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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
magisch-verwundenes china, 26. November 2004
Von Ein Kunde
ein guter alter freund aus meiner china-zeit, ebenfalls auslaender bzw. deutscher, hat mir dieses buch empfohlen. nun habe ich es mir gekauft und bin mitten drin im lesen. noch nicht fertig, aber schon soweit, gerne meinen eindruck mitzuteilen. fuer jemanden wie mich, dessen zweite heimat im herzen china ist, liest sich dieses buch unglaublich. bunt und vielfaeltig, und die personen, die doerfer, die landschaften, die gao xingjian beschreibt, aufnimmt, zu einem grossen zusammenhaengenden patchwork zusammenfuegt, wecken diverse assoziationen. das china, wie gao xingjian es beschreibt, gibt es in einigen bereichen wirklich. gegenden, abgelegen, in denen die moderne staaten- und lebenswelt noch nicht oder nur kaum eingreifen kann. ich habe aehnliches erlebt (zb einen kleinen halb verfallenen tempel neben einem restaurierten pagodenareal, in dem eine art schamanin fuer umherziehende frauen ein fruchtbarkeitsritual abhielt). man merkt, dass gao xingjian 1989 china verlassen hat, da dieses beschriebene china zwar noch zu finden ist, aber im verschwinden begriffen ist. ich weiss nicht, wie sich dieses buch fuer leser ohne chinakenntnisse liest; ich mutmasse, dass es fremdartig und vielleicht etwas knoechern-konstruiert wirkt, da sie sich die unbekannten bilder selber bilden muessen. andererseits beschreibt gao xingjian sehr gut, und sehr angenehm sind auch die kurzen kapitel (das buch besteht aus 77 abschnitten). dass gao xingjian in mainland china nicht wirklich als chinesischer nobelpreistraeger gezaehlt wird, und dass man ihn dort fast nicht kennt, verwundert nicht, da solche exilchinesen haeufig als unpatriotisch und somit negativ angesehen werden. leider kann ich nichts zu seinen anderen werken sagen; das vorliegende jedoch nimmt einen herausragenden platz in meiner mentalen bibliothek ein.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderschönes Buch, 21. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Berg der Seele (Gebundene Ausgabe)
Der Berg der Seelen ist ein wunderschönes Buch, es beschreibt die Reise eines Mannes durch die Mythen, Landstriche, und Tempel Chinas auf der suche nach Lingshan, dem Berg der Seelen. Der Erzähler schafft es auf bemerkenswerte Weise seine Gedanken, Träume und Sorgen in einer wundersam einprägsamen Sprache zu visualisieren. Als ich das Buch las war ich manchmal komplett in Gedanken, ganz weit weg von den Zeilen des Buches, es schafft wunderbare Bilder, genau das ist es aber was ein gutes Buch schaffen muß, denke ich. Wichtig ist nur das man das Buch in Ruhe liest, die Art und Weise erfordert das.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartig!, 10. April 2005
Bücher, deren Inhalt von einem mir unbekannten Land handelt, reizen mich immer. Umso mehr, wenn es nicht um die großen allseits bekannten Touristenstädte geht, sondern um die kleinen, größtenteils unbekannten Orte und Gegenden. So wie in "Der Berg der Seele". Der Autor nimmt den Leser hier mit auf eine Reise ins unbekannte China, in kleine Provinzdörfer im südlichen Teil des Landes. Man trifft mit ihm daostische Mönche, Schamanen, wird somit natürlich auch Zeuge vom Riten und anderen spirituellen, mythischen Vorgängen. Es werden Geschichten erzählt, Erinnerungen geweckt, alte Freunde getroffen, neue Freundschaften geschlossen (vor allem mit Frauen) und noch soviel mehr. Es hat zuerst den Anschein, als sei dies gar kein Roman. Gao Xingjian erzählt hier aus verschiedenen Erzählperspektiven, oft haben die Kapitel kein wirkliches Ende, manchmal nicht wirklich einen Anfang. Mal klingt es nach einfachen Reisenotizen, dann wird es mystisch, fabulös, das folgende Kapitel besteht dann einfach nur aus einem Dialog. Fast wie eine Sammlung von Kurzgeschichten oder Essays. Und doch weiss man, sobald das Buch beendet ist, das dies alles zusammengehört. Es ist die Flucht eines Menschen in eine andere, vergessene Welt, vielleicht sogar auf der Suche nach sich selbst. Ein wirklich grandioses Buch über ein China, welches wohl die wenigsten kennen werden. Man taucht einfach so tief ein in diese Welt, der Autor beschreibt so plastisch die Umgebung, Gefühle, Gerüche, lässt hier mal ein altes Volkslied einfliessen, da mal ein paar Daten aus der Geschichte... Da, leider, eine Art Glossar fehlt, wird der Leser ohne grosse China-Kenntnisse (so wie ich :-)) wohl das ein oder andere Wort nachschlagen müssen, aber da es derer nicht allzuviele gibt, wird sich das nicht als Problem rausstellen! Also, für mich ein unentbehrliches Buch. Man lernt etwas über das "traditionelle" China und wird dabei mitgenommen auf einen Trip, nicht nur in das innere eines Landes, sondern auch in das Innere eines Menschen. Und alles so ruhig und melancholisch geschrieben, das man sich einfach treiben lassen kann. Und wer möchte nicht auch mal einfach den Rucksack packen und dem Alltag entfliehen? Lesen!! :-)
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