Der Autor beabsichtigte, in seinem Buch die wichtigsten Gedanken zu den Fragen zu behandeln (S. 13): Was machen Menschen nach einem Verlust durch? Warum? Die vier Hauptaufgaben des Trauerns. Wie kann man Menschen helfen? Woran erkennt man, dass der Verlustkummer überstanden ist? Wie erkennt man Komplikationen des Trauerprozesses und wie kann man bei solchen helfen? Wie hilft man einer ganzen Familie bei der Bewältigung des Verlustes? Wie hilft man in speziellen Verlustsituationen: Selbstmord, plötzlicher Tod, plötzlicher Säuglingstod (SIDS), Fehl- und Totgeburten, Abort, vorgreifende Trauer? Wie arbeitet man als Hinterbliebenenbetreuer am wirksamsten?
Entsprechend umfangreich ist das entfaltete Material und eine Flut von Gesichtspunkten ergießt sich über den Leser. Da alles gut gegliedert und systematisch geordnet dargeboten wird, ist es eben noch erträglich. Hat man sich durchgearbeitet, besitzt man nicht nur einen ausgezeichneten Überblick, sondern verfügt über ein Werk zum Thema "Trauer- und Hinterbliebenenbegleitung", in dem man im konkreten Bedarfsfall erfolgreich wird nachschlagen können.
Gelegentlich stolpert man über Sätze wie diesen: "Nach einigen vorliegenden Studien zu urteilen, kann man delinquentes Verhalten als ein adaptives Äquivalent im Falle einer larvierten Trauerreaktion betrachten." (Seite 79). Es besteht kein Anlass, sich bei der Lektüre davon entmutigen zu lassen. Im weiteren Zusammenhang wird gut nachvollziehbar erläutert, wie so etwas gemeint ist.
Keiner, der sich der "Trauer- und Hinterbliebenenbegleitung" widmet, kommt an diesem Buch vorbei. Mit ihm verschafft er sich einen guten Überblick und verfügt über ein fundiertes Nachschlagewerk.