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5.0 von 5 Sternen
Der Heilige Berg, 28. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Berg Athos: Geschichte einer Mönchsrepublik (Taschenbuch)
Ein kleiner Abriss der Geschichte der einzigartigen Mönchsrepublik, die sich auf dem dritten Finger der griechischen Halbinsel Chalkidiki befindet. Von den Anfängen im 9. Jahrhundert bis in das Jahr 2004 kann man die geheminisvolle, legenden- und mythenumwobene Geschichte des Heiligen Berges Athos verfolgen. Die Nähe zum Gott, die durch Abgeschiedenheit und Isolierung erlangt werden kann, fasziniert noch heute. Zur Zeit befinden sich auf dem Berg Athos 20 Klöster, die Geschichte jedes Einzelnen wird auch in den vorliegenden Band kurz erläutert. Zwanig Abbildungen und eine Karte erleichtern die Orientiereung.
Leider bleibt der Berg Athos für viele nur ein etferntes Land, das man nur vom Meer (Schiff) aus betrachten kann. Der Zutritt bleibt der weiblichen Wesen verwehrt. Nichtdestotrotz, es lohnt sich mehr darüber zu erfahren.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Berg Athos, 2. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Berg Athos: Geschichte einer Mönchsrepublik (Taschenbuch)
Ein komplexes Thema auf rund 120 Seiten abzuhandeln und dabei auch für den Laien verständlich alle relevanten Informationen zu vermitteln, ist zweifelsohne keine leichte Aufgabe. Die Autoren der Beck-Wissen-Reihe werden diesem Anspruch in unterschiedlichem Maße gerecht. Andreas Müllers Band ist in dieser Hinsicht nicht gänzlich gelungen.
Im ersten Teil liegt eindeutig die Stärke des Bändchens. Hier erzählt uns Müller auf rund siebzig Seiten eingängig, kenntnisreich und nicht ohne Augenzwinkern (aber keineswegs respektlos) die Geschichte des monastischen Lebens auf dem Athos vom 9. bis ins 21. Jahrhundert. Gekonnt werden dem Leser die Ereignisse und Entwicklungen auf dem Heiligen Berg im historischen und theologischen Kontext des orthodoxen Christentums sowie des Oströmischen und Osmanischen Reiches verdeutlicht, wobei der Schwerpunkt (ein Tribut an Müllers Fachgebiet) eindeutig auf der byzantinischen Zeit liegt. All das ist anschaulich erläutert und auf beschränkt sich auf das Wesentliche, erfüllt also alle Ansprüche an die Reihe.
Der zweite Teil hingegen enttäuscht. Auf vierzig Seiten werden alle heute bestehenden Athos-Klöster einzeln in Kurzportraits vorgestellt, die letztlich völlig austauschbar wirken und in etwa nach folgendem Schema aufgebaut sind: "Wann das Kloster gegründet wurde, lässt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, doch ranken sich fromme Legenden um dieses Ereignis. Im Laufe seiner vielhundertjährigen Geschichte wurde das Kloster wahlweise von russischen Zaren, serbischen Königen und/oder rumänischen Fürsten materiell und ideell gefördert und brannte mehrmals bis auf die Grundmauern ab. Dennoch birgt es bis heute eine beeindruckende Bibliothek sowie kostbare Ikonen und Reliquien." Die Kurzbeschreibungen sind somit recht nichtssagend, was freilich, wie man aus dem ersten Teil weiß, nicht dem mangelnden Erzähltalent Müllers, sondern wohl schlichtweg der Unmöglichkeit geschuldet ist, die oft tausendjährige (Kultur-)Geschichte eines Klosters auf durchschnittlich knapp zwei Taschenbuchseiten so wiederzugeben, daß auch individuelle Züge deutlich werden.
Es wäre besser gewesen, auf diesen Teil zu verzichten, dafür die allgemeinen Ausführungen mit weiteren Details anzureichern. Beinahe könnte sich der Eindruck aufzwängen, daß hier nur noch Seiten geschunden werden sollten. Das ist schade, hätte man doch über manches, was in der ersten Hälfte nur angeschnitten wurde (wie etwa die Athos-Akademie des Eugenios Vulgaris im 18. Jahrhundert), gerne mehr erfahren.
Nach der Lektüre bleibt mithin ein zwiespältiger Eindruck, doch als Einstieg dient Müllers Beitrag allemal. Und der wirklich Interessierte wird sowieso weitere Bücher über den Athos lesen wollen.
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