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Berlin ... Endstation: Roman
 
 
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Berlin ... Endstation: Roman [Taschenbuch]

Edgar Hilsenrath
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423137835
  • ISBN-13: 978-3423137836
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 254.035 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Eine zotige Liebeserklärung an die deutsche Sprache.«
suite101.de Mai 2010

Kurzbeschreibung

Westberlin 1975. Der erfolglose jüdische Autor Joseph Leschinsky kehrt aus den USA zurück ins Land der Täter und in die Sprache, die er noch immer liebt. Er bezieht ein Zimmer bei einer alten Dame, die den Davidstern an einer Kette um den Hals trägt. Doch hinter der bürgerlichen Fassade lauert das Ressentiment: Seine Wirtin verehrte den Führer, erst nach dem Krieg tauschte sie bei ihrer Heirat das Hakenkreuz gegen den Davidstern.
Nach und nach gewinnt »Lesche« Boden und trifft die Literaturszene im »Zwiebelfi sch«. Als sein Roman von einem Verleger angenommen und als Spitzentitel verkauft wird, erntet er späte Lorbeeren. Doch die Vergangenheit ist nicht vorbei ...

»Einer der größten deutschen Stilisten.« Die Zeit


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Permanenz der Diaspora 4. September 2009
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der deutsche Jude Edgar Hilsenrath hat im Jahr 2006 einen weiteren Roman veröffentlicht, der das Thema seines Lebens in den Mittelpunkt stellt: Den Holocaust und das Elend des Exils. Mit dem Roman Endstation Berlin greift Hilsenrath in das unerschöpfliche Erfahrungsreservoir des Exilierten, den es über Frankreich in die USA trieb und von wo er Jahrzehnte später nach Deutschland zurückging. Nicht ungewöhnlich, aber selten, nicht halsbrecherisch, aber couragiert. Die von Hilsenraths biographischer Substanz getränkte fiktive Figur Joseph Leschinsky, genannt Lesche, erfährt es kurz vor seiner geplanten Rückkehr nach Deutschland von einem jüdischen Kollegen im Emigrantencafé in der 86. Straße. In Deutschland, so bedeutet ihm dieser, brauchst du nach keinem Holocaust-Denkmal zu suchen, Deutschland ist ein einziges Holocaust-Denkmal, überall.

Lesche lässt sich nicht abhalten, er ist Schriftsteller, er braucht die deutsche Sprache, ihn treibt es über London und München nach Berlin, wo er sich niederlässt und sogar Fuß fasst. Romane, die die amerikanischen Verlage nicht drucken wollten, finden hier in kleinen Häusern ihre Resonanz, der findige, lebensbejahende Lesche, der dennoch seine Albträume und sein Trauma nie los wird, erwirbt sich in kurzer Zeit eine bescheidene Existenz. Als jüdischer Schriftsteller gewinnt er aber immer mehr das Gefühl, dass alle ihm zeigen wollen, nein, wir sind nicht so, wie du denkst, wir waren das nicht, oder wir haben aus der Geschichte gelernt. Lesche entdeckt das Thema des Holocaust gegen die Armenier im Jahr 1915 für sich, er recherchiert, inspiriert durch den berühmten Roman Franz Werfels, der schon vor dem industriellen Vernichtungszug gegen die deutschen Juden das Thema zu einer großen Metapher für die systematische Entwertung der Existenz und das Fanal einer Gegenwehr gegen deren Siegeszug machte.

Vor Lesches Haustür tauchen die ersten Nazi-Parolen gegen ihn auf, den jüdischen Schriftsteller, der sich nie wieder verstecken will. Lesche fliegt in die USA, nach San Francisco, um Material zu dem Armenierthema zu recherchieren, macht auf dem Rückweg einen Stopover in New York, wo er noch mal Gelegenheitsjobs wahrnimmt, um nicht zu vergessen, wie das war, besucht alte Freunde und kehrt nach Berlin zurück. Dort plant er den großen Armenierroman, arbeitet für eine Reportage über die Obdachlosen in Berlin, verliebt sich in eine junge Armenierin und macht den Eindruck, als gelänge ihm die Rückkehr. Doch kurz aufeinander folgende Schlaganfälle werfen ihn aus der Bahn und als er, rekonvaleszent, mit dem Rollstuhl durch sein Viertel fährt, lauern ihm Jungnazis auf und zertrümmern ihm mit einem Baseballschläger den Schädel.

Endstation Berlin liest sich wie die letzte Sequenz des Bewusstseins vor dem Tode, die die verhafteten biographischen Stationen noch einmal Revue passieren lassen. In der burschikosen Finesse, dem humordurchtränkten, unvernichtbaren Lebenswillen des Joseph Leschinsky und seines Weges durch die Romanhandlung zeigt sich die Irreversibilität des bereits Geschehenen. Die Vernichtung, die unsägliche, führt zu keinem Happy End. Auch wenn man sich bei der Lektüre immer wünscht, Lesche möge noch viele Bücher schreiben und auch verkaufen, seine Schelmenstücke fortsetzen und das Glück einer späten Liebe genießen. Das Urteil steht bereits in den längst veröffentlichten Annalen: Brutales Ende, kein Trost!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Endstation: das ist die Stadt Berlin für den aus Amerika zurück gekehrten Schriftsteller Joseph Leschinsky, genannt Lesche.

In einem feuilletonistischen Parforceritt durch die siebziger und achtziger Jahre berichtet der erfolglose Schriftsteller Lesche, wie es ihm nach 36 Jahren Exil in den Staaten nun in Berlin gefällt. Er ist 58 Jahre alt aber kein bisschen alt geworden. Ein wenig Halbstarker, ein wenig Filou,--gerade die richtige Mischung, um in Deutschland und der westdeutschen Enklave Berlin Beobachtungen aufzuzeichnen und Erfahrungen zu sammeln.

Es gibt die Begegnungen mit Frauen, das Literatencafe und die Kneipe Zwiebelfisch; er findet Unterkünfte und lernt alte und neue Nazis kennen, und solche, die----angeblich--- nie etwas gewusst haben über die Gräuel der Nazis. In kleinen Episoden versteht Edgar Hilsenrath uns das Gedankengut der alten und die Ideen der neuen Nazis nahe zu bringen. Nette kleine Geschichten lockern die Erzählung auf, in denen teilweise originelle Begleiter und Begleiterinnen Lesches Alltag aufmuntern. Hilsenrath ist bemüht, seine feinen Impressionen zu einem geschlossenen Bericht zusammenzufügen.

Alles in allem liest sich die Geschichte wie eine amüsante Parodie mit ernstem Hintergrund auf Deutschland und seine Menschen. In einem Beitrag zur Anthologie "Woran ich glaube?"' fallen die Einsichten durchaus ernsthaft aus; denn wie soll man nach dem Holocaust noch an einen Gott glauben?

Eines ist sicher gelungen: Hilsenrath kann aus Ernst Komik zaubern, und seine Figuren sind Filous mit Fortune!
In diesem Buch hat er Gedanken zum Heute und Gestern zusammengefügt. Ein wenig Kreuzberg, ein wenig Bohème und mehr oder weniger erbauliche Begegnungen sind für die Endstation Berlin kurzweilig genug. Für einen zügigen und anhaltend fesselnden Roman wirkt die Geschichte zu gemächlich und wird ein wenig zerrissen dargeboten. Wenn Lesche später auch noch einige Abenteuer zu bestehen hat, ganz abgesehen von dem Ende,--- man sollte nicht zu viel erwarten. Man muss sich mit den Streiflichtern aus der geteilten und später wiedervereinigten Stadt Berlin und persönlichen Anmerkungen zur Einschätzung der Deutschen und ihrer Form der Vergangenheitsbewältigung zufrieden geben.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
zwiespältig 24. Juni 2009
Format:Taschenbuch
Wie freute ich mich, als ich feststellte, dass ein neuer Roman von Hilsenrath veröffentlicht werden sollte. Selten erwartete ich eine Lieferung so sehnsuchtsvoll. Nun, sie hat mich eher enttäuscht als beglückt. Der Romanheld Lesche, typischer Zyniker, zieht von Amerika nach Berlin, im Gepäck Vorurteile, Angst und eine dumpfe Vorahnung. Ist froh, wieder in seinem Deutschland zu sein und kommt trotz Verliebtheit nicht richtig an. Ein sehr schöner Plot, leider schweift der Autor ab, verliert sich in den Schreibversuchen von Lesche, die zum Teil aufschlussreich, zum Teil aber einfach nur banal zu nennen sind.

Natürlich ist es schwierig, nach solchen Erfolgen ein ähnliches Meisterwerk erneut zu schaffen. Dennoch bekomme ich das Gefühl nicht los, dass die Seiten "befüllt" werden mussten und dass in diesem Fall eine Kurzgeschichte mehr Sinn gehabt hätte.

Drei Sterne für den Hilsenrath-typischen Zynismus, die immer wieder schön gemalten Szenenbilder und die unvergleichliche Art des Schreibens.
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