Habe mich ohne wirkliche Vorkenntnisse über die Zeit und das Jazzumfeld an den Lesestoff gemacht und war durch die bodenständige, ja fast slangartige Ausdrucksweise der Gegenwart entrückt. Als Milchkaffefarbener (Zitat!!!) von schwarz wie weiß abgelehnt zu werden in der Jugend, über die Musik ein Ventil zu finden in der Musik, das ist der Weg den Charles Mingus ging. Nie war er dabei Durchschnitt. Musikalisch brillant, in menschlichen Beziehungen chaotisch bis unfähig (war z.T. als Rassist verschrien) und in Hinblick auf die Frauen unersättlich. Eindrucksvoll wird von allem berichtet, besondere Tragweite kommt dabei der Schilderung der Depressivität in dieser Autobiographie zu, denn selten kann ein Außenstehender solche Gefühlswallungen verbalisieren.
Sehr gutes Buch, auch für nicht Musikliebhaber, die sich mit Zeit und Menschen befassen wollen.