Inbesondere die Kapitel zu Kultur und Religion sind ungeheuer schlecht recherchiert: sehr oberflächlich, ziemlich diskriminierend und noch dazu größtenteils komplett falsch. Es entsteht der Eindruck, die Erforschung und Anerkenung traditioneller afrikanischer Religionen und Kulturen habe sich seit den Zeiten E. B. Tylors (1871: "Primitve culture") nicht weiterentwickelt. Die in dem Buch dargestellten Glaubensinhalte haben fast nichts mit dem Vodun in Benin gemein. Zudem wird der Vodun der Fon häufig mit der Yoruba-Kultur aus Nigeria vertauscht.
Frsutrierend, dass Touristen solche Bücher lesen und dann denken, sie wüssten Bescheid, obwohl sie doch nur Klischees aus dem 19. Jahrhundert vorgesetzt bekommen, und keine wirklich brauchbare und mit der Realität überinstimmende Informationen erhalten.
Andererseits: Was soll man erwarten, wenn ein Verlag auschließlich Reiseführer veröffentlicht, die von ehemaligen Peace Corps Freiwilligen - ihres Zeichens unqualifizierte junge Leute, die mit den amerikanischen Werten und Normen die Welt zu retten versuchen - geschrieben wurden.
Als Alternativen empfehle ich dem Benin-Reisenden den Petit Futé Bénin, der ist ausführlich und detalliert und sehr genau recherchiert, auch was die Kultur-Kapitel betrifft.