Dieses Album überzeugt auf der ganzen Linie.
Die Kompositionen sind (bis auf Blossom) allesamt perfekt mit einem Hauch Pop engagiert, das heißt sehr hörerfreundlich. Keith Jarretts warme, freudige Melodien kommen hier genial zum Vorschein, und da alles Liedgut aus seiner Feder stammt, kann er sich am Klavier sowohl als Begleiter als auch als Solist voll entfalten. Die restlichen Quartettmitglieder, Jan Garbarek am Tenor, Palle Dannielsson am Bass und Jon Christensen am Schlagzeug liefern allesamt Meisterleistungen ab. Christensen findet immer die weder aufdringliche noch zu schwache, immer dynamische Rhythmusbegleitung, er bedient sein Instrument vortrefflich. Daniellsson unterstützt und ist gleichzeitig fähig, als Einzelner zur Musik beizutragen, also der perfekte Bassist. Nun zu Garbarek: Seine Bedienung des Tenorsaxophons ist so wunderbar, so unvergleichlich lyrisch.Auch er besitzt durchaus die Fähigkeit, mit seinem Instrument zu sprechen, jedoch fällt die "Redensart" ins Auge. Er spielt keine Licks, sondern bedient sich lieber eigener Ausdrucksmöglichkeiten, ohne auf vorgefertigte Figuren zurückzugreifen, durch sanfte Modulationen, langen Spielfluss bis hin zu seiner manchmal röhrenden Oberregisterstimme (man merkt ihm hier Aylers und Tranes Erbe an, welches er jedoch auf ganz eigene wunderliche Weise verwertet.). Blossom ist eine lange Improvisation über Jarretts Thema, ohne Schlagzeug, und daher eher fließend.
Jarrett spielt und schreibt hier genial, und die restlichen Musiker haben ein großes Talent, was auf dieser außerordentlich lyrischen Platte voll zum tragen kommt. Man bedenke, dass Jarrett sich beim Aufnahmezeitpunk in einer kreativen Hochzeit befand, kurz danach, 1975, wurde ja das unvergleichliche Köln Konzert aufgezeichnet. Die Menschlichkeit und Wärme des Konzertes ist schon hier bei der ersten Quartettaufnahme deutlich zu hören.
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