Ein absolut außergewöhnlicher Film über den autistischen Jungen Ben, der das Asperger-Sydnrom hat.
Von seinen Mitschülern gemobbt und von seiner Umwelt (so auch von seinen Lehren und seiner Familie) missverstanden, verbringt er jede freie Minute im MMORPG (ein Online-Rollenspiel) ARCHLORD, und kann den Helden in sich leben, der er im realen Leben aufgrund der ständigen Demütigungen seitens seiner Mitmenschen niemals sein kann. Das Rollenspiel ARCHLORD nimmt eine enorm wichtige und sehr bedeutungsvolle Rolle in seinem Leben ein, die aber WEIT von der üblichen "loser flieht in virtuelle Welt" entfernt ist.
Zu gerne würde ich noch mehr über die Handlung schreiben, allerdings würde ich dem Film ERHEBLICH an spannung nehmen.
Filmisch gibt es NICHTS auszusetzen, die vielen Spielszenen aus ARCHLORD sind EXZELLENT gewählt und passen perfekt in den Film, und gehen noch weiter darüber hinaus: sie unterstreichen die Gefühle von Ben und verdeutlichen seine Gedanken. Auch musikalisch und bild- und schnitttechnisch ist der Film ein Kunstwerk und erinnert durch schnellen Schnitte, die häufigen Einspielungen der ARCHLORD-Szenen und die Farbgebung an ein Musikvideo.
Ben X ist auf der einen seite ein absolut schonungsloser Film, der die Qualen von Mobbing, Demütigung und Ausgrenzung (und das nicht nur an autistischen Menschen, sondern auch an Mobbingopfern im allgemeinen) in voller (aber nicht übertriebener) Härte darstellt, aber auf der anderen Seite auch ein äußerst sensibler Film, der den Zuschauer den stillen aber zugleich auch intelligenten und teils hilflos ausgelieferten Ben in das Herz schließen lässt. Meine Empfehlung geht an alle Menschen, sowohl für Betroffene als auch Täter, für Jugendliche (über 14 Jahre) wie für Erwachsene, für Zocker und für nicht-Zocker.