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Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf Roman [Taschenbuch]

Alfred Döblin
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. April 1965
»Biberkopf hat geschworen, er will anständig sein, und ihr habt gesehen, wie er wochenlang anständig ist, aber das war gewissermaßen nur eine Gnadenfrist. Das Leben findet das auf die Dauer zu fein und stellt ihm hinterlistig ein Bein.«

Die Geschichte des Transportarbeiters Franz Biberkopf, der, aus der Strafanstalt Berlin-Tegel entlassen, als ehrlicher Mann ins Leben zurückfinden möchte, ist der erste deutsche Großstadtroman von literarischem Rang. Das Berlin der Zwanziger Jahre ist der Schauplatz des Geschehens. Dabei wird die Großstadt selbst zum Gegenspieler des gutmütig-jähzornigen Franz Biberkopf, der dieser verlockenden, aber auch unerbittlichen Welt zu trotzen versucht.

Mit Berlin Alexanderplatz vollzog Döblin die radikale Abkehr vom bürgerlich psychologischen Roman. Hier wurde kein Einzelschicksal analysiert. Das kollektive Geschehen, das Allgemeine einer menschlichen Situation erfuhr hier eine gültige dichterische Gestaltung. Der Roman zählt zu den großen Epen unserer Zeit.

Ben Becker liest aus »Berlin Alexanderplatz«: Termine und Tickets >>

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Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf Roman + Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Lektüreschlüssel
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Dtv; Auflage: 42.Auflage 2002 (1. April 1965)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423002956
  • ISBN-13: 978-3423002950
  • Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 18,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 7.576 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Buch fürs Leben.«
Maxi 7/2007

»Dieser Mann muss den Teufel al fresco immer von neuem an die Wand malen; es ist kein Wunder, wenn der immer von neuem kommt und ihn holen will.«
Walter Benjamin

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Berlin Alexanderplatz
OA 1928Form Roman Epoche Expressionismus/Moderne
Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin gilt als erster und bedeutendster deutscher Großstadtroman. Der Zusatztitel Die Geschichte vom Franz Biberkopf deutet die ambivalente Struktur des Werks an: Die Stadt Berlin und die Figur des Biberkopf sind gleichermaßen Protagonisten des Romans. So geht es um die chaotische Lebendigkeit der Metropole – und um einen Menschen, der in dieser Stadt immer wieder scheitert. Döblin zeigt mit Biberkopf ein Individuum, das den Widrigkeiten des Großstadtlebens ausgesetzt ist und von Schicksalsschlägen getroffen wird; begründet ist sein Scheitern aber letztlich durch einen übersteigerten Selbstbehauptungswillen, der sich in Selbstüberschätzung, ständiger Demonstration der vermeintlichen eigenen Stärke und mangelnder Anpassung an die Außenwelt manifestiert.
Inhalt: Der ehemalige Transportarbeiter Franz Biberkopf hat wegen der Ermordung seiner Geliebten eine vierjährige Haftstrafe verbüßt. Nach der Entlassung aus dem Zuchthaus will er ein anständiges Leben führen; er findet sich jedoch nicht zurecht, wird menschlich enttäuscht, gerät in kriminelle Kreise und lässt sich auf ein Kräftemessen mit Reinhold, dem dämonischen Anführer einer Verbrecherbande, ein. Bei einer Diebestour stößt Reinhold Biberkopf aus dem Auto; Franz verliert dadurch einen Arm und wird zum Invaliden. Wild entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen, sucht Biberkopf erneut die Konfrontation mit Reinhold und prahlt ihm gegenüber mit seiner Braut Mieze. Reinhold versucht daraufhin, die junge Frau für sich zu gewinnen; als ihm dies nicht gelingt, bringt er sie um. Biberkopf erkennt seine Mitschuld, bricht zusammen, wird unter Mordverdacht verhaftet und in die Irrenanstalt eingeliefert. Im Angesicht des Todes vergegenwärtigt er sich seinen Unheil bringenden Hoch-mut und legt seine alte Persönlichkeitsstruktur ab. Nach Freispruch und Entlassung stellt er sich zum ersten Mal bewusst dem Leben.
Struktur: Dem Konzept des Futurismus entsprechend schafft Döblin ein Kunstwerk der Bewegung. Um die Vielschichtigkeit der Stadt abzubilden, schöpft er die Möglichkeiten der literarischen Montage voll aus: Verschiedene Textsorten wie Zeitungsausschnitte, Reklame-slogans, Bibelzitate, Nachrichtenmeldungen, Wetterberichte und Liedtexte stehen übergangslos nebeneinander. Hinzu kommt der Einsatz disparater Sprachstile, vom Jargon bis zu lyrischen Passagen. Auch die Erzählhaltung wechselt ständig: Mit der Konzentration auf die Figur des Franz Biberkopf dominiert eine personale Erzählsituation, die sich des inneren Monologs, der erlebten Rede und langer Stream-of-consciousness-Passagen bedient. Immer wieder meldet sich dazwischen ein kommentierender Erzähler zu Wort.
Wirkung: Berlin Alexanderplatz war der erste große Erfolg Döblins, der ihm zu zeitweiliger finanzieller Unabhängigkeit verhalf. Schon in den 1930er Jahren wurde der Roman in mehrere Sprachen übersetzt. Zu seiner frühen Popularität trugen auch eine Hörspielfassung und die Verfilmung von Piel Jutzi (1896–1946) aus dem Jahr 1931 bei. 1980 erreichte die mehrteilige Fernsehserie von Rainer Werner Fassbinder (1945–82) hohe Einschaltquoten. Döblins Großstadtroman ist eines der wichtigen großen Epen des 20. Jahrhunderts; sein Autor wurde mit diesem Roman und anderen Werken zum Vorbild für Literaten wie Günter R Grass und Arno R Schmidt. A. K.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komplexe Weimar-Studie mit hohen Anforderungen 4. August 2005
Format:Taschenbuch
Man mag, kann und muss über Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz" differenziert diskutieren. Die einen geißeln es als überladenes, wirres Roman-Ungetüm, während die anderen in ihm eines der größten deutschen Werke sehen, das sich in methodischer und sprachlicher Qualität als wahrer Schatz erweist.
Ob einem das Buch gefällt oder nicht, mag durchaus daran liegen, mit welcher Intention man sich an es heranwagt. Will ich einen zeitgenössischen Weimar-Roman lesen, der sich primär um die gesellschaftlichen Probleme der damaligen Zeit dreht und diese anhand des „babylonischen Berlins" festmacht oder möchte ich darüber hinaus, und das ist eine nicht zu vernachlässigende Prämisse, in die persönlich-emotionalen Weiten einer tragischen und zugleich umstrittenen Figur (Franz Bieberkopf) abtauchen. Das lässt sich synthetisch nur schwer miteinander vereinbaren, weshalb das Buch an manch gehegter Erwartungshaltung scheitert (siehe hierzu andere Rezensionen).
Franz Biberkopfs Kampf mit der Großstadt Berlin, ist auch ein Kampf mit dem Geist seiner Zeit. Verlockung und Abscheu zugleich: wie der verbotene Apfel im Garten Eden verführt ihn die Faszination an der Kriminalität. Biberkopf stilisiert sich dabei immer wieder selbst als Opfer, das sich den Fängen der urbanen Umgebung ausgesetzt sieht. Vieles von dem wie Biberkopf handelt, ist dabei kennzeichnend für die gesamtgesellschaftlichen Strukturen der Weimarer Republik
Dennoch tut man sich schwer Bieberkopf zu (er)fassen und sogleich auch die historische Dimension der 20er-Jahre („Goldenen Zwanziger") und deren fundamentale Umwälzungen zu begreifen. Sie sind nicht offensichtlich, sondern vielmehr in komplexer Art und Weise in eine ungewohnte methodische Form eingebettet: Zeitgenössische Schlager- und Werbetexte werden dabei mit Mono- und Dialogen vermischt, überblendet und mit „Zeitungsklatsch" vermischt. Das hört sich skurril an und mag den Zugang zur komplexen Welt, die Döblin ohne Frage in diesem Werk schonungslos präsentiert, erschweren, ist aber zugleich auch eine Herausforderung an und für den Leser.
Wie gesagt, es kommt auf die Erwartungshaltung an, leichte Kost ist Döblins Sujet in keinem Fall.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein interessantes und wichtiges Buch! 13. April 2005
Format:Taschenbuch
Für diese 455 Seiten sollte man Zeit und Ruhe haben. Wer es über die ersten 100, etwas trägen Seiten hinaus schafft, ahnt allmählich, dass es sich hierbei um ein wichtiges Werk handelt, und wer den krönenden Abschluss der Geschichte des Franz Biberkopf erlebt hat, wird in dieser Ahnung bestätigt sein und für seine Mühe belohnt.

Franz Biberkopf, ein Krimineller, gerade aus dem Gefängnis entlassen, will von nun an „anständig" sein, gerät aber nach und nach doch wieder auf die schiefe Bahn. Aus mangelndem Willen, Pech, Bequemlichkeit, Unvernunft, wegen sogenannter „Blindheit"? Man sieht ihn geradezu in den Abgrund stürzen, den er sich selbst geschaffen hat - ein Menschexemplar in einer schwierigen Zeit inmitten schlechten Umgangs, der mit und gegen sein Schicksal kämpft und doch nur verlieren kann, daher zeitlos.

Vom Stil her ein sehr ungewöhnliches Buch. Viel Berliner Dialekt (selbst als Berliner schwer zu verstehen) und Redensarten, seltsame Grammatik, es mischen sich oft Handlung, Eindrücke, Gedanken, Reklamesprüche,... was Konzentration bedarf. Zu lachen gibt es auch. Interessant auch als Zeitdokument des Berlins der 20er Jahre.

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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarisches Kino und die Sperstitze der Moderne 25. März 2006
Format:Gebundene Ausgabe
1929, neue Sachlichkeit, überwundene Romantik, die Moderne ist auf ihrer wahrlich kurzen Hochphase und Alfred Döblin schreibt das beste Buch seiner Gattung.

Man kann mit breiten Ausführungen lang beschreiben, was dieses Buch auszeichnet: Die Einmaligkeit seiner Sprache, die literarischen Kamerafahrten, der Geruch des zwanziger Jahre Berlins, den man zu spüren glaubt, Franz Biberkopf, der tragische Held des Romans; am Besten aber kommt man dahinter, indem man den authentischen Text zur Hand nimmt und sich fesseln läßt.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Franz Biberkopf wird aus der Haftanstalt entlassen, in der er für den Mord an seiner Frau einsaß, mit ihm der feste Plan nicht wieder als Kleinkrimineller seinen Tagelohn zu verdienen und krumme Dinger zu drehen, sondern ein anständiges Leben zu leben, allein: Die Stadt läßt ihm keine Wahl, zieht ihn in einen Strudel und ehe Franz Biberkopf sich versieht, hängt er tiefer drin als je zuvor, verliert einen Arm, verliert seine zweite Frau, verliert seinen Verstand. Das Untergehen in einer Zeit, deren Impressionen den einfachen Mann erdrücken, deren Zwänge seine Widerstandsfähigkeiten überfordern; es ist ein Roman, der den Nerv der Zeit, seine Natur und die Menschen auf herrliche, überzogene, auf einzigartige Art und Weise beschreibt, der einen Einblick gibt, in das Seelenwesen der Menschen und in eine Stadt, die heute so nicht mehr existiert.
Döblins Haupttätigkeit als Nervenarzt ist dem Buch vielerorts anzumerken, das bizarre Seelenleben der Menschen wird ebenso plastisch festgehalten, wie das bizarre, moderne Eigenleben der Großstadt nach dem ersten Weltkrieg.

Alfred Döblin schafft mit Berlin Alexanderplatz ein Buch, dessen Darstellungsform an Bildkünster seiner Zeit erinnert, an den Surrealismus, und das den größten Meistern dieser Zeit in keinsterweise auch nur einen Deut nachsteht.

Lange ist mir das Buch bekannt, die hier beschriebe Ausgabe, ein Reprint der Originalausgabe, ist besonders schön und jedem ans Herz zu legen.
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Aufgeben darfste nicht. Das kommt nicht in die Tüte. Lesen Sie weiter...
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