In seinem neueren Buch "Neue Berichte eines Exorzisten" berichtet der Chefexorzist des Vatikans, Gabriele Amorth, wieder über übernatürliche Fälle von dämonischer Besessenheit, dämonischen Einflüsterungen und Einflüssen und so weiter. Im ersten Teil des Buches geht Amorth auf die Stellen in der Heiligen Bibel ein, die auf die Aufgabe des Austreibens der Dämonen durch Auftrag von Jesus Christus hinweisen. Es ist nach Amorth nicht mit dem Evangelium vereinbar, wenn Bischöfe keinen Exorzisten für die eigene Diözese ernennen und Priester bei Nachfragen nicht einmal daran denken, die leidende Person an Exorzisten weiterzuleiten. Amorth sieht hierin eines der größten Versäumnisse der modernen katholischen Kirche. So sollten Priester schon im Theologiestudium mit den Anzeichen dämonischer Besessenheit und der Praxis des Exorzismus vertraut gemacht werden (S. 20 ff.), was heute nicht der Fall ist. Dabei bedürfen die meisten Menschen nicht einer Segnung (Bezeichnung vom Exorzismus bei Exorzisten), sondern einer aufrichtigen Bekehrung (S. 16). Segnungen werden viel öfter und erfolgreicher in protestantischen Kirchen wie bei den Anglikaner, Pfingstlern und Baptisten durchgeführt (S. 24). Im Buch werden einige Fälle von Segnungen durch andere christliche Konfessionen dargestellt. Amorth rät auch dazu diese Konfessionen im Notfall zur Hilfe zu ziehen. Jesus ist so der erste Exorzist und von ihm bezieht jeder Kampf gegen den Dämon die benötigte Kraft (S. 49). Im Evangelium nach Lukas 10,18-20 heißt es zum Sturz Satans durch Jesus Christus auch: "Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe Euch Macht gegeben auf Schlangen und Skorpione zu treten (Ps 91(90),13), sowie über jede feindliche Gewalt und nichts wird Euch schaden. Aber freut Euch nicht darum, dass Euch die Geister untertan sind, sondern freut Euch, dass Eure Namen aufgezeichnet sind im Himmel" (S. 51). Schon der Engel Raffael hat im Buch Tobias des Alten Testaments Sara von Dämonen befreit (S. 54). Dass die Qualen, die der Dämon mit der Segnung verbindet, die Höllenstrafen übertreffen, findet sich auch in diesem Buch auf Seite 56. Auf Seite 58 werden die verschiedenen Mittel erwähnt, die bei einer Segnung Anwendung finden, wie da wären die Handauflegung, das Kreuzzeichen, das Anhauchen, das Fasten, die Salbung mit exorziertem Öl, die Asche, der Bußgürtel, das Weihwasser, exorziertes Salz und das Auflegen der Stola (S. 58). Die Exorzismusformeln des Rituale stammen schon aus dem 8. Jahrhundert (S.59). Auf Seite 65 befindet sich das Jesus-Gesicht vom Turiner Grabtuch. Auf Seite 93 werden dann die 3 im Rituale genannten Anzeichen für dämonische Besessenheit erwähnt. Auf Seite 108 ff werden dann Dinge genannt, die man beim Rituale vermeiden sollte. Man kann zudem die Fürsprache der Muttergottes, der Engel und der Heiligen in Anspruch nehmen (S. 112) und geweihte Medaillen tragen (S. 222). Und Gott kann auch zulassen, dass eine Seele um ihrer Reinigung und ihres Apostolates willen vom Dämon heftig angegriffen wird (S. 112). Ab Seite 118 wird auch ein Fall beschrieben, in dem die leidende Person im inoffiziellen, katholischen Wallfahrtsort Medjugorje vollständig vom Dämon geheilt werden konnte und dies mit Beteiligung von Gabriele Amorth. Auf Seite 112 und anderen Stellen im Buch wird Medjugorje ebenfalls erwähnt. Auf Seite 124 sowie am Schluss des Buches befinden sich Gebete, die allein oder in der Gruppe zur Befreiung vom Dämon (Gebete der Befreiung) verwendet werden können. Eine solche Gruppe kann die französische "Groupe médical S. Luc" (S. 136) oder die französische "Renouveau dans l'esprit - Erneuerung im Geiste" (S. 160) sein oder eine private Gruppe unter Anleitung eines wissenden Priesters. Auf Seite 137 wird dann einen neue Methode des Exorzismus aufgezeigt (S. 137 ff.). Selbst das Kartenlegen zur Vorhersage der Zukunft kann in den Bereich der schwarzen Magie fallen (S. 130 f., S. 201). Ab Seite 177 werden dann Parallelen zwischen den 10 ägyptischen Plagen des Alten Testaments und dem Exorzismus gezogen. So sei bei einigen Segnungen in Häusern schon mal Blut statt Wasser aus den Wasserhähnen gekommen oder das Haus ist von vielen Tierplagen heimgesucht worden. Poltergeistphänomene verweist Amorth an Psychotherapeuten (S. 180). Eine neue Definition von Charismatikern, die bei Segnungen Hilfe leisten können, findet sich ab Seite 182. Bleibt noch zu schreiben: "Gott ist die Liebe" ( 1 Joh 4,8; S. 217) und "Du liebst alle Wesen und verabscheust nichts von dem, was Du geschaffen hast" (Weish 11,24). Ab Seite 230 befindet sich noch ein Kapitel, welches Auskunft darüber gibt, wie Exorzisten die Dämonen zwangen sich zur Mutter Maria zu äußern, dies in einer Maria fast lobpreisender Weise sogar in Form eines Gedichts des Dämons. Herzlichen Dank an Gabriele Amorth!