Anfangs hätte ich nur zwei Sterne vergeben, denn nach dem sehr innovativen Album "Closer", das wohl als Electrojazzpopalbum sehr besonders und gut war und ich immer noch gerne höre, erwartete ich ähnliches.
Da Blues und Country nicht gerade meine Lieblingssparten in der Musik sind, war ich beim ersten Anhören etwas arg enttäuscht, so viele Einflüsse aus diesen beiden Musikstilen waren zu hören, vor allem die Harmonika und der ständige Gebrauch der Steel Gitarren und sonstigen Country-Elemente und der Verzicht auf elektronische Spielereien, machten mir das Album nicht gerade schmackhaft.
Doch Beady Belles schöne Stimme, warme Harmonien, hervorragend ausgefeilte Texte und warmen Instrumentierungen haben das Ruder herumgerissen.
Einzig und allein "Tower of lament" ist mir etwas zu bluesig und die männliche Stimme des Backing Vocals Sängers dominiert mir hier zu stark.
Ansonsten gibt es tolle Songs mit einschmeichelnden Refrains wie "Apron strings", "A touch of paradise" und "Tranquil flight" (schon allein die Titelnamen haben's in sich) mit tollen Instrumenten, die man vor allem erst beim zweiten und dritten Hören erkennen kann,
funkig leichte Souljazznummern wie mit India Arie "Selffulfilling",
ein wunderschönes jazziges Popduett mit Jamie Cullum "Intermission music", zwei sehr leichte dahinschwingende, groovig-coole Songs "Viscous ocean" und "Boiling milk", die für mich mit etwas Ironie vertont wurden. Abschließend noch eine schöne, traurige Jazzballade mit Countryflair "Two-faced", fertig ist ein neues schönes Beady Belle Album, das von Beate S. Lechs Stimme lebt, von den warmen Melodien und tollen Texten.
Es wirkt alles sehr stimmig und in sich geschlossen und auch sehr reif, was nicht anders zu erwarten war.
Den einen Stern muss ich aber trotzdem abziehen, denn es sind einfach mit neun Songs zu wenig Songs, vor allem da die Stücke immer so um die vier Minuten (beim Vorgängeralbum waren einige längere Stücke dabei) lang sind, das Album dauert nicht einmal 40 Minuten, was wirklich zu kurz ist, da muss ich dem Vorrezensenten schon recht geben. Außerdem gefällt mir ein Titel nicht so, was für mich den Hörgenuss auf knappe 35 Minuten verschmälert.
Also das nächste Mal bitte mehr davon!