Aus der Amazon.de-Redaktion
Daniel Hope: Seine Nachname spricht es fast aus, die Hoffnung, dass es nun ein Ende mit den Geigennymphchen, toughen Saitengirlies und gestylten Geigern hat, die sich nur irgendwelchen Marketing-Gesetzen verpflichtet fühlen und ein seichtes Programm herunter fiedeln. Mit Daniel Hope tritt ein ebenso kluger wie wackerer Handwerker in Erscheinung, der sich kompromisslos der Moderne verschreibt und nicht mit Schmalz und Crossover Karriere machen will.
Daniel Hope findet es langweilig, "150 Mal pro Saison immer wieder die drei Bs (die Violinkonzerte von Beethoven, Brahms und Bruch) zu spielen", wie die meisten seiner Kollegen. Also wendet er sich zusammen mit dem BBC Symphony Orchestra unter Paul Watkins den anderen zwei Bs zu, die nicht ganz so bekannt sind, nämlich den Violinkonzerten von Alban Berg und Benjamin Britten. Hopes Ton ist weich, doch zupackend, seine Technik souverän, besonders in den heiklen vielstimmigen Passagen von Alban Bergs Violinkonzert und der launischen, geradezu halsbrecherischen Kadenz von Brittens Violinkonzert. In seiner Auseinandersetzung allerdings mit dem Schmerz und den dunklen Geheimnissen des Lebens -- Bergs Violinkonzert ist die Antwort auf den Tod eines jungen geliebten Mädchens -- bleibt Hope etwas verhalten. Ein solches Wissen kann man von einem so jungen Geiger auch nicht erwarten. --Teresa Pieschacón Raphael