Um es auf den Punkt zu bringen: ich halte diese Aufnahme für eine der musikalisch brillantesten der ganzen Plattengeschichte.
Man kann einfach nur staunen, was Joan Sutherland, Luciano Pavarotti, Piero Capuccilli und Nicolai Ghiaurov hier abliefern! Alle im Zenit ihres Könnens, von der Natur mit luxuriösesten Timbres gesegnet und technisch einfach umwerfend! Auch Richard Bonynge und das London Symphony Orchester befinden sich in einem regelrechten Taumel und entfachen von der ersten Fanfare bis zur Schlußcabaletta ein regelrechtes Belcantofest, klangsinnlich und temperamentvoll, daß es einfach eine Freude ist.
Sutherland als Elvira schießt wie gewohnt ein Koloraturfeuerwerk der Sonderklasse ab, aber diesmal übertrifft sie sich sogar selber. Ihr Timbre ist dunkel gereift und die Stimme groß und rund - und dazu solche Agilität, schlichtweg phänomenal. Pavarottis Arturo strahlt mit heldischem Ton und schmelzigem Timbre. Er wagt sich sogar an das gefürchtete hohe Rubini-F. Und dass er das mit Kopfstimme singt (was viele Kritiker bemäkelt haben, aber wer um Himmels willen soll denn so einen Ton mit voller Stimme singen?), ist meines Erachtens nicht so wichtig; Hauptsache, er hat es dokumentiert, sodaß man sich einmal ein Bild von dieser eigenartigen Interpolation machen kann.
Die berühmte Callas-Aufnahme ist verglichen zu dieser hier wesentlich lyrischer und introspektiver.
Aber diese Oper ist nicht zuletzt ein Fest der Virtuosität, und in diesem Punkt gibt es einfach nichts besseres.
Auch wenn das Album nicht billig ist: Kaufen und genießen!!!!