Berlin - Bleierne Stadt
Rückblick
Zwischen dem 1. Weltkrieg und der Machtergreifung der Nationalsozialisten war es für die junge Demokratie der Weimarer Republik nicht leicht. Rechte, Linke und Kaiserliche trugen ihre Weltvorstellungen oft gewaltvoll auf die Straße.
Inmitten dieser Welt findet sich die junge Zeichnerin Marthe Müller wieder. Um Kunst zu studieren, kommt sie in die große, moderne Stadt, aber vieles dort ist von Gewalt dominiert.
Zwischen Mitstudenten, die sich nur um Kunst und Jazzmusik kümmern und Arbeiterkämpfern, die sich mit Gendarmen schlagen, zwischen ehemaligen Frontkämpfern aus dem 1. Weltkrieg und Antisemitismus muss sich die junge Dame durchschlagen.
Dabei ist sie zwar der rote Faden, aber auch andere Figuren wie den Reporter Severin oder den Juden David führen uns die Stadt Ende der 20er vor Augen, jeder auf seine Weise.
Handlung
In Band 2 zieht die Handlung, passend zu den geschichtlichen Ereignissen, deutlich an. Die Auseinandersetzungen der verschiedenen Ideologien enden nicht selten tödlich, wie z.B. bei den Maiunruhen. Schon marschiert die SA auf den Straßen, und nicht wenige in der Bevölkerung hoffen auf einen Wahlsieg der NSDAP. Auch die KPD kann Zuwächse verzeichnen.
Marthe Müller dringt indes tiefer in in das schillerende Nachtleben der Stadt Berlin ein. Zwischen sexuellen Ausschweifungen, Drogen und Jazzmusik blüht sie ser auf. Doch kann das lange gut gehen?
Autor und Zeichner Jason Lutes beweist dabei einen Blick für Details, egal, ob es die Plätze Berlins, geschichtliche Hintergründe oder die Bekleidung der unterschiedlichen Schichten ist. So verschwindet die Grenze zwischen Graphischer Novelle und historischem Roman. Durch seine Schwarzweißzeichnungen unterstreicht er noch die kalte, gefährliche Atmosphäre der Megastadt.
Fazit: Großartiger Blick auf eine Epoche der deutschen Geschichte, die in den Medien und dem Geschichtsunterricht oft zu kurz kommt. Hoffentlich kommt bald der Abschlußband.