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am 25. März 2006
1929, neue Sachlichkeit, überwundene Romantik, die Moderne ist auf ihrer wahrlich kurzen Hochphase und Alfred Döblin schreibt das beste Buch seiner Gattung.

Man kann mit breiten Ausführungen lang beschreiben, was dieses Buch auszeichnet: Die Einmaligkeit seiner Sprache, die literarischen Kamerafahrten, der Geruch des zwanziger Jahre Berlins, den man zu spüren glaubt, Franz Biberkopf, der tragische Held des Romans; am Besten aber kommt man dahinter, indem man den authentischen Text zur Hand nimmt und sich fesseln läßt.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Franz Biberkopf wird aus der Haftanstalt entlassen, in der er für den Mord an seiner Frau einsaß, mit ihm der feste Plan nicht wieder als Kleinkrimineller seinen Tagelohn zu verdienen und krumme Dinger zu drehen, sondern ein anständiges Leben zu leben, allein: Die Stadt läßt ihm keine Wahl, zieht ihn in einen Strudel und ehe Franz Biberkopf sich versieht, hängt er tiefer drin als je zuvor, verliert einen Arm, verliert seine zweite Frau, verliert seinen Verstand. Das Untergehen in einer Zeit, deren Impressionen den einfachen Mann erdrücken, deren Zwänge seine Widerstandsfähigkeiten überfordern; es ist ein Roman, der den Nerv der Zeit, seine Natur und die Menschen auf herrliche, überzogene, auf einzigartige Art und Weise beschreibt, der einen Einblick gibt, in das Seelenwesen der Menschen und in eine Stadt, die heute so nicht mehr existiert.
Döblins Haupttätigkeit als Nervenarzt ist dem Buch vielerorts anzumerken, das bizarre Seelenleben der Menschen wird ebenso plastisch festgehalten, wie das bizarre, moderne Eigenleben der Großstadt nach dem ersten Weltkrieg.

Alfred Döblin schafft mit Berlin Alexanderplatz ein Buch, dessen Darstellungsform an Bildkünster seiner Zeit erinnert, an den Surrealismus, und das den größten Meistern dieser Zeit in keinsterweise auch nur einen Deut nachsteht.

Lange ist mir das Buch bekannt, die hier beschriebe Ausgabe, ein Reprint der Originalausgabe, ist besonders schön und jedem ans Herz zu legen.
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am 12. April 2008
Zunächst zu der Ausgabe vom Fischer-Verlag: Toll! Schön aufgemacht, gutes Papier, übersichtlich, einwandfreie Rechtschreibung. So etwas nimmt man gerne in die Hand!

Vorab: Diese Rezension ist nicht hilfreich. Keine Rezension zu diesem Buch ist es. Genau deshalb schreibe ich sie.
"Berlin Alexanderplatz" ist ein so aussergewöhnlich geschriebener Roman, dass man ihn einfach nicht pauschal als gut oder schlecht bezeichnen kann. Das ist natürlich de facto bei keinem Buch möglich. Hier fällt es mir allerdings besonders auf.
Als Beweis gelten ja allein schon die sehr verschiedenen Rezensionen, die veröffentlicht wurden.
Für mich ist dieses Buch zu einem "Heiligtum" avanciert. Das war es nicht von Anfang an! Die ersten fünfzig Seiten waren im wahrsten Sinne des Wortes Arbeit. Denn Döblins Stil ist so abstrakt, setzt sich aus so vielen Einzelheiten zusammen, dass es seine Zeit braucht, um sich einzulesen. Es ist wie bei einem Lied mit schwerem Rhythmus. Den muss man erstmal einige Zeit anhören, um ihn zu verstehen. Dann macht das Tanzen aber umso mehr Spaß!
Genauso habe ich es beim "Alexanderplatz" empfunden. Es ist ein bisschen Ausdauer nötig, um in den Stil hineinzufinden. Wenn man dann aber drin ist! Wow!
Mich hat dieses Buch vor allem begeistert, weil es aufgrund der Montagetechnik und der manchmal scheinbar willkürlich zusammengesetzten Teile eine Stimmung erschafft, die mich völlig in die 20er Jahre gesogen hat. Außerdem wird durch diese Stilmittel die Aussage auf schönere Weise klarer, als es im herkömmlichen Roman möglich wäre. Das beste Beispiel ist hierfür die Situation nach der Armamputation an Franz. Es wird dargelegt, wie er weint, verzweifelt ist, sich nicht traut, den Grund für das Geschehen auszusprechen. Und mittendrin in dieser Atmosphäre, die Mitleid beim Leser hervorruft, kommt der Einschub: Döblin nennt Zahlen aus einem Schlachtbetrieb. Wie viele zehntausende Rinder, Schafe etc. abgeschlachtet werden. Das wirkt wie eine Ohrfeige. Wieso haben wir gerade mit einem Menschen Mitleid, nur weil er einen Arm verliert?
Dafür liebe ich diesen Roman! Für die unerbittliche Ehrlichkeit, die aber das Wichtigste nicht vergisst: Ja, Döblin schildert eine düstere Welt. Das Buch wirkt auf mich aber nicht depressiv. Es ist vielmehr von einer großen Menschenliebe geprägt.

So sehe ich Döblins Werk. Und ebenso kann ich es verstehen, wenn Leute damit überhaupt nichts anfangen können. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, dessen Stil mir so Typ-abhängig erschien. Denn das Buch lebt von einem völlig unormalen Stil. Und es ist logisch, dass gerade darum keine allgemeingültige Bewertung stattfinden kann.

Viele schreiben, dass sie viel zu lang für das Buch gebraucht haben. Auch ich habe es nicht in einem Haps verschlungen. Aber bei mir war es sogar anders: Es tat mir leid um jede Seite, die ich gelesen hatte, denn damit näherte ich mich dem Ende.

Was ich mit all dem ausdrücken will: Dieses Buch muss man ausprobieren! Keine Rezension hilft weiter. Aber nicht umsonst zählt es zu den großen Werken des 20. Jahrhunderts. Und wenn man es schafft, in dieses Buch hineinzuschlüpfen... dann gnade einem Gott! ;-)
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am 23. August 2007
Ich habe dankenswerterweise dieses Buch auf der Schule nicht als Lektüre lesen müssen; im Gefühl möglicherweise etwas verpasst zu haben, habe ich es mir nun vorgenommen. Als eines der ganz wenigen Bücher, habe ich es dann aber auch nach etwa 100 Seiten weggelegt!

Von der Inhaltsangabe hätte man noch etwas erwarten können in Analogie zum Hauptmann von Köpenick, aber es kommt anders. Die gescheiterte Existenz des Max Biberkopf bleibt eben im Sumpf stecken. Die Sprache ist ekelig und der Leser darf nicht hoffen, dass sich das Ganze bessert, es wird eher schlimmer. Schade um die Lesezeit!

Fazit : Auch wenn das Buch zur bekannten Literatur Deutschlands zählt und als Roman gefeiert wird, der Berlin erstmals zum zentralen Thema einer Erzählung macht, kann ich mich nur schaudernd abwenden und am Verstand so vieler Kritiker und Literaturwissenschaftler zweifeln. Ist es denn ausreichend, einfach nur Unsinn zu verzapfen?
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