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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Charakterstudie hervorragend/Geschichtl.Hintergrund zu knapp,
Von
Rezension bezieht sich auf: Benjamin Franklin: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Edmund S. Morgan löst sich von den Vorbildern, eine Biographie mit der Geburt des Protagonisten zu beginnen und mit seinem Tode zu beschließen. Das Buch beginnt mit der Beschreibung der besonderen Fähigkeiten und Eigenschaften eines bereits voll im Leben stehenden Mannes. Das Phänomen der Lebensgeschichte Benjamin Franklins besteht sowohl in seinen wissenschaftlichen Leistungen - empirische Arbeiten über Elektrizität und deren praktische Anwendung in der Entwicklung des Blitzableiters - als auch in seinen diplomatischen Missionen in London und Paris ganz im Geiste aufgeklärter Völkerverständigung. Sein Anliegen war, das "Alte Europa" hinter sich lassend, einen größtenteils noch unerforschten Kontinent zu einem gleichberechtigten Staatenbund unter der britischen Krone zusammenwachsen zu lassen. Dass unter den damaligen Rahmenbedingungen - Verkehr nur über Kutsche und Segelschiff / Kommunikation zweier Länder nur über monatelangen Briefwechsel - außenpolitische Verständigung überhaupt möglich war, hing entscheidend von den Persönlichkeiten dieser Emissäre ab. Franklins Wesen war reich an der Diplomatie dienlichen Eigenschaften:Sein souveräner Verhandlungsstil verknüpft mit Geduld, Charme und Uneitelkeit, der grundsätzlich von polemischer Selbstverteidigung absah. Sein breites Spektrum der Kommunikation von der vertraulichen Konversation über die breit gestreute Korrespondenz bis zum Einsatz der Presse für satirische Attacken, immer mit dem Ziel, engstirnige Positionen im Interesse einer besseren Aufklärung über die amerikanischen Kolonien aufzubrechen. Seine Hartnäckigkeit bei der Verfolgung der von ihm als richtig anerkannten politischen Ziele, aber auch seine Fähigkeit von lieb gewonnenen Zielvorstellungen Abschied zu nehmen, wenn sich diese als unrealisierbar herausstellten - z.B. sein fast lebenslanger Kampf für Erhalt und Weiterentwicklung der staatlichen Allianz zwischen Großbritannien und den amerikanischen Kolonien, den er aufgrund der mangelnden politischen Weitsicht der Londoner Regierung schließlich aufgab. Es fehlen Gespräche, Begegnungen mit-, oder kurze Abhandlungen über bedeutende Persönlichkeiten aus der Zeit Franklins. In seinen drei Londoner Lebensabschnitten wird zwar sein Zusammentreffen mit Pitt näher beschrieben. Aber über die sich anbahnenden gesellschaftlichen Veränderungen während seines mehrjährigen Pariser Aufenthaltes und in wie weit diese vorrevolutionäre Epoche sein Denken beeinflusst hat, erfahren wir nichts. Der jeweilige geschichtliche Hintergrund, zumal es sich bei Franklins Europafahrten um keine Stippvisiten handelte, ist ein notwendiger Bestandteil jeder Biographie und dessen Fehlen ein Grund zwei Sterne abzuziehen. Da sich mir aber die Persönlichkeit Franklins - das Idealbild eines vielseitig begabten und stets motivierten Menschen abendländischer Weltanschauung - durch diese Lektüre so eindrucksvoll erschloss, bleibe ich bei vier Sternen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gut lesbare Biographie für jedermann,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Benjamin Franklin: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Diese Biographie eines der Gründerväter der USA ist auch für Laienhistoriker lesenswert, da die Sprache leicht verständlich ist und der Text nicht allzuviele Kenntnisse voraussetzt. Es führt souverän durch die Stationen des Wissenschaftlers und Politikers, der nach Washington das höchste Ansehen in der jungen amerikanischen Nation besaß. Dennoch wäre es sicherlich hin und wieder hilfreich, wenn die Person Franklins stärker in den historischen Kontext eingebunden worden wäre. So werden viele andere Gründerväter wie Washington oder Adams nur am Rande und im letzteren Fall rein negativ aus der Sicht Franklins dagestellt, andere Personen wie Hamilton bleiben hingegen unerwähnt. So bleibt das Buch eine reine Biographie, der es nicht gelingt ein breiteres Panorama der Gründerzeit zu zeichnen. Den Fachmann wird zudem die eingeschränkte Quellenbasis nicht ausreichen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ein Jünger Franklins,
Rezension bezieht sich auf: Benjamin Franklin: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist zwar leicht verständlich geschrieben, aber auch ziemlich langweilig. Professor Morgan fehlt einfach der Biss. Das Buch krankt zudem an mangelnder Distanz: Fasziniert von seinem Forschungsobjekt Franklin beschränkt sich Morgan darauf, Inhalte der von ihm schon im Vorwort erwähnten CD mit den Papers of Benjamin Franklin zu zitieren: "Ich habe für dieses Buch praktisch ausschließlich eigene Werke Franklins herangezogen, also das, was sich auf der CD und in der gedruckten Gesamtausgabe findet." (Vorwort, S.10) Das reicht aber nicht für eine objektive und interessante Biographie, so bequem darf man es sich nicht machen.
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