Kontinuitäten und Weiterentwicklungen auf aktiven Handlungen aufbaut. Das Buch ästhetisiert städtebauliche Brüche und architektonische Utopien. Auch wenn der Titel «Stadt ohne Form» mehr semantische Spielerei ist und sich an Rem Koolhaas' Theorie der «Stadt ohne Eigenschaften» anlehnt, handelt es sich bei Oswalts Publikation doch um eine inhaltliche Bereicherung der Debatte. Viele der dargestellten Projekte sind wenn sie nicht wie etwa die Nordischen Botschaften oder die Halenseer «Zitrone» realisiert wurden einer breiteren Öffentlichkeit bislang verborgen geblieben. Dieser Band, dessen Aufmachung an Koolhaas' «Delirious New York» erinnert, ist ein Standardwerk für alle an Berlins Architekturentwicklung interessierten Leser.
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