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Bericht aus Yucatán
 
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Bericht aus Yucatán [Taschenbuch]

Diego de Landa , Linda Schele , Mary E Miller , Carlos Rincón , Ulrich Kunzmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Franziskanermönch Diego de Landa, der etwa 30 Jahre auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán lebte, verfasste 1566 diese Chronik, in der er Lebensweise, Sitten und Bräuche der Maya schildert und ihre Schrift, ihre Zeitrechnung und ihre Bauwerke beschreibt. Diego de Landa war maßgeblich an der Zerstörung der Maya-Kultur beteiligt. Auch wenn er wenig für die fremde Kultur übrig hatte, ist sein 'Bericht aus Yucatán' noch heute ein zentrales Werk zum Verständnis der Maya.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Indios haben sehr vergnügliche Unterhaltungen und vor allem Komödianten, die mit großer Anmut spielen, was so weit geht, daß diese sich Spanier mieten, damit sie die Späße über diejenigen Spanier sehen, die mit ihren Mädchen vorbeikommen, über die Ehemänner oder über sie selbst, über gute oder schlechte Diener, und hierauf stellen sie dies so kunstfertig wie genau dar. Sie haben kleine Trommeln, die sie mit der Hand schlagen, und eine weitere, aus einem hohlen Baumstamm hergestellte Trommel, die dumpf und traurig klingt und die sie mit einem länglichen Stab schlagen, dessen Spitze sie mit dem Milchsaft eines Baums bedeckt haben; und sie haben große und dünne Trompeten aus hohlen Baumstämmen, an deren Ende lange und gekrümmte Kalebassen angebracht sind; sie haben ein weiteres Musikinstrument aus der Schale einer ganzen Schildkröte, nachdem man das Fleisch herausgelöst hat, schlägt man mit der Handfläche auf die Schale, was einen düsteren und traurigen Klang ergibt. Sie haben Pfeifen aus den Röhrenknochen von Hirschen, große Schneckentrompeten und Rohrflöten, und mit diesen Instrumenten spielen sie den Tanzenden auf. Vor allem haben sie zwei Tänze, die ganz allein für Männer und sehr sehenswert sind. Der eine ist ein Spiel wie das Ringelstechen, und deshalb nennen sie es 'Colomché', was ebendies bedeutet. Hierfür findet sich ein großer Kreis von Tänzern zusammen, wozu Musik erklingt, und in deren Takt treten zwei aus dem Kreis heraus: Der eine trägt ein Bündel Wurfpfeile und tanzt mit ihnen in aufrechter Haltung; der andere tanzt hockend, wobei beide dem Takt des Kreises folgen; und der eine schießt die Wurfpfeile mit ganzer Kraft auf den anderen ab, während dieser sie sehr geschickt mit einem kleinen Holzstab abfängt. Nachdem alle Pfeile verschossen sind, tanzen sie dem Takt folgend in den Kreis zurück, und andere treten heraus, um das gleiche zu tun. An einem anderen Tanz sind ungefähr achthundert Indios beteiligt, die Fähnchen tragen und den Klängen einer kriegerischen Musik mit langen Schritten folgen, wobei es unter ihnen nicht einen gibt, der aus dem Takt kommt; und in ihren Tänzen sind sie schwerfällig, weil sie den ganzen Tag unablässig tanzen, und selbst mit Essen und Trinken versorgt man sie während des Tanzes. Es war nicht üblich, daß die Männer mit den Frauen tanzten. Die Handwerker unter den Indios waren Töpfer und Zimmerleute, die viel verdienten, da sie die Götzenbilder aus Ton und Holz herstellten, wobei sie zahlreiche Fastenzeiten und andere Zeremonien einhielten. Es gab auch Wundärzte oder, besser gesagt, Zauberer, die mit Kräutern und vielen abergläubischen Handlungen heilten; und so war es auch bei allen übrigen Handwerken. Das Gewerbe, für das sie die größte Vorliebe zeigten, war der Handel; die Kaufleute brachten Salz, Kleidung und Sklaven in das Gebiet von Ulúa und Tabasco und tauschten alles gegen Kakao und Steinkügelchen ein, die ihr Geld waren, und damit kauften sie gewöhnlich Sklaven oder andere Steinkügelchen, weil diese von ausgesucht guter Qualität waren, und die Häuptlinge trugen sie als Juwelen bei den Festen; als Geld und Juwelen für ihren persönlichen Gebrauch hatten sie auch weitere, die aus gewissen roten Muschelschalen hergestellt waren, diese trugen sie in ihren geknüpften Beuteln bei sich; und auf den Märkten handelten sie mit allem, was es in diesem Land gab. Sie borgten, verliehen und bezahlten höflich und ohne Wucherzinsen. Mehr als alle übrigen waren die Bauern und jene, die den Mais und die anderen Feldfrüchte ernten; diese bewahren sie in sehr schönen Kornspeichern und Scheuern auf, um sie zu einer günstigen Zeit verkaufen zu können. Ihre Maultiere und Ochsen sind die Menschen. Gewöhnlich säen sie für jeden Ehemann und seine Frau ein Feldmaß von vierhundert Fuß, das sie 'hum uinic' nennen und das mit der Elle zu zwanzig Fuß in der Breite und in der Länge ausgemessen wird. Die Indios haben die gute Sitte, sich bei all ihren Arbeiten gegenseitig zu unterstützen. Während der Aussaat schließen sich diejenigen, die hierzu keine eigenen Leute haben, in Gruppen von ungefähr zwanzig Mann zusammen, und sie leisten gemeinsam, ihrem Maß und Anteil entsprechend, die Feldarbeit für alle; sie hören nicht eher auf, bis sie ihre Pflicht allen gegenüber erfüllt haben. Die Ländereien sind zunächst gemeinschaftliches Eigentum, und darum wird derjenige, der sich ihrer als erster bemächtigt, ihr Besitzer. Sie säen auf vielen auseinanderliegenden Feldern, damit, wenn eines keinen Ertrag bringt, das andere dies ersetzen kann. Wenn sie den Boden bestellen, säubern sie ihn lediglich von Unrat, den sie verbrennen, und hierauf säen sie; von Mitte Januar bis zum April bereiten sie das Land vor, und wenn der Regen beginnt, bringen sie die Saat in den Boden; hierfür tragen sie einen kleinen Sack auf dem Rücken, und mit einem spitzen Stock graben sie ein Loch in die Erde, sie legen fünf oder sechs Körner hinein, die sie mit demselben Stock zuschütten. Ein erstaunlicher Anblick ist, wie die Pflanzen sprießen, sobald es regnet. Auch für die Jagd schließen sie sich in Gruppen von ungefähr fünfzig Mann zusammen, und das Hirschfleisch braten sie auf einem Rost, damit es ihnen nicht verdirbt; wenn sie in den Ort zurückgekehrt sind, geben sie dem Häuptling einen Teil als Geschenk, und (den Rest) teilen sie freundschaftlich unter sich auf. Das gleiche machen sie beim Fischfang.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
77 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein Schatz!!! 15. Januar 2002
Von histguru
Format:Taschenbuch
Der Franziskanermönch Diego de Landa (1524-1579), der etwa 30 Jahre auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán lebte, verfaßte 1566 diese Chronik, in der er die Sitten und Bräuche der Maya schildert, ihre Lebensweise in Familie und Gemeinschaft, ihre Religion, Ackerbau- und Jagdmethoden and ihre Kriegführung. Er erläutert Schrift und Zeitrechunung der Maya, beschreibt die Bauwerke, berichtet von der Besiedlung der Halbinsel durch die Ureinwohner nach deren Angaben und erzählt von der Ankunft der Spanier, ihren Ansichten und Zielen, aber auch von ihren Grausamkeiten. Als eifriger Missionar und erster Bischof der Region war Diego de Landa maßgeblich an der Zersörung der Maya-Kultur betiligt. Er ließ die ihren Glauben bewahrenden Indios verfolgen und in den Tod treiben, ihre Tempel schleifen und ihre Schriften verbrennen. Er beschrieb, was er zerstörte, ohne Achtung und Verständnis für die andere Kultur. Dennoch ist sein Bericht ein wichtiger Schlüssel zur Erforschung der Maya-Kultur, eine Möglichkeit, andere Welten zu erkunden, wenn die bloße Möglichkeit des Exotischen in unserer eigenen Welt endgültig verschwunden ist.

Meine Meinung zu dem Buch:
EINFACH GENIAL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Diego de Landa war Augenzeuge und hat Maya-Kultur erlebt, wie sie einst war. Dieses Buch ist unglaublich interessant!!!

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Julie
Format:Taschenbuch
Wer schon mal einen aktuellen Reiseführer über Mexiko durchgeblättert hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass zwar ihre Pyramidenstätten äußerst ausführlich analysiert und beschrieben werden, doch über das Leben der Maya selbst wird nur sehr wenig gesagt.

Dieses Buch ist genau das Richtige für alle, die mehr über das "geheimnisvolle" Volk der Maya lernen wollen, die allerdings nicht ein rein wissenschaftliches Buch lesen wollen und vor historischen Quellen nicht zurückschrecken.

Entgegen meinen Befürchtungen ist es sehr gut zu lesen (authentische Quellen sind das - trotz Übersetzung - nicht unbedingt) und es eignet sich hervorragend als Lektüre direkt vor oder während der Reise!
Als etwas langatmig und kompliziert habe ich zwar die Beschreibung des Kalenders empfunden, der Rest des Berichts ist aber äußerst aufschlussreich und interessant!

Fazit: Eine wunderbare Ergänzung zum "normalen" Reiseführer für alle, die mehr über die Geschichte des Landes und der Bewohner erfahren wollen!!
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Sehr interessantes Buch über die Maya-civilization auf der Sicht eines Mönches, der obwohl seine Religion vertritt, sehr sachlich und Respektvoll
forscht und sich bemüht die Kultur zu verstehen und zu berichten, dass aufjedenfall sehr schockierend ist.
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