Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfühlsam und anschaulich, 31. Dezember 2006
Neben diesem Buch habe ich zum selben Thema Langenmayrs "Trauerbegleitung" gelesen, doch Wordens Buch hat mir deutlich besser gefallen. Dem Autor gelingt es, sich sowohl in den Trauernden einzufühlen als auch auf den Fachmann einzustellen, für den dieses Buch hauptsächlich gedacht ist. Zentral sind für Worden vier Traueraufgaben. Der Trauernde müsse den Verlust als Realität akzeptieren, den Trauerschmerz erfahren, sich an eine Umwelt ohne den Verstorbenen anpassen und schließlich emotionale Energie in andere Beziehungen investieren. Sehr detailliert und anschaulich erklärt er, was normale Trauerreaktionen ausmachen und wovon ihre Stärke und Dauer abhängt. Anschließend beschreibt er Indikation und Inhalt einer Hinterbliebenenberatung. Diese grenzt er ab von der Hinterbliebentherapie, die sich an Trauernde wendet, deren Trauer sich entweder "protrahiert" (d.h. zu lange), "larviert" (sich also in körperlichen oder Verhaltenssymptomen abbildet) oder "übertrieben" zeigt. Die Begrifflichkeit Wordens klingt dabei aber nie abwertend. Seine grundlegende Empathie für den Trauernden zieht sich durch das gesamte Buch. Dabei gleitet Worden auch nie in esoterische oder religiöse Welten ab. Weitere Themen, die das Buch abrunden, sind die Trauer bei speziellen Verlusten (z.B. nach einer Abtreibung), die Veränderung eines Familiensystems nach dem Tod eines Familienmitglieds und nicht zuletzt eigene Trauererfahrungen des Hinterbliebenenberaters. Insgesamt ein sehr gelungenes und anschauliches Buch, das mir einen guten Einblick in die Beratung und Therapie nach Trauerfällen geliefert hat.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gelungener Überblick - fundiertes Nachschlagewerk, 9. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Beratung und Therapie in Trauerfällen. Ein Handbuch (Taschenbuch)
Der Autor beabsichtigte, in seinem Buch die wichtigsten Gedanken zu den Fragen zu behandeln (S. 13): Was machen Menschen nach einem Verlust durch? Warum? Die vier Hauptaufgaben des Trauerns. Wie kann man Menschen helfen? Woran erkennt man, dass der Verlustkummer überstanden ist? Wie erkennt man Komplikationen des Trauerprozesses und wie kann man bei solchen helfen? Wie hilft man einer ganzen Familie bei der Bewältigung des Verlustes? Wie hilft man in speziellen Verlustsituationen: Selbstmord, plötzlicher Tod, plötzlicher Säuglingstod (SIDS), Fehl- und Totgeburten, Abort, vorgreifende Trauer? Wie arbeitet man als Hinterbliebenenbetreuer am wirksamsten? Entsprechend umfangreich ist das entfaltete Material und eine Flut von Gesichtspunkten ergießt sich über den Leser. Da alles gut gegliedert und systematisch geordnet dargeboten wird, ist es eben noch erträglich. Hat man sich durchgearbeitet, besitzt man nicht nur einen ausgezeichneten Überblick, sondern verfügt über ein Werk zum Thema "Trauer- und Hinterbliebenenbegleitung", in dem man im konkreten Bedarfsfall erfolgreich wird nachschlagen können. Gelegentlich stolpert man über Sätze wie diesen: "Nach einigen vorliegenden Studien zu urteilen, kann man delinquentes Verhalten als ein adaptives Äquivalent im Falle einer larvierten Trauerreaktion betrachten." (Seite 79). Es besteht kein Anlass, sich bei der Lektüre davon entmutigen zu lassen. Im weiteren Zusammenhang wird gut nachvollziehbar erläutert, wie so etwas gemeint ist. Keiner, der sich der "Trauer- und Hinterbliebenenbegleitung" widmet, kommt an diesem Buch vorbei. Mit ihm verschafft er sich einen guten Überblick und verfügt über ein fundiertes Nachschlagewerk.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Standard, 25. März 2007
Dieses grundlegende Werk von William Worden kann wahrhaft als Standardwerk der Trauerpsychologie gesehen werden. Abgesehen von seinem menschlichen und empathischen Zugang zum Thema und seinem nicht pathologisierenden Blick treffen seine formulierten Traueraufgaben das Bedürfnis nach einer Psychologie der Trauer, die sich von "Phasen" abhebt, die trotz aller anderslautenden Beteuerungen immer wieder suggerieren, dass sie nach einander ablaufen und einem Schema folgen. Ein gelungenes, sehr differenziertes und gut lesbares Werk!
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