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Produktinformation
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Das Booklet zum Hörbuch listet erklärungsbedürftige Ausdrücke des Berliner Dialektes auf, die zum Verständnis des Textes wichtig sind. Auch dies ein schöner Nebenaspekt dieser gelungenen Produktion. --Stefan Kellerer
Hörbuch, drei CDs, Spieldauer ca. 174 Minuten.
Als passenden Interpreten dieser Berliner Großstadtgeschichte kann man sich kaum einen anderen als Ben Becker vorstellen. Auch ohne seine erfolgreiche Darstellung des Franz Biberkopf am Maxim Gorki Theater in Berlin (2000) würde man für die hier vorliegende Hör- Version zu dieser Einschätzung kommen. Der Kraft-Schauspieler, der im Lebenspartner seiner Mutter, in Otto Sander, ein echtes Vorbild fand, hat in zahlreichen Kino- und TV-Produktionen beeindruckt. Unvergesslich seine Rolle in Comedian Harmonists, wofür er die Goldene Kamera erhielt. Für die Darstellung des Jobst Dettmann in dem Krimi Polizeiruf 110. Totes Gleis erhielt Becker den Adolf-Grimme-Preis.
Döblin wusste, wovon er schrieb: Als Armenarzt kannte er das Milieu und seine Sprache. Dieser neue Naturalismus wird von Ben Becker virtuos in Szene gesetzt. Die Rolle des kraftstrotzenden, gutmütigen Kerls, der so unbeholfen, hilflos und naiv auf alle egal ob Frauen oder Männer hereinfällt, scheint ihm auf den Leib geschnitten zu sein. Er interpretiert Franz Biberkopf als Kreatur, die immerfort einem es ausgeliefert ist. Immer hört man es tat dieses und jenes mit ihm. Den für diesen Roman typischen Wechsel zwischen Berliner Jargon, Schlager, Werbe- Slogans, Bevölkerungsstatistiken, Börsennachrichten und vielen anderen Elementen, die das Leben eines Großstadtmenschen begleiten, meistert der Sprecher souverän. Was Ben Becker hier liefert, ist ein in jeder Hinsicht brillantes Hör-Erlebnis und kann wärmstens weiterempfohlen werden!
Am 10. August 2003 jährte sich der Geburtstag von Alfred Döblin zum 125. Mal. Mit dem Medizinstudium in Berlin (1900) begann Döblin auch seine literarische Tätigkeit. Von 1912 bis 1920 zählte der Autor zu den führenden Vertretern der expressionistischen Literatur. 1928, ein Jahr bevor sein Meisterwerk Berlin Alexanderplatz erschien, wurde Döblin in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. 1933 entzog man ihm die ärztliche Kassenpraxis. Daraufhin emigrierte er über Zürich nach Paris. 1940 floh er in die USA. Nach dem Krieg konnte sich Alfred Döblin mit Deutschland nicht mehr anfreunden und ging wieder nach Paris. 1957 starb Alfred Döblin.
Lesung, Spieldauer: ca. 174 Minuten, 3 CD. Mit ausführlichem Booklet.
-- culture.text
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Franz Biberkopf, ein Krimineller, gerade aus dem Gefängnis entlassen, will von nun an „anständig" sein, gerät aber nach und nach doch wieder auf die schiefe Bahn. Aus mangelndem Willen, Pech, Bequemlichkeit, Unvernunft, wegen sogenannter „Blindheit"? Man sieht ihn geradezu in den Abgrund stürzen, den er sich selbst geschaffen hat - ein Menschexemplar in einer schwierigen Zeit inmitten schlechten Umgangs, der mit und gegen sein Schicksal kämpft und doch nur verlieren kann, daher zeitlos.
Vom Stil her ein sehr ungewöhnliches Buch. Viel Berliner Dialekt (selbst als Berliner schwer zu verstehen) und Redensarten, seltsame Grammatik, es mischen sich oft Handlung, Eindrücke, Gedanken, Reklamesprüche,... was Konzentration bedarf. Zu lachen gibt es auch. Interessant auch als Zeitdokument des Berlins der 20er Jahre.
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