Als gegen Ende des letzten Jahres die Nachricht zu mir drang, dass Ewigheim ein neues Album veröffentlichen würden, war meine Vorfreude kaum noch auszuhalten, denn schließlich gehört das bis dahin letzte Album der Band "Heimwege" zu meinen absoluten Lieblingsplatten. Mir war klar, dass es "Bereue nichts" schwer haben würde, seinen Vorgänger zu übertreffen und letztlich hat es das meines Erachtens auch nicht geschafft, dennoch haben Ewigheim ein starkes Album rausgebracht, welches allerdings ein paar Anläufe braucht, um richtig zu wirken.
Musikalisch werden hier Gothic Rock/Metal, Doom Metal, "Neue Deutsche Härte" und elektronische Spielereien wild gemischt, sodass die Platte insgesamt ziemlich heterogen klingt, wenngleich die Songs für sich genommen meist über eine recht hohe Eingängigkeit verfügen. Insbesondere gilt das für die zwei Stücke "Morgenrot" und "Dürrer Mann", die mit ihren von reichlich Keyboardunterstützung begleiteten, einfachen Refrains sofort mitzureißen wissen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die drei "doomigen" und balladenhaften Songs "Stahl trifft Kopf", "Der letzte Mensch" und "Was bleibt", wobei sich gerade bei den letzten beiden positiv bemerkbar macht, dass Schwadorf (wie Sänger Konstanz sonst vor allem bei "The Vision Bleak" aktiv) als vollwertiges Bandmitglied aufgenommen wurde und die Leadgitarren eingespielt hat, die noch ein wenig mehr Abwechslung in den sonst meist sehr rifflastigen Sound der Band bringen. Eines haben all die bisher genannten Lieder gemeinsam: Sie sind von hoher Qualität. Die langsamen "Schatten" brauchen sich trotz ihrer nur zwei Minuten Spielzeit auch nicht vorm Rest zu verstecken und "Schmutzengel", das durch seine druckvollen Riffs, die an das Ewigheim-Debüt "Mord nicht ohne Grund" erinnern sowie seinen aufdringlichen Refrain heraussticht, fügt sich ebenfalls qualitativ gut ein. "Heimkehr/Bereue nichts" zeigt einführend gleich die meisten Facetten des Albums und gehört zu meinen Favoriten. Etwas ab fällt meiner Meinung nach lediglich das schnelle "Staubfrei", da es hier weder einen großen Refrain noch sonst etwas herausstechendes gibt. Außerdem frag ich mich, ob es wirklich nötig war, zwischen "Der letzte Mensch" und einem Hidden Track, den man gern als regulären Ausklang nach dem anschließenden, netten Bonussong "Mal ehrlich" hätte verwenden können, sechs Minuten Stille zu lassen.
Textlich bewegt sich die Scheibe in gewohnt makaber-traurig-düster-zynisch-humorvollen Gefilden, ohne dass dabei die Parallelen zur Hauptgruppe "Eisregen" des Band-Führers Yantit zu groß würden.
Abschließend betrachtet, hat "Bereue nichts" bei mir einen hervorragenden Eindruck gemacht und sei allen Anhängern der Band aber auch allen anderen aufgeschlossenen Gothic- und Metal-Fans empfohlen. Bei den ersten Hördurchgängen rieselt ein Großteil der Musik vielleicht noch an einem vorbei, die Platte wächst allerdings schnell.