Nuss plays Uematsu. Und wie. Und eigenwillig. Und jazzig. Und virtuos.
Wer die Stücke des Nobuo Uematsu im Laufe seines lebens verinnerlicht hat, hat hier zwei Möglichkieten. Entweder er lehnt Nuss schlichtweg ab, da ihm der sonst typische zuckersüße japanische Pathos fehlt (und das Orchester drumherum)oder aber - und soviel nimmt meine Bewertung vorweg - Nuss öffnet einem die Augen. Er zeigt mit atemberaubendem Können wie man bekannte Themen respektvoll interpretieren kann, läßt Ruhiges fast bis zum Stillstand kommen und verlangt seinem Flügel an Höhepunkten das Letzte ab.
Mehr als einmal ist man erstaunt, wie Nuss die Melodien spielt, die man schon kennt. Er entfernt sich aber nicht um der Entfernung willen. Er findet soviel mehr, was niemandem bisher aufgefallen zu sein scheint und zeigt es mit einer Selbstverständlichkeit, daß man selbst als altgedienter Fanboy anerkennend klatschen muß.