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Produktinformation
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Dieses Hörspiel ist eine beeindruckende Inszenierung aller Schrecken, die der Protagonist zu durchstehen hat: angefangen bei den Qualen in seinem Versteck als blinder Passagier, über das dem Wahnsinn nahe Dahintreiben der letzten vier Überlebenden auf dem Wrack bis hin zur Flucht vor den Wilden das blanke Entsetzen, das Grauen ist spürbar. Vielleicht liegt es an der erstklassigen musikalischen Untermalung von Jens-Uwe Bartholomäus, vielleicht an den brillanten Sprechern beispielsweise an Heiner Heusinger als Erzähler und Roland Renner als Arthur Gordon Pym, die Schauer in dieser Produktion reißen mit. Und das gänzlich ohne großartige Effekte: Der Ich-Erzähler führt durch die Story, sicher eingespielte Hintergrundgeräusche, perfekt arrangierte Dialoge und die bereits erwähnte geniale Musik, mehr brauchte Serotonin nicht für diese professionelle Hörspielproduktion. Hinter der AudioKunstgruppe Serotonin stehen Marie-Luise Goerke, sie arbeitet als freie Autorin und Regisseurin in Berlin, und Matthias Pusch, der ebenfalls in Berlin als Regisseur und freier Dramaturg arbeitet.
Edgar Allen Poe (1809 bis 1849) prägte mit seinen Texten Horror, Fantasy und die Detektivgeschichte. Poe war ein erstklassiger Analytiker, ausgestattet mit einem außergewöhnlichen, psychologischen Scharfblick und großer poetischer Begabung. Das Leben des literarischen Erfinders des Schreckens war jedoch unstet und gekennzeichnet durch Schicksalsschläge, Armut und Krankheit. Mit zwei Jahren wurde er adoptiert, seine Schulzeit verbrachte er im Heim, von der Militärakademie wurde er unehrenhaft entlassen. Seine Arbeit als Journalist war schwierig. Der berühmteste Vertreter der amerikanischen Romantik, der in die unbekannten Tiefen der menschlichen Seele Einblick nahm, der Verfasser eines der berühmtesten amerikanischen Gedichte mit dem Titel Der Rabe (1845) starb einsam, in finanzieller und gesundheitlicher Not, nachdem zwei Jahre zuvor seine Frau Virginia gestorben war.
Fazit: Ein in jeder Hinsicht empfehlenswertes Hörspiel. Sehr professionell gemacht! Hörspiel, Spieldauer: ca. 112 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. Auch als MC (3899403673) erhältlich. -- culture.text
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Bei dieser Novelle Edgar Allan Poes aus dem Jahre 1838 handelt es sich um das sicherlich rätselhafteste Prosawerk des Autors. Es zog eine Vielzahl von Interpretationsversuchen nach sich. Besonders der überirdisch-endzeitlich wirkende Schluß des unvollendet erscheinenden Werkes diente als Nährboden für Spekulationen. Was zunächst wie ein spannender -aber nicht einmaliger- Reisebericht aus der Südsee anmutet, welcher sich später in die Breiten der Antarktis erstreckt, wird durch immer neue Motive, Zerrbilder und Schrecknisse zu einem Werk mit ganz eigener destruktiver Dynamik. Die Handlung wird vordergründig als subjektiver Bericht des Seemanns Pym ausgegeben, der kurz vor Vollendung dessen Niederschrift gestorben sein soll.
Die Erlebnisse sind aber vielmehr eine Parabel über die Verdorbenheit und Anfälligkeit zur Niedertracht menschlicher Existenz allgemein. Pyms Geschichte bricht gegen Ende in einem mystischen Durcheinander ab und Poe versichert im Nachwort zur Vollendung noch zwei bis drei Kapitel schreiben zu müssen. Obwohl der erste Teil bis zur Rettung der Schiffbrüchigen eine konventionelle Handlung zeigt, finden sich auch hier schon die individuellen Poeschen Motive mit denen er dem Leser (und jetzt auch Hörer) das Grauen erfahrbar macht (lebendig begrabener Mensch / Menschenfresserei / rassische Motive / Farbsymbolik). Die Handlung zeigt menschliches Verhalten in Extremsituationen und wird zum Spiegel für eine (damals wie heute) autoritätsgläubige Gesellschaft vermein
dlicher Gutmenschen. Beschreibungen der Fauna und Flora finden sich später sehr detailliert auch bei Jules Verne. Eine thematisch-symbolische Verwandtschaft zu Hermann Melvilles Moby Dick ist ebenso offensichtlich.
Dem im doppelten Sinne "ausgezeichneten" Team von Serotonin gelingt es bei diesem Hörspiel in vorbildlicher Art und Weise die Düsternis der Handlung in Klang- und Tonsequenzen umzusetzen. Die eindringliche Sprechleistung bis in die Nebenrollen hinein vermittelt den Eindruck wirklich selber an Bord des Seelenverkäufers vegitieren zu müssen. Poes Schrecken werden erfahrbar. Blinder Passagier zu Sein, über das Weiterleben eines Mitmenschen entscheiden zu müssen und die Hilflosigkeit gegenüber wilden Horden Eingeborener, als dies wird insbesondere durch die musikalischen Effekte (Jens-Uwe Bartholomäus) real. Ein Hörspiel für Erwachsene mit dem der hörverlag erneut Maßstäbe in einer oft wenig beachteten Kategorie des Genres setzt. Sehr empfehlenswert.!
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