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Berkeley Square [VHS]
 
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Berkeley Square [VHS]

Videokassette
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Sprache: Englisch
  • Anzahl Disks: 5
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • ASIN: 0773343032

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Kundenrezensionen

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50 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Woodstock
Format:DVD
Vorwarnung:
Das wird wieder mal eine ellenlange überschwängliche Huldigung an ein meisterhaftes BBC-Werk. Daher stelle ich die Zusammenfassung gleich voran, damit der Wenigleser und Schnellentschlossene durch meine Schwärmerei nicht unnötig lange vom Kauf abgehalten wird ;-)

Fazit:
Berkeley Square ist eine großartige, süchtig machende Serie, die ich von der ersten bis zur letzten Minute genossen habe, bei der ich mitgebangt, mitgelacht und mitgelitten habe wie es sich für ein hochkarätiges BBC-Period-Drama einfach gehört.

Inhalt:
Die Geschichte spielt im Jahre 1902 kurz vor und nach der Krönung von König Edward. Drei junge Frauen mit unterschiedlichem Wesen und Vorgeschichte sind die zentralen Figuren dieser Serie, sie leben in verschiedenen herrschaftlichen Häusern am Berkeley Square und sind dort die Nannies bzw. Hilfsnannies für die Kinder der Upper-Class. Bei ihren Spaziergängen im Park lernen sie sich kennen und beginnen eine Freundschaft, die viel aushalten muss.
Matty Wickham (Clare Wilkie) ist eine erfahrene und resolute Nanny. Die Eltern ihrer drei Schützlinge stecken in einer Ehekrise, die Mutter ist an ihrem Nachwuchs wenig interessiert und kümmert sich nur um ihr amouröses Abenteuer mit dem attraktiven Captain Mason. Matty tut sich schwer, sich in die Strukturen, die unter der Dienerschaft herrschen, einzureihen zumal es bei denen einige haarsträubende Geheimnisse zu hüten gilt.
Lydia Weston (Tabitha Wady) ist ein einfaches Mädchen vom Land. Für sie ist der Sprung in das Kinderzimmer von Baby Ivo ein großer gesellschaftlicher Aufstieg. Sie muss allerdings erst das Vertrauen der altgedienten und kratzbürstigen Nanny Collins erwerben. Erschwerdend kommt hinzu, dass Lydia ihre liebe Not mit der Liebe hat, denn der junge Mann, den sie gerne mag interessiert sich nicht für sie, und derjenige, der sich über Gebühr für sie interessiert - nämlich der erwachsene Sohn des Hauses - macht ihr das Leben sehr schwer.
Hannah Randall (Victoria Smurfit) hat Probleme ganz anderer Art. Als der adelige Vater ihres unehelichen Kindes tödlich verunglückt wird sie von zu Hause vertrieben. Sie versucht in London Arbeit zu finden. Im Armenviertel Limehouse lernt sie die polnisch-jüdische Emigrantin Mrs. Bronowski kennen, die ihr hilft. Hannah erschleicht sich mit einem gefälschten Zeugnis endlich eine Stellung als Hilfsnanny. Der kleine Junge Bertie und das Baby Charlie werden von der bösartigen und habgierigen Nanny Simmons betreut und als die Eltern der Kinder für lange Zeit nach Indien reisen, lassen sie die Kleinen alleine beim Personal zurück. Für Hannah beginnt ein aufreibendes Leben zwischen der Sorge um ihr eigenes Kind, das sie in Limehouse versteckt zurücklassen muss, und dem Kampf um das Wohlergehen ihrer Schützlinge. Eine Tragödie bahnt sich an.

Lob, Lob, Lob:
Diese BBC-Serie von 1998 hat 10 Teile à 50 Minuten und ist ein echtes Juwel, eine Art modernisiertes "Haus am Eton Place", bei dem es hauptsächlich um die Sorgen und Nöte der dienenden Klasse geht. Die herrschende, aristokratische Schicht sieht meist nicht sehr gut aus, wenn sie mit all ihren läppischen Eitelkeiten und oberflächlichen Vergnügungen vorgeführt wird, während ihre Dienerschaft Existenznöte aussteht und ihre Kinder in den "Nurseries" Einsamkeit, emotionale Vernachlässigung oder verquere gesellschaftliche Regeln und noch Schlimmeres ertragen müssen - wären da nicht ihre Nannies.
Berkeley Square ist spannend, komplex, detailfreudig und überbordend (nicht nur was Kostüme und Kulissen angeht). Die Geschichte ist tief bewegend gemacht, mit vielen genialen (z.T. dickensartigen) Charakteren und durchweg großartigen Darstellern. Eine Geschichte voller menschlicher Verwicklungen, Geheimnisse und Betrügereien, überquellend von edwardianischem Flair und gesellschaftlich-engstirnigen Normen der damaligen Zeit. Kurz gesagt: Es ist alles drin was das Period Herz erfreut. Und damit steht Berkeley Square für mich durchaus auf Augenhöhe mit anderen großen und bekannten (Mini)Serien wie Brideshead Revisited, Haus am Eton Place, Lark Rise to Candleford und beinahe sogar mit Cranford.
Ein extra Lob gebührt übrigens den beiden Kinderdarsteller von Bertie Hutchinson (Adam Hayes) und Tom St. John (Laurence Owen), denn ohne deren überzeugende Darstellung wäre der filmische Aufenthalt in den Kinderzimmern, auf den Spielplätzen und in den Parks sicher nur halb so lebendig und spannend gewesen.

Zwei gewichtige Kritikpunkte gibt es aber auch:
Die DVD Edition ist sehr minimalistisch und hat nicht einmal Untertitel. Die rasanten Dialoge und der schwere Slang, den die einfache Klasse spricht, ebenso wie die eher mäßige Audioqualität, schreien geradezu nach vernünftigen Untertiteln. Das ist wirklich ein großes Manko, denn leider werden dadurch viele, nicht so sprachfeste Period-Fans daran gehindert, diese wunderbare Serie sehen zu können.
Zweiter Kritikpunkt: Die Serie endet mit der Episode 10 nicht ganz zu meiner Zufriedenheit, denn sie lässt leider einige Handlungsstränge offen bzw. deutet deren möglichen Weitergang nur grob an. Offenbar hatte man vor, eine zweite Staffel zu drehen. Es ist ein Jammer, dass es diese zweite Staffel nicht gibt, denn im Grunde bin ich schon nach der ersten Episode total abhängig geworden von diesen Nannies und ihren Kindern und ihrer Welt.
Schade, schade, aber nun muss ich mir wohl selbst den Kopf zerbrechen, wie es weiter gegangen sein könnte mit Matty und Ned, Hannah und ihrem Baby und Lydia und Mr. Fowler.
Ich möchte für diese Schwächen aber keine Sterne abziehen, denn das wäre der Serie als solcher gegenüber ungerecht.

DVD:
3er DVD Set, Laufzeit 490 Minuten, Special Features: Cast Filmographie, Picture Gallery, Ton: Dolby Digital, Color PAL, Format: 4:3, Sprache Englisch ohne Untertitel.
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Walter
Format:DVD
Berkeley Square, London im Jahr 1902.
Drei junge Frauen von ganz unterschiedlichem Charakter treten eine Stellung als Kindermädchen am Berkeley Square an.
Matty Wickham, energisch und manchmal etwas zu bestimmt, kümmert sich um Sohn und Tochter eines entfremdeten Ehepaars in einem Herrenhaus, in dem die Dienerschaft ihre eigenen Geheimnisse hat und Matty schnell in Rivalitäten verwickelt wird.
Hannah Randall, Mutter eines unehelichen Kindes, ist gezwungen, ihren Heimatort zu verlassen und in Stellung zu gehen, nachdem der aristokratische Vater ihres Kindes bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie beginnt ihr Leben in London als "Hilfskinderschwester", nachdem sie ihr eigenes Kind heimlich der Sorge einer Exilantin anvertraut, bei der sie anfangs Unterschlupf gefunden hat. Schnell stellt sie fest, daß die amtierende Nanny eine sehr zweifelhafte Auffassung ihres Berufs hat und versucht, den verschüchterten Sohn des Hauses zu beschützen.

Lydia Weston, eine herzengutes, aber etwas schlichtes Mädchen vom Land wird als Hilfe für die betagte Nanny eines Säuglings angagiert und sieht sich schnell den Zudringlichkeiten des dünkelhaften ältesten Sohns des Hauses ausgesetzt.

Diese drei unterschiedlichen Mädchen schliessen Freundschaft, und die 3-DVD TV-Serie zeichnet das Leben der Nannys zwischen Personal-Intrigen, Problemen und Geheimnissen in einem wunderbar erzählten Sittengemälde. Liebesgeschichten und Schicksalsschläge, tägliche Pflichten und die gesellschaftlichen Regeln der Zeit fordern und formen die Charaktere, die hervorragend besetzt und gespielt sind. Die Fülle weiblicher Charakterrollen und die Zeit, die der Entwicklung der Charaktere zur Verfügung steht, erzeugt jene natürliche Intensität, die es auch dank der ebenfalls hervorragend gespielten Kinderrollen möglich macht, ganz in die Welt der drei Nannys einzutauchen.

Da das Personal ein dem Bildungsstand entsprechendes englisch spricht und es keine Untertitelung gibt, sind sehr gute Englischkenntnisse notwendig, um alles zu verstehen, wer aber öfter O-Ton-Filme anschaut, wird keine Probleme damit haben, der Handlung zu folgen.

Um diesen Film vollends zu verstehen, ist es sinnvoll, sich über "Bastardy and Baby Farming in Victorian England" zu informieren. Uneheliche Kinder arbeitender Mütter mussten oft "in Pflege" gegeben werden, was dazu führte, daß skrupelose "Pflegemütter" Kinder zu einem bestimmten Betrag in Pflege nahmen, die Zöglinge jedoch oft betäubt oder unterernährt wurden, bis sie schliesslich starben, während die Betreiber der Babyfarm weiter das Geld kassierten. Diese Praxis war so weit verbreitet, daß sie schliesslich per Gesetz verboten wurde.

Ausser Filmographien und einer Bildergalerie gibt es keine Extras, was bedauerlich ist, da ein Making of in Hinblick auf die Herrenhäuser und Kostüme des Edwardianischen London sicher sehr interessant gewesen wäre.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Grüner Baum TOP 500 REZENSENT
Format:DVD
Die Mini-Serie (9 Episoden mit je ca. 50 Minuten) spielt im Jahre 1902 vor und nach der Krönung von Edward VII, worauf auch immer wieder Bezug genommen wird. Es geht um die Geschichten dreier 'Nannies' in Familien am Berkeley Square sowei um Geschichten in den Familien selber: Matty ist eine erfahrene Nanny, die ein junges Geschwisterpaar betreuen muss, bei dem v.a. der zu 'weiche' Sohn den Eltern Sorgen bereitet, während die Mutter eine Affäre mit einem Leutnant hat. Gleichzeitig versteckt sich im Haushalt der wegen Mordvorwurfs gesuchte Sohn der Haushälterin als Diener getarnt. Hannah war Zofe bei einer Adelsfamilie auf dem Land und musste nach einer Affäre mit dem jungen Lord der Familie, die zu einem Kind geführt hat, mit demselben nach London fliehen. Sie findet Unterkunft bei einer polnischen Einwanderin, die sich um das Kind kümmert, während Hannah als Nanny unter einer ihr vorgesetzten anderen Nanny (mit schwierigen Charaktereigenschaften) arbeitet. Die Eltern der betreuten Kinder verlassen bald das Land und eine naive Cousine der Kinder auf Ehemannsuche zieht dafür ein. Lydia schließlich ist ein einfaches Bauernmädchen, das als Hilfe für die älter werdende Nanny im Haushalt eingestellt wird. Sie muss sich Avancen des erwachsenen Sohn des Hauses erwehren, der auch sonst nicht Quell der Freude seiner Eltern ist.

Die Serie lässt mich mit schwankenden Gefühlen zurück. Zum besteht eine gute handwerkliche Qualität in Kulisse und Kostümen (allerdings beeinträchtigt durch das etwas dumpfe Bild). Bild und Kameraführung sind gut gemacht; schauspielerisch ist es manchmal etwas behäbig, aber im ganzen gut.

Erzählerisch ist es schwankend. Teilweise werden die Schicksale der drei Nannies oder der anderen Personen sehr anrührend, präzise und mit angenehmer Zurückhaltung erzählt. Auch gibt es den ein oder anderen überraschenden und interessanten Handlungsschwenk. Gemischte Gefühle habe ich gegenüber der komplexen Geschichtenstruktur: Drei Nannies mit drei Familien mit ihren eigenen Geschichten führt zu zwar zu einem variantenreichen, farbenfrohen und abwechslungsreichen Reigen von Geschichten. Ab und an verlieren die Autoren (und die Zuschauer) aber auch mal den Überblick oder es kommt zuviel Hektik im Abhandeln eines Erzählstranges auf.

Letzteres ist aber eine kleinere Schwäche und hätte nicht zu einem Stern-Abzug gereicht. Etwas mehr genervt hat mich ein durchgehender Erzählfaden rund um ein totes Kind und das Kind von Nanny Hannah. Die Geschichte war mir einfach zu absurd (warum kann ich wegen Spoilergefahr nicht erläutern), und erhält im Laufe der Serie zuviel Gewicht.

Fazit: Eine in weiten Teilen überzeugende und gelegentlich berührende Period-Drama-Serie, die aber auch ein paar deutliche erzählerische Probleme hat und nicht durchgehend gefällt.

Sprache: Englisch ohne (!) UT. Die Tonqualität ist nicht die beste, so dass gute Lautsprecher zu empfehlen sind. Viele Figuren sind gut zu verstehen; andere sprechen arg Dialekt. Wenn man - wie ich - gutes Schul/Business-Englisch hat, bekommt man alles für die Handlung wichtig problemlos mit, aber nicht jede Einzelheit der Dialoge.
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