Das Brunnenloch im Garten frisch gebohrt, begab ich mich auf die Suche nach einer Tiefbrunnenpumpe. Nachfrage beim Brunnenbauer und den Nachbarn sowie Recherche im Internet waren nicht sehr hilfreich: 'Lieber was gescheites kaufen', 'ich hab eine Grundfos!', 'viel hilft viel'. Ich hab ja kein Problem, mit schönen Dingen zu protzen. Mach ich auch. Aber mit einer Tiefbrunnenpumpe, die niemand sieht??? Deswegen hier mal meine Meinung und Erfahrung als Rezension.
Zur Situation: Mein Brunnen ist 11 m tief, Wasser steht bei 7 m, wasserführende Schicht ist Rheinkies und ich habe praktisch keinen Sand im Wasser. Sehr schön.
Den Brunnen benutze ich zur Gartenbewässerung, wobei ich ursprünglich nur meinen Gardena Aquazoom anschließen wollte. Ich war daher auf der Suche nach einer Pumpe, die
- bei 9 m Förderhöhe in etwa noch den Druck meiner Wasserleitung bringt (4 bar). Stolze Besitzer von Pumpen mit 10 bar Leistung klagten dann doch öfters, dass ihnen aufgrund des hohen Drucks ihre Beregner nach ein paar Monaten immer auseinanderfallen ...
- möglichst wenig Strom verbraucht (den dass bestimmt ja jetzt die Kosten der Gartenbewässerung, und schließlich wollen wir alle unseren Beitrag zur Energiewende machen ...)
- nicht unnötig teuer ist.
Nach langer Überlegung habe ich mich dann für die kleinste Berlan Tiefbrunnenpumpe BTBP100-4-0.37 - 3,4 entschieden, weil sie alle meine Kriterien erfüllt hat.
Ich habe meine Rezension nun auch bei der größeren Variante BTBP100-4-0.75 - 6,7 bar eingestellt weil ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher bin, welche Variante ich geliefert bekommen habe. Mehr dazu weiter unten, erst mal meine Erfahrung mit der gelieferten Pumpe:
Mit dem 1" PE-Rohr aus dem Hornbach (keine 20€, sehr zu empfehlen) fördert die Pumpe ca. 1 l/s , das entspricht also der Spezifikation. Der Gardena Aquazoom hat die gleiche Reichweite wie vorher an der Wasserleitung, also ist wohl auch so 3-4 bar Druck da. Selbst wenn ich meine inzwischen 3 Beregner gleichzeitig anhabe und noch mit dem Schlauchwagen gieße sehe ich keinen Druckabfall. (Liegt wohl auch am 1" Rohr.)
Erst wenn ich mit dem offen 3/4" Schlauch den Pop-up Pool fülle, kommt die Pumpe an ihre Leistungsgrenzen - aber dann liefert sie auch ihre 1 l/s.
Wenn man unbedingt was mäkeln will:
- als ich die Pumpe ausgepackt habe sah man am Kabel deutliche Spuren von Erde. Außerdem war Wasser in der Pumpe zu hören. Nach Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer meinte dieser, dass dies wohl von der Qualitätsprüfung beim Hersteller kommt. Naja. Glaub ich mal. Funktioniert hat sie jedenfalls.
- Und schließlich: Wenn ich nun die Stromaufnahme messe sehe ich da eher 570 W als 370 W. Das verwirrt mich etwas. Daher könnte es sein, dass ich ausversehen die größere Pumpe geliefert bekommen habe. Wäre auch O.K. Daher habe ich meine Rezension auch bei dem größeren Modell mit 750 W eingestellt.
Fazit: für meine Bedürfnisse (und jeden, der nicht professionell Gartenbau betreibt) völlig ausreichend. Lieber das Geld in eine vernünftige (1") Zuleitung zu den Wasserverbrauchern investieren.