Im positiven Sinne findet hier das Wort Achtung seinen Niederschlag in dem Buch "Praxis Beobachtung". Die Herausgeberin Christine Lipp-Peetz hat 30 Personen zu unterschiedlichen Beiträgen für diesen Band versammelt, und bezeichnender Weise sind darunter nur zwei Männer. So spiegelt sich in der Autorinnenschaft auch das Bild der Elementarerziehung in Deutschland wieder.
Die einzelnen Beiträge, zum Teil in Kooperation geschrieben, beinhalten die wichtigsten Punkte rund um das Thema "Beobachtung, Bildungs- und Erziehungsplan". Es gelingt den Autorinnen udn den Autoren aus einem multiperspektivischen Blickwinkel heraus, den Facetteenreichtum der Praxisbeobachtung zu beleuchten. So ist es konsequent, dass zunächst die Grundlagen von Beobachtung erörtert werden, ehe die Praxis mit den Kindern und die Vertretung gegenüber den Erziehungsberechtigten analysiert werden. Ein eigenes Kaüpitel befasst sich mit dem Beobachtungsmanagement, damit die Beobachtung und deren Dokumentation tatsächlich gelingen können. Ein letzter Abschnitt legt den Schwerpunkt auf den Darmstädter Beobachtungsbogen in der Langfassung und in der kompakten Form und macht sich vor allem darüber Gedanken, wie Beobachtung an die Frau bzw. den Mann gebracht werden können. Ein paar gute Tabellen und vereinzelte Fotos runden den Sammelband ab, bevor eine treffende Geschichte mit dem aussagestarken Anfangssatz: "Wer beobachtet eigentlich wen?" eine sinnvolle Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis herstellt.
Das Literaturverzeichnis enthält erstaunliche viele Titel jüngeren Datums und ist sehr breit gefächert.
Im detaillierten Autoren/-innen-Verzeichnis wird man über die berufsbiographischen Daten hinaus auch entdecken, wie die Erfahrungen aus so unterschiedlichen Gegenden in Deutschland heraus das Buch geprägt und bereichert haben.
Etwas mehr Fotos und Graphiken aus dem Alltag der Kindertagesstätten hätten dieser Publikation noch gut getan.
Einer adäquaten, individuellen Erziehung und Bildung wird hier der Weg bereitet. Mögen viele Erzieherinnen und Erzieher sowie die Leitungen der Kindertagesstätten sich des Buches annehmen, um eine gezielte Bildung zu ermöglichen, die Spiel, Spaß, Erziehung, Lernen und Bildung so zueinander in Beziehung setzt, dass hieraus eine wohltuende Partnerschaft für alle wird. Denn Bildung und Erziehung sollen so voreinander Achtung haben, dass daraus eine menschen(beob-)achtende Beziehung wird...