Wer das vorangegangene Buch „Milenas Verlangen“ gelesen hat und so wie ich absolut begeistert war, wird von „Beringers Auftrag“ recht enttäuscht sein. Es fällt deutlich ab, ist aber, wenn man nicht den direkten Vergleich ziehen will oder kann, ein gerade noch passabler Kriminalroman mit angehauchter Beziehungsproblematik.
Worum geht es : Das Buch setzt lückenlos die Geschichte von Milena, Jean und Ronny fort, ohne allerdings Vorwissen vorauszusetzen. Alles wesentliche wird auf den ersten 10 Seiten nochmals zusammengefaßt.
Milena, arbeitet nun wieder als Rechtsanwältin und hat gemeinsam mit Jean eine eigene Kanzlei. Jean, als ehemaliger Kriminalbeamter, ist für die Ermittlungen zuständig (es erinnert etwas an die ZDF Folgen von Ein Fall für Zwei). Ronny dient als eine Art Mädchen für alles und recherchiert vor allem in den Zeitungen. Das Geschäft läuft gut, aber Jean fühlt sich eingeengt und ist von Milena`s sexuellen Wünschen etwas überfordert; leider gibt das Buch an keiner Stelle nähere Auskunft über die Natur dieser Wünsche (Schade!). So versucht Jean die Beziehung zu beenden, sowohl in beruflicher als auch in privater Natur. Er läßt sich von einem recht undurchsichtigen ehemaligen Minister für einen Job in Kaliningrad anheuern und kehrt Milena den Rücken. Diese begibt sich auf recht schlüpfriges Terrain und fängt an, für einen Unterweltboß zu arbeiten – hauptsächlich, weil sie eine ermordete Mandantin rächen will. Es kommt natürlich alles anders als geplant und Milena gerät in echte Not und muß auch als Hure für einen Tag die Gäste des Unterweltbosses befriedigen (echt realistisch!). Derweilen gerät auch Jean in mehr und mehr Probleme, lernt die abgewrackte Wirklichkeit der ehemaligen GUS kennen und erfährt, wie schnell Menschen verschwinden können. Am Ende wird er erpreßt, in einem Waffenschieber Geschäft zu vermitteln, schafft es aber sich herauszuwinden und eilt Milena zur Hilfe.
Der einzig normal gebliebene ist Ronny.
Fazit : Ein Buch ohne rechtes Konzept, recht konfus und ohne ein Ende. Hoffen wir, daß uns eine Fortsetzung erspart bleibt. Zudem erscheint das Buch wie der krampfhafte Versuch, den so exzellenten Vorgänger fortzusetzen, allerdings mit anderen und reichlich bescheideneren Mitteln. Insgesamt Mittelmaß und nicht wirklich empfehlenswert!