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Bellini:Norma
 
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Bellini:Norma

Vincenzo Bellini Audio CD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Audio CD (12. Oktober 2010)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Label: Myto Historical (Videoland-Videokassetten)
  • ASIN: B0012RBU04
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 325.392 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

Produktbeschreibungen

Bellini,Vincenzo 1801-1835 - Norma

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Göttlicher Stimmenglanz 14. September 2010
Von Wilhelm Kaiser TOP 1000 REZENSENT
Format:Audio CD
Maria Callas hat mit ihrer Interpretation der Norma wohl am eindrucksvollsten Zeugnis von ihrem Können abgelegt, wie kaum in einer anderen ihrer zahlreichen Rollen. Auch die Hörer, die sich nicht zur Huldigungsgemeinde der Diva zählen, können sich der Faszination dieser Stimme als Norma nicht entziehen. In der Titelpartie entfaltet sie den ganzen Reichtum ihrer Stimme. Die Intensität ihres stimmlichen Ausdrucks ist derart packend, dass man in jeder Phase des gesanglichen Ausdrucks die zum Leben erweckte Norma zu spüren glaubt. Wie kaum bei einer anderen Oper besteht für die Titelfigur die Gefahr, das Melodramatische zu überziehen und in die Lächerlichkeit abzudriften. Maria Callas wandelt jedoch auf diesem schmalen Grat souverän in absoluter Perfektion und Glaubwürdigkeit. Sie lässt nicht den geringsten Zweifel aufkommen. Vielmehr zieht sie den Hörer magisch in den Bann ihrer Ausstrahlung als Persönlichkeit und Künstlerin mit einer begnadeten Stimme, hohen Musikalität und wirkungsvollen Darstellungskraft.

Die größten Anstrengungen hat zwar die Titelrolle zu tragen, jedoch würde diese Oper als Gesamtkunstwerk fraglos leiden, wenn nicht auch die anderen Partien mit den Besten besetzt wären, die die Opernlandschaft zu bieten hatte. Mario del Monaco ist der ideale und unerreichte Pollione geblieben und somit auch der Einzige unter seinen Kollegen gewesen, der der Titelträgerin stimmlich gewachsen war. Der Zusammenklang der Stimmen ist demzufolge enorm. Vincenzo Bellini war ein großartiger Melodiker. Und diese Melodik trägt die Stimmen förmlich empor. Dramatischer Ausdruck wie Schönheit der Stimmen bilden hierbei mit allen Fassetten eine packende Symbiose vom ersten bis zum letzten Atemzug. Maria Callas löste überall starke Emotionen aus und stimulierte auch ihre Kollegen zu sängerischen Höchstleistungen. Mario del Monaco war damals im Zenit seiner Laufbahn und singt mit ausdrucksvollem Glanz und strahlender Schönheit.

Diese am 29.6.1955 in Rom entstandene Liveaufnahme gehört neben dem Mitschnitt einer Aufführung in Mailand am 7.12.1955 zu den besten Aufzeichnungen dieses Werkes überhaupt. Die Aufnahme in Rom, bei der ebenfalls Mario del Monaco den Pollione sang, ist selbst nach der technischen Restaurierung der Mailänder Aufnahme klangtechnisch etwas besser geblieben. In Rom wurde die Aldagisa von Ebe Stignani dargeboten. Trotz einer beachtlichen Leistung wird sie aber von ihrer Kollegin Giulietta Simionato, der Lieblingspartnerin und Freundin der Callas, bei der Aufnahme in Mailand erheblich übertroffen. Der Stimmenglanz von Maria Callas und Giulietta Simionato ist im dramatischen wie im lyrischen Ausdruck so einzigartig, wie man es besser nirgends hören kann. Dennoch bleibt es dabei, dass auch die römische Aufnahme ihren Vorteil hat, weil sie im Klangbild präsenter erscheint. Man sollte sich um beide Aufnahmen bemühen.

Die Aufnahmen sind umso wichtiger, als in nachfolgenden Jahren Maria Callas den stimmlichen und nervlichen Belastungen als Opernsängerin immer weniger gewachsen schien. Licht und Schatten wechselten in zunehmendem Maße. Schon bei dem Debüt von Maria Callas an der New Yorker Met im Oktober 1956, die vom Rundfunk weltweit übertragen wurde, war Maria Calles nicht auf der Höhe ihres Könnens, sie wirkte überaus nervös. Mario del Monaco und Cesare Siepi sangen so schön wie nie zuvor, so jedenfalls Rudolf Bing. 1958 musste der italienische Staatspräsident nach dem ersten Akt von Norma nach Hause gehen, weil Maria Callas sich nicht mehr in der Lage sah, den höchsten Anforderungen zu genügen. Durch Überanstrengung hatte die Stimme erheblich nachgelassen.

Im Jahr 1965 unternahm Maria Callas einen Comebackversuch als Norma. Man spürte bei den späteren Vorstellungen allerdings, dass es mit der Höchstleistung vorbei war. Maria Callas befand sich in einer Nervenkrise. Während alle Kollegen auf sie Rücksicht nahmen, drehte in der letzten Vorstellung Fiorenza Cossotto als Aldagisa ihre wunderschöne Stimme, mit der sie in allen Tonlagen brillieren konnte, derart auf, dass Maria Callas einen Nervenzusammenbruch erlitt und nach der Vorstellung bewusstlos in ihre Garderobe getragen werden musste. Die Aufnahmen in Mailand und Rom sind also relativ kurz vor der Wende in der Laufbahn von Maria Callas entstanden und bilden nicht durch deshalb ein Tondokument mit Ewigkeitswert.

Nachtrag:
Keine andere als die legendäre Giuditta Pasta (1798 - 1865) hatte die Titelpartie in der Uraufführung gesungen. Bellini hatte nicht nur "Norma", sondern auch "La Sonnambula" (Die Nachwandlerin) für sie geschrieben. Weiterhin schrieben für sie Pacine "Niobe" und Donizetti "Anna Bolena". Nach ihrer endgültigen (zweiten) Ausbildung löste sie bei ihrem Debüt 1819 eine regelrechte Sensation aus, ihre Darstellungskunst muss enorm gewesen sein. Ihre Durchschlagskraft der Stimme und Wahrheit des Ausdrucks waren ihre signifikanten Merkmale. Leider endete ihre Karriere frühzeitig im Jahr 1835. Weitere legendäre Interpretin war Jenny Lind (1820 - 1887), auch schwedische Nachtigall genannt. Auch sie war ruhmreiche Interpretin von "La Sonnambula" und "Norma". Bereits im Alter von 29 Jahren (1849) zog sie sich von der Bühne zurück, um sich dann nur noch dem Liedgesang zu widmen. Maria Callas war ohne Zweifel die bedeutendste Vertreterin im Anschluss an ihre beiden Vorgängerinnen. Sie suggerierte den Eindruck, selbst die personifizierte Norma zu sein. Ein solches Gefühl wird nicht allein durch schönes Singen und Beherrschung der Koloraturen mit sämtlichen Verzierungen erreicht, sondern primär durch konsequente Verwirklichung des Willens, die Stimme als Mittel zum Zweck lebendiger Gestaltung einzusetzen. So hatte z.B. Joan Sutherland stimmliche Möglichkeiten im Bereich der Callas, aber sie setzte mehr auf wächsernen Schönklang der Stimme. Weder sie noch andere Kolleginnen, die sich diesen Belcantopartien hingaben (Renata Scotto, Edita Gruberova u.v.a.), konnten die Überzeugungskraft der Callas erreichen.

Eine gewisse Ausnahme sehe ich in der Interpretation durch Elena Souliotis vor allem deshalb, weil auch ihre Darstellung in besonderer Weise fasziniert und dabei einen Zauber entfaltet, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Schönheit der Stimme ohne Selbstzweck und Wahrheit der Empfindung berühren auf das Tiefste. Ich kann die Studioaufnahme in der Besetzung mit Fiorenza Cossotto und Mario del Monaco wärmstens empfehlen. Es ist hingegen unglaublich, was in einigen Besprechungen anderer Einspielungen über die Interpretation durch Mario del Monaco behauptet wird. Das grenzt schon an Rufmordkampagnen. Anstelle eigener Überzeugung scheinen irgendwelche Klischees übernommen worden zu sein. Mario del Monaco verwirklicht in ähnlicher Weise wie Maria Callas eine glaubhafte Rolleninterpretation, indem er nicht nur seine bronzefarbene Stimme mit Wohlklang ertönen lässt, sondern seine stimmlichen Mittel auch dazu verwendet, den Pollione lebendig werden zu lassen. Er setzt seine Stimme stets maßvoll ein und strahlt ebenso männliche Ruhe und Besonnenheit wie leidenschaftliche Größe aus. Die Vorhalte scheitern an den Tatsachen wie Luftblasen.
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