In diesem Buch erzählt Walter Bonatti sehr spannend und anschaulich von verschiedenen Bergabenteuern, von seinen ersten Kletterversuchen in den heimatlichen Bergen, über große Alpenwände bis zum Himalaya. Er beschränkt sich jedoch auch wirklich auf diese Episoden und man erfährt nichts über sein sonstiges alltägliches Leben, oder wie er sich in den frühen Jahren finanziell über Wasser gehalten hat, das ist schade. Doch schreibt Bonatti nicht nur alpine Tatsachenberichte. Er gibt immer wieder Aspekte seiner selbst preis und philosophiert oft über das Leben und das Bergsteigen, wobei seine existentialistische Grundhaltung durchkommt Das Leben der meisten Menschen "unten in den Ebenen" stößt ihn ab, für ihn ist es hoffnungslos und leblos, ein ständiger, kaputtmachender Kampf um nichts. Bonatti lebt auf dem Berg auf, er hat eine sehr enge Beziehung zu ihnen, vor allem zu seinem "Vater" Mont Blanc. In den Bergen ist er in doppelter Hinsicht über dem normalen Leben. Für ihn persönlich ist das Bergsteigen eine sinnstiftende Angelegenheit, und seine Intention ist es, die Grenzen immer weiter hinaus zu schieben, "das Unmögliche möglich zu machen". Diese philosophischen Aspekte des Buches waren für mich die interessantesten, einmal die geistige Grundhaltung des Walter Bonatti zu verstehen. Das Bergsteigen ist sein Sinn im seiner Meinung nach absurden Leben. Alles in allem ein wirklich tolles, tiefes Buch